Nikolausfest soll in Ahaus gefeiert werden – aber ganz anders als sonst

hzNikolaus in Ahaus

Nikolaus und sein Helfer Knecht Ruprecht ziehen auch in diesem Jahr am 5. Dezember von Haustür zu Haustür und besuchen die Kinder. Ansonsten wird sich aber in vielen Bereichen etwas ändern.

Ahaus

, 14.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit der Gründung im Jahr 1925 organisiert die Nikolausgesellschaft Ahaus jährlich die Ankunft des heiligen Nikolaus im Innenhof des Barockschlosses. Normalerweise wird er hier von Tausenden Kindern, Jugendlichen und ihren Familien begrüßt. Begleitet vom Spielmannszug singen die Besucher gemeinsam das Nikolaus-Lied und lauschen der feierlichen Ansprache. Auch im Vorjahr war der Schlossinnenhof zum Bersten gefüllt.

Schon früh stand fest: Diese Szenen sind während der Corona-Pandemie nicht zu verantworten. Trotzdem haben sich die Nikolausvereine in Ahaus und den Ortsteilen dazu entschieden, in diesem Jahr etwas auf die Beine zu stellen. „Natürlich wäre es am einfachsten gewesen, alles abzusagen. Aber auch bei der Stadt Ahaus ist das nicht gewünscht. Gerade weil schon so viele Veranstaltungen ins Wasser gefallen sind“, erklärt Werner Große-Lembeck, Vorsitzender der Nikolausgesellschaft Ahaus.

Traditioneller Umzug fällt aus

Allen Beteiligten sei aber klar, dass es für das Nikolausfest 2020 komplett neue Pläne geben muss. So wird der langbärtige Bischof nicht wie sonst üblich an der Canisiusschule in Empfang genommen und anschließend auf seinem Schimmel durch die Innenstadt geführt. „Wir haben uns entschieden, auf den traditionellen Umzug zu verzichten“, so Werner Große-Lembeck.

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Stattdessen gibt es einen Plan B, der aber noch von den zuständigen Behörden abgesegnet werden muss. „Unsere Überlegung ist es, den Nikolausempfang in den Schlossgarten zu verlegen. Unter freiem Himmel und mit ausreichend Abstand“, sagt der Vorsitzende. In der nächsten Woche soll es dafür einen Vor-Ort-Termin mit dem städtischen Ordnungsamt geben. Ein musikalischer Rahmen ist geplant, gesungen werden soll wegen der stärkeren Aerosol-Bildung aber nicht.

Nikolaus kommt nicht ins Haus

Auf den anschließenden Besuch des Nikolauses muss der Nachwuchs aber nicht verzichten. Der Aufforderung „Nikolaus, komm in unser Haus“ wird aber in diesem Jahr nicht Folge geleistet. Da in geschlossenen Räumen die Ansteckungsgefahr deutlich größer ist, soll der heilige Bischof samt seines Begleiters Knecht Ruprecht vor der Haustür in Empfang genommen werden. Gegebenenfalls sei es möglich, sich auch mit mehreren Familien, zum Beispiel unter einem offenen Carport, zu treffen.

Werner Leuker, Beigeordneter der Stadt Ahaus, hatte bereits in der vergangenen Woche auf Anfrage der UWG-Fraktion im Rat erklärt: „Der diesjährige Nikolausempfang soll vor allem eine Veranstaltung für Kinder und ihre Eltern werden. Wir halten den Rahmen also etwas kleiner. Der Infektionsschutz muss gewährleistet bleiben.“

Für Werner Große-Lembeck und seine Kollegen beginnt nun aber erst einmal die Zeit, der intensiven Vorbereitung. Ab Ende Oktober sind sie unterwegs, um Spenden zu sammeln. Diese werden unter anderem für die Süßigkeiten genutzt. „Bei der Sammlung halten wir uns natürlich an die Corona-Regeln. Wir halten Abstand und tragen Mund-Nasen-Bedeckungen“, so der Vorsitzende. Die zwischenzeitliche Überlegung, auch bargeldlose Zahlung anzunehmen, wurde wieder verworfen. „Dafür hätten wir rund 60 Geräte anschaffen müssen“, berichtet Große-Lembeck.

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