Parkplatzärger am Krankenhaus wird jetzt ein Fall für die Verwaltung

hzParkplätze am Krankenhaus

Seit Monaten ärgern sich Anlieger der Straßen Am Kalkbruch und Scharfland über Dauerparker vor der Tür. Am nahegelegenen Krankenhaus gibt es etliche freie Plätze – doch die kosten Geld.

Ahaus

, 31.01.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es hat sich nicht gebessert: Seit Monaten sorgt die Parksituation am St.-Marien-Krankenhaus für Ärger. Mal beschweren sich Anlieger der Straße Am Kalkbruch, mal Anlieger am Scharfland über Dauerparker vor ihrer Tür (wir berichteten mehrfach).

Jetzt wird die Lösung des Parkplatzärgers zum Arbeitsauftrag für die Verwaltung. Einem entsprechenden Antrag der CDU-Fraktion stimmte der Ausschuss für Stadtentwicklung in seiner jüngsten Sitzung einstimmig zu. Die Verwaltung soll mit der Krankenhausleitung sprechen und in Abstimmung mit der Polizei prüfen, welche verkehrsrechtlichen Änderungen in den Anliegerstraßen vorgenommen werden können.

Autofahrer weichen aus

Das Krankenhaus mit den integrierten Arztpraxen und Dienstleistern entwickele sich seit Jahren stetig weiter, erläuterten die Christdemokraten ihren Antrag. Mit dem Zuwachs an Versorgungsangeboten seien allerdings auch das Verkehrsaufkommen sowie der Bedarf an Parkplätzen deutlich gestiegen. „Zu Stoßzeiten weichen viele Besucher zum Parken auf Flächen umliegender Grundstücke, Wiesen, Straßen sowie auch Einzelhändler aus“, heißt es im CDU-Antrag.

„Grenzwertige Situationen“

Das beeinträchtige nicht nur den Straßenverkehr am angrenzenden Kreisverkehr Wüllener Straße, sondern auch die Sicherstellung der Rettungswege.

Thomas Vortkamp (CDU) berichtete in der Sitzung von grenzwertigen Situationen. „Es gab schon den Fall, dass ein Rettungsfahrzeug Schwierigkeiten hatte, die Stelle zu passieren.“ Die anliegende Wüllener Straße zähle zu den Hauptverkehrsstraßen in Ahaus, mit der Inbetriebnahme des Krankenhaus-Erweiterungsbaus werde das Verkehrsaufkommen weiter steigen, ebenso der benötigte Parkraum.

Freie und kostenpflichtige Plätze

„Das Problem sind die bewirtschafteten Flächen“, erklärte der Erste Beigeordnete Hans-Georg Althoff. Die Stadtverwaltung hatte für den Zeitraum eines Tages die Belegung der Krankenhaus-Parkplätze aufgelistet. Aufgeschlüsselt nach „freien kostenfreien“ und „freien kostenpflichtigen“ Parkplätzen ergab sich folgendes Bild:

Morgens um 8.30 Uhr gab es nur einen nicht besetzten kostenfreien Parkplatz, „aber sechs freie kostenpflichtige Parkplätze“, erläuterte Hans-Georg Althoff. Mittags um 13 Uhr sah das schon anders aus: „Es gab fünf freie kostenfreie Parkplätze, aber fast 180 freie kostenpflichtige Stellplätze.“ Nachmittags um 15.30 Uhr war die Situation so: es gab 35 nicht besetzte kostenfreie Parkplätze und 54 nicht besetzte kostenpflichtige Parkplätze.

„Fast jeden Tag vor Ort“

„Wir werden fast täglich auf die Problematik hingewiesen, berichtete Fabian Wellers, Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung der Stadt. „Wir sind fast jeden Tag vor Ort.“ Regelmäßig würden Verwarnungen ausgesprochen.

Schwierig gestaltet sich nach Aussage der Verwaltung, in Erfahrung zu bringen, welche Gruppen in besonderem Maße auf die Verkehrsflächen außerhalb des Krankenhausgeländes ausweichen. In Betracht kommen Mitarbeiter ebenso wie Besucher und Patienten. Eine Befragung sei mit erheblichem Aufwand verbunden.

Als Maßnahme nannte Fabian Wellers, mit der Kreispolizei nochmals eine Ortsbegehung vorzunehmen. „Denkbar wären Sperrflächen und Markierungen“, um den Wildwuchs beim Parken einzudämmen. Mathilde Fischer (SPD) regte ein „zehn Meter langes Parkverbot ab Kreisverkehr“ in die Straße Am Kalkbruch hinein an. „Man kommt ja kaum durch.“

„Ganz großes Ärgernis“

Winfried Pomberg (CDU) sprach mit Blick auf die Vielzahl an abgestellten Autos von einem „ganz großen Ärgernis für alle, die diese Straße nutzen“. Würde es den abgesenkten Bordstein auf der Fahrbahnseite am Gartencenter Hilgert nicht geben, „dann wäre dort absoluter Stillstand“. Oftmals sei die Straße Am Kalkbruch durch abgestellte Autos so schmal, dass Pkw-Fahrer über den Geh-/Radweg fahren würden. Die Verwaltung soll nun in Abstimmung mit der Polizei verkehrslenkende Maßnahmen prüfen. Dazu zählen zum Beispiel Park- und Halteverbote, eine Beschilderung und die Einzeichnung fester Stellplätze. Die Krankenhaus-Leitung soll gebeten werden, mit den Bediensteten über ihr Parkverhalten zu sprechen.

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