Neuer Wertstoffhof in Ahaus: Alles sauber für den Müll

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Es fehlen noch ein paar Schilder, ansonsten ist der neue Wertstoffhof in Ahaus startklar. Am 2. Januar geht er in Betrieb. Für die Ahauser wird sich in Sachen Müllabfuhr 2020 einiges ändern.

Ahaus

, 22.12.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Mit der Rüttelplatte ging es am Freitagnachmittag ein letztes Mal über das Pflaster auf dem neuen Wertstoffhof. Ein letzter Schwung mit dem Besen, dann war alles sauber – der Müll kann kommen. Ab dem 2. Januar können die Ahauser die neue Einrichtung an der Max-Planck-Straße 1 in Ahaus nutzen.

Stenau-Geschäftsführer Dr. Georg Grüber, Betriebsleiter Josef Witte, der Technische Beigeordnete Thomas Hammwöhner und Norbert Tenhagen vom Fachbereich Tiefbau und Entsorgung machten sich vor Ort ein Bild vom neuen Angebot für die Ahauser.

Infos im Abfallkalender

„Wir haben hier das Ganze so organisiert und konstruiert, dass es reibungslos ablaufen wird“, erklärt Georg Grüber. „Davon sind wir überzeugt.“ Norbert Tenhagen schiebt nach, dass sämtliche Neuerungen in Sachen Sperrmüll im neuen Abfallkalender 2020 der Stadt dokumentiert seien. „Öffnungszeiten, Annahmebedingungen, alles.“ Allerdings vermutet Tenhagen auch, dass 80 Prozent der Bürger den neuen Abfallkalender erst mal zur Seite legen.

Georg Grüber geht nach dem Aus der Straßensammlung davon aus, dass im nächsten Jahr die Gesamtmenge an Sperrmüll in Ahaus sinken wird. Bis alle gecheckt hätten, dass es 2020 keine Straßensammlung mehr gebe, sei es wohl schon 2021. „Dann fällt vielen auf, dass sie ihren Sperrmüll selber bringen müssen.“

Neuer Wertstoffhof in Ahaus: Alles sauber für den Müll

Technischer Beigeordneter Thomas Hammwöhner, Stenau-Geschäftsführer Dr. Georg Grüber, Betriebsleiter Josef Witte und Nobert Tenhagen (Stadt Ahaus) auf dem neuen Wertstoffhof. © Christian Bödding

Auch die Stadt kalkuliert entsprechend. „Wir rechnen 2020 mit der Anfuhr von insgesamt 1700 Tonnen Sperrmüll und Altholz“, sagt Norbert Tenhagen. Bis dato seien jährlich 1000 Tonnen am Wertstoffhof angeliefert und 1000 Tonnen bei der Straßensammlung abgeholt worden. 300 Tonnen bleiben also voraussichtlich bei den Ahausern.

Die Stadt verspricht sich vom neuen System und dem Verzicht auf die Straßensammlung mehrere Vorteile. „Ein sauberes Ahaus und ein sicheres Ahaus“, nennt Norbert Tenhagen zwei Schlagworte.

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Es werde keine großen Spannungen mehr geben, wie noch zu Zeiten der 14-tägigen Sammlung. „Da schwang immer mit: Geht alles gut mit der Abfuhr? Passiert was mit den gewerblichen Sammlern? Gibt es gefährliche Situationen an den Straßen durch auseinander gewühlte Sperrmüllhaufen?“

Abschaffung aus Sicherheitsgründen

Nicht umsonst habe der Rat entschieden, die Straßensammlung aus Sicherheitsgründen abzuschaffen, sagt Norbert Tenhagen. Es sei ein Abwägungsprozess gewesen, erklärt Thomas Hammwöhner. „Jedes System hat Vor- und Nachteile.“

Die hohe Verkehrsbelastung während der jährlichen Sammlung, vollgestellte Abstellräume oder Garagen und auch verdreckte Straßen durch falsch entsorgten Sperrmüll sollen ab dem 2. Januar auf jeden Fall der Vergangenheit angehören.

Damit die Ahauser den Weg zum neuen Wertstoffhof finden, werden noch Schilder an den Zufahrtstraßen angebracht.

Neuer Wertstoffhof in Ahaus: Alles sauber für den Müll

Die Zufahrt zum neuen Wertstoffhof ist ausgeschildert. Hinein geht es über die Max-Planck-Straße, hinaus über die Einsteinstraße. © Christian Bödding

Georg Grüber weist darauf hin, dass der Wertstoffhof nur eine Einfahrt und eine Ausfahrt hat. Hinein geht es über die Max-Planck-Straße, hinaus über die Einsteinstraße. „Wir bitten alle, an der richtigen Seite einzufahren.“ Auch die Stadt hat eine Bitte, die Norbert Tenhagen formuliert: „Wir bitten alle Bürger, nicht immer nur den Samstagmorgen für die Anlieferung zu nutzen.“

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Der Wertstoffhof ist ganzjährig an vier Nachmittagen in der Woche (dienstags bis donnerstags von 13 bis 17 Uhr, freitags von 13 bis 18 Uhr) und samstags vormittags (9 bis 14 Uhr) geöffnet.

Bislang waren an wenig frequentierten Samstagen gut 150 Ahauser am Wertstoffhof, an Spitzentagen zählte Stenau 900 Personen. Georg Grüber: „Im Schnitt sind es zwischen 300 und 400 Personen.“

350.000 Euro Kosten pro Jahr

Im Abfallkalender 2020 hat die Stadt aufgelistet, was am neuen Wertstoffhof an Abfällen angenommen wird. Der Stenau-Geschäftsführer fasst es griffig zusammen: „Alles, was sie bei einem Umzug mitnehmen würden, ist Sperrmüll. Alles, was sie beim Umzug dalassen müssen, ist kein Sperrmüll.“

Die Stadt kalkuliert im Etat für 2020 mit Kosten in Höhe von 350.000 Euro für das „Gesamtpaket Wertstoffhof“, berichtet Norbert Tenhagen. Die Summe werde finanziert über die Gebühren für die Restmülltonne.

Rechnerisch zahlt jeder Ahauser Bürger 8,75 Euro im Jahr für den neuen Wertstoffhof.

Neuordnung der Abfuhrbezirke

Um Zahlen ging es auch bei der Neuordnung der Müllabfuhrbezirke ab Januar 2020. So werden neue Bezirke eingeführt und auch eine zusätzliche Freitagstour gibt es. „Ahaus wächst, die Zahl der Anschlussnehmer wächst, immer mehr Anwohner kommen zu einer Tour“, verdeutlicht Georg Grüber. „Das führt zu Problemen mit der Arbeitszeit. Über ein Schichtsystem ist das nicht zu lösen und wir müssen uns bei den Abfuhrzeiten auch an die Vorgaben der Lärmschutzverordnung halten.“

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Für Fragen rund um die Sperrmüll-Entsorgung stehen die Abfallberater der Stadt Ahaus unter Tel. (02561) 72246 und 72245 zur Verfügung.

Wertstoffhof in Ahaus

Folgendes wird am neuen Wertstoffhof kostenfrei angenommen:
  • sperrige Grün- und Gartenabfälle: zum Beispiel Baumschnitt, Strauch- und Astwerk sowie Herbstlaub aus Gärten und Kleingärten
  • Altholz: zum Beispiel Span- und Möbelplatten, Bretter, Kisten, Massivholz (auch lackiert oder beschichtet)
  • sonstige sperrige Abfälle – Sperrmüll: Möbel/-teile, Matratzen, Sprungrahmen, Bilder, Kinderwagen, Bügelbretter, Blumenkästen, Gartengeräte, Kleintierkäfige, Koffer, Leitern, Sportgeräte, Teppiche, große Spielzeugteile
  • Elektro- und Elektronik-Altgeräte/ Altkühlgeräte: zum Beispiel Waschmaschinen, Herde, Fernseher, Kofferradio, Mixer, Toaster, Fön, Kühlschränke, Gefriertruhen, EDV-Bildschirme, Lampen, Photovoltaikmodule, Energiesparlampen, elektrische Handwerks-geräte
  • Altmetall: Fahrradrahmen, Wäscheständer, Antennen, Bleche, sonstige Metallteile – keine Autoteile
  • Altpapier: Altpapier, Pappe, Karton (auch entsprechende Verpackungen)
  • Leichtverpackungen: ausschließlich gebrauchte und restentleerte Verpackungen, die nicht aus Papier, Pappe, Karton oder Glas sind à außerdem Styropor aus Verpackungen
Pro Anlieferung werden maximal drei Kuibikmeter Sperrmüll oder Grünschnitt angenommen. Außerdem werden am Wertstoffhof auch Altglas- und Altkleidercontainer aufgestellt. Im Frühling 2020 können Bürger von der kostenfreien Abgabe von Kompost profitieren. Sollte ein selbstständiger Transport von Sperrmüll nicht möglich sein, kann jederzeit – privatrechtlich und gegen Gebühr (25 Euro für zwei Kubikmeter) – eine Abholung bei der Firma Stenau unter Tel. (02561) 93350 angefordert werden.
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