Nervigste Kreuzung in Ahaus: Stadt argumentiert mit „Sicherheit vor Schnelligkeit“

hzNervige Ampelschaltung

Genervte Gesichter schauen aus den Autos, die an der Kreuzung Parallelstraße/Schorlemerstraße stehen. Kommt ein Zug, warten sie hier viele Minuten. Die Stadt versucht zu erklären, warum.

Ahaus

, 03.02.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Feierabend-Verkehr, volle Ahauser Straßen, Fahrt entlang der Parallelstraße und dann: Das Piepen der herunterfahrenden Bahnschranken. Schlechte Laune macht sich in den vielen Autos breit, denn nun geht mehrere Minuten nichts mehr an der Kreuzung Parallelstraße/Schorlemerstraße, die sich direkt an den Zuggleisen befindet. Zwei Mal in der Stunde, wenn der Zug die Kreuzung passiert, steht für wenige Minuten alles still, auch für die Autofahrer, die parallel zu den Zuggleisen fahren. Das sorgt für Ärger.

Genervt steht ein Ahauser, aus Richtung des Bahnhofs kommend, an der Ampel, als die Schranken herunter fahren. „Ich fahre diese Strecke öfter und ich verstehe nicht, warum ich warten muss“, sagt er. „Der Geradeaus-Verkehr ist von dem Zug doch gar nicht betroffen“. Der Mann spricht aus, was viele über diese Ampel denken. Bereits 2014 haben wir über diese Kreuzung berichtet, seitdem gab es nur minimale Veränderungen.

Leider ein ganz normaler Nachmittag

An einem Freitagnachmittag, als die Redaktion erneut die Kreuzung besucht, läuft es wie so oft, wenn ein Zug vom Bahnhof aus Richtung Dortmund fährt: Die ersten Autos auf der Parallelstraße vom Busbahnhof kommend, stehen an der roten Ampel. Eine gute Minute später stehen auch die Fahrzeuge, die von der Schorlemerstraße kommen. Noch eine Minute später gehen alle Ampeln auf Rot. Die gesamte Kreuzung steht still.

Jetzt lesen

„So wird sichergestellt, dass eventuell auf dem Bahnübergang befindliche Fahrzeuge diesen räumen können“, erklärt Stefan Hilbring, der für die Presse bei der Stadt Ahaus verantwortlich ist. Dieser Vorgang soll eine halbe Minute dauern. Als wir die Zeit stoppen, ist bis zum Herunterfahren der Schranken aber schon eine gute Minute seit dem Stillstand auf der Kreuzung vergangen. Eine Weiterfahrt ist noch lange nicht in Sicht.

„Danach beginnt die sogenannte 'Teilbeeinflussung‘: Alle Richtungen, die den Bahnübergang nicht befahren, werden nacheinander freigegeben“, erklärt die Stadt. Aber erst nachdem sie schon vier Minuten stehen, fahren die Autos auf der Parallelstraße Richtung „tobit“ weiter. Eine weitere Minute später dürfen auch die Fahrzeuge von „tobit“ kommend wieder fahren. Warum erst jetzt?

Sechs Minuten Wartezeit

All diese Fahrzeuge sind vom Schienenverkehr nicht betroffen und fragen sich, warum sie nicht fahren dürfen. Mehr als fünf Minuten, nachdem das erste Auto vor einer Roten Ampel zum Stehen kam, kommt endlich der Zug. Am längsten aber warten die Autos von der Schorlemerstraße kommend. Sie müssen die Gleise überqueren, um weiter zu kommen, deshalb warten sie fast sechs Minuten.

Ampelschaltungen verbunden mit einer Bahnanlage seien „ein komplexes Gebilde“, heißt es von der Stadt. Damit sich keine Fahrzeuge auf dem Bahnübergang stauen können, hat „die Bahnübergangssicherungsanlage direkten Einfluss auf die Verkehrsampel“, erklärt die Stadt in einer Pressemitteilung. „Durch die Beeinflussung der Bahn entstehen lange Wartezeiten. Sie sind der Vielzahl der geschalteten Phasen geschuldet“, heißt es. Aber „Sicherheit geht vor Schnelligkeit“, macht Stefan Hilbring klar.

Jetzt lesen

Dass viele Autofahrer von der unlogisch scheinenden Ampelschaltung genervt sind, ist der Stadt klar. „Ampelschaltungen und deren Abläufe werden immer wieder hinterfragt“, weiß Stefan Hilbring. Trotzdem ist die einzig geplante Änderung an der Kreuzung die Umrüstung auf LED zu einem späteren Zeitpunkt. Das wird am Unmut der Autofahrer wohl nichts ändern. „Ich würde mir eine logische Ampelschaltung wünschen“, macht Andreas Render klar. Er fährt hin und wieder über diese Kreuzung und steht nun schon einige Minuten hier. Wie immer.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt