Plattdeutsche Bühne Ahaus serviert ein furioses „Katerfröhstück“

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Der Plattdeutschen Bühne Ahaus ist in dieser Saison mit ihrem aktuellen Stück „Dat Katerfröhstück“ wieder ein Geniestreich gelungen. Vor vollem Haus feierte der Schwank seine Premiere.

Ahaus

, 21.01.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Inhalt der Schützenfestkasse ist verschwunden. Das ist das einzige, an das sich der Schützenvereinsvorsitzende Rudi (Martin Kock) noch erinnert, als er arg zerfleddert eines Morgens in Gertruds Kneipe aufschlägt. Aus dieser misslichen Situation entspinnt sich eine herrlich altmodische Krimikomödie aus dem Ammeln der 50er-Jahre.

Das Ensemble der Plattdeutschen Bühne Ahaus hat in der Aula der Bischöflichen Canisiusschule am Samstag „Dat Katerfröhstück“ wieder auf die Bühne gebracht, fast 20 Jahren nach der Welturaufführung. Autor Martin Kock überzeugt in seiner Rolle des Schützenpräsidenten mit mehr Angst vor seiner bratpfannenschwingenden Frau Pauline (Sylvia Dünne) als Vaterlandsliebe.

Urgesteine in Höchstform

Das Premierenpublikum hat an diesem Nachmittag jede Menge zu lachen und viele freuen sich besonders auf die Performances von Josef Früchting alias Postbote Jupp und seines weiblichen Pendants Maria Lenting, die in bester Grewwelmanier die resolute Kneipenwirtin Gertrud gibt.

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Den beiden Urgesteinen der Plattdeutschen Bühne Ahaus scheint Autor Martin Kock ihre Rollen geradezu auf den Leib geschrieben zu haben. Es ist eine Freude, dabei zuzusehen, wie Früchting als umtriebiger Briefträger zusammen mit Metzgerkumpel Clemens (Alfred Thiemann) den verletzten Rudi davon überzeugt, dass dieser Opfer eines Kapitalverbrechens geworden ist. „Du hast immer noch eine Hand frei zum Bierglas festhalten. Dann kann’s ja nicht so schlimm sein“, so Jupps hämischer Kommentar.

Plattdeutsche Bühne Ahaus serviert ein furioses „Katerfröhstück“

Schützenpräsident Rudi (Martin Kock, sitzend) hat das Geld aus seiner Festkasse verloren. Zusammen mit seinen Spezis Jupp (Josef Früchting, l.) und Clemens (Alfred Thiemann (2.v.l.) denkt er sich eine wilde Räuberpistole aus. © Anna-Lena Haget

Herrlich schräg kommt auch Renate Osterkamp als Quasselstrippe Mia daher. Mit windschiefem Hütchen und unbändiger Neugier sorgt die mitteilungsbedürftige Landfrau dafür, dass sich die Räuberpistole noch weiter verknotet. Am Ende wickelt sie sogar den zwielichtigen Vertreter für Metzgereibedarf Biermann mehr als nur um den Finger – erfrischend bösartig dargestellt von Heiner Endejann.

Dorfsherriff Landfester (Ulrich Früchting) sieht in dem brisantesten Kriminalfall seit Verschwinden eines Kerzenleuchters aus der Ammelner Kapelle seine große Chance, befördert zu werden.

Detektivische Spürnase

Allerdings hat er nicht mit der detektivischen Spürnase von Hannes (Klaus Hackfort) gerechnet. Der Freund von Bedienung Lisa (Eva Gosling) stellt eigene Ermittlungen an und stößt schon bald auf eine heiße Spur.

Seinen Segen dazu gibt in einer Gastrolle Reinhard Büter als Ammelner Pastor, der energisch seine Schäfchen zur Prozession zusammentrommeln muss.

Gehörige Portion Lokalkolorit

„Dat Katerfröhstück“ ist eine spritzige Mischung aus Komödie und Krimi mit einer gehörigen Portion Lokalkolorit und es macht einfach Spaß, der Truppe der Plattdeutschen Bühne Ahaus zuzusehen. Fans der plattdeutschen Bühne können „Dat Katerfröhstück“ in der Aula der Bischöflichen Canisiusschule, Hindenburgallee 30 noch drei Mal erleben.

Vorstellungen sind am Samstag, 25. Januar, um 19.30 Uhr sowie am Sonntag, 26. Januar, um 15 Uhr und 19.30 Uhr. Karten zum Preis von sieben Euro gibt es im Vorverkauf bei Bastelbedarf Thiemann, Markt 3, und Bünings Grüne Schoppe, Industriestraße 1, in Ahaus sowie an der Abendkasse.

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