Naiver Dealer bringt sich selbst vor Gericht

Falschgeld angezeigt

Dumm gelaufen: Mit einer Anzeige bei der Polizei stellte sich ein Ahauser selbst ein Bein. Weil er beim Drogendealen von einem Freund mit Falschgeld bezahlt worden war, war er zur Polizei gegangen. Am Donnerstag wurde der 20-Jährige selbst vom Ahauser Amtsgericht verurteilt.

AHAUS

, 01.12.2016, 13:25 Uhr / Lesedauer: 1 min

Drei Wochen Dauerarrest wegen Drogenhandels war die Quittung.Dem Richter war der Angeklagte kein Unbekannter. Der Tischler-Azubi saß schon wegen Diebstahls und Sachbeschädigungen für mehrere Wochen hinter Gittern. Um sich Geld für Marihuana zu besorgen, war der Ahauser 2014 sogar in seinen damaligen Ausbildungsbetrieb eingebrochen, hatte einen Süßigkeitenautomat zerstört sowie Geld und einen Laptop entwendet.

Absprung von Drogen nicht geschafft

Eine Drogentherapie hatte der Vater eines Kindes damals schon hinter sich. Doch er wurde schnell wieder rückfällig. Eigentlich wollte der Angeklagte weg aus Ahaus, irgendwo einen Neuanfang wagen und den Kontakt zu „alten Freunden“ abbrechen. „Aber man rutscht immer wieder in gewohnte Kreise zurück“, sagte der Ahauser. „Ich schaffe es nicht, von einen auf den anderen Tag mit dem Kiffen aufzuhören.“

"Deutliche Reifeverzögerung" ausgemacht

Im Sommer verkaufte er dann zwölf Gramm Marihuana aus seinem Eigenbedarf für 100 Euro einen Kollegen. Doch als der 20-Jährige merkte, dass ein 50er-Schein gefälscht war, ging er selbst zur Polizei. „Das war naiv. Ich glaube, Sie können die Folgen Ihrer Taten noch nicht richtig einschätzen“, sagte der Staatsanwalt. Auch der Richter erkannte bei dem 20-Jährigen eine „deutliche Reifeverzögerung“. Deswegen fiel das Urteil nach dem Jugendrecht relativ milde aus. Damit der Ahauser seine Tischler-Ausbildung nicht verliert, muss er „nur“ drei Wochen in Arrest. Zudem muss er weiter zur Drogenberatung und 600 Eurozahlen.

„Doch wenn Sie so weitermachen, werden Sie irgendwann auch länger ins Gefängnis gehen“, sagte der Richter. „Sie haben Ihr Leben selbst in der Hand.“ Julian Schäpertöns

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