„Regierungsmarionetten“ – Ahauser (36) leistet Widerstand gegen Polizei

hzAmtsgericht

Bei einem Einsatz wurden zwei Polizisten von einem Mann aus Ahaus am Verlassen seiner Wohnung gehindert. Außerdem beleidigte er die Beamten. Beides kommt dem Ahauser nun teuer zu stehen.

Ahaus

, 24.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Den Anweisungen von Polizisten ist Folge zu leisten. Das lernt eigentlich jedes Kind. Manch ein Erwachsener tut sich damit allerdings schwer. So auch ein 36-jähriger Mann aus Ahaus, der wegen des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Beamtenbeleidigung vor dem Amtsgericht Ahaus angeklagt wurde.

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Am 23. Oktober des vergangenen Jahres wurden zwei Ahauser Polizeibeamte zu einem Einsatz beordert. Die Ex-Frau des Beschuldigten hatte sich Sorgen um diesen gemacht, da er ihr Nachrichten schickte, in dem er selbstmörderische Tendenzen andeutete, wie die als Zeugen geladenen Polizeibeamten berichteten.

Nachdem die Polizisten nach einigen Schwierigkeiten die Wohnung des Beschuldigten ausfindig machen konnten, verweigerte dieser den Beamten den Zutritt. „Er wollte uns erst nicht rein lassen, da er anscheinend nicht verstand, worum es ging“, sagte einer der Polizisten vor Gericht aus. Und weiter: „Er beklagte sich, was seiner Ex-Frau einfallen würde und dass es um Sorgerechtsstreitigkeiten gehe.“

Als die beiden Beamten die Wohnung schließlich betreten hatten, fanden sie nichts vor, was auf suizidale Absichten hingedeutet hätte. Daher wollten sie sich vergewissern, dass es sich wirklich um den gesuchten Mann handelte und wollten seinen Ausweis kontrollieren.

Ahauser verweigert Ausweiskontrolle

Dies verweigerte der Ahauser jedoch, der nach eigener Aussage an besagtem Abend fünf oder sechs Bier getrunken hatte. „Da er sich weigerte, uns seinen Ausweis zu zeigen, habe ich ihn darauf hingewiesen, dass ihm deshalb eine Anzeige wegen einer Ordnungswidrigkeit drohe“, erklärte einer der Polizisten.

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Daraufhin habe der Mann den Beamten den Ausweis ausgehändigt, welcher die Personalien des Mannes bestätigten. Eigentlich wollten die beiden Polizisten verrichteter Dinge wieder gehen, doch soweit kamen sie nicht. Der Ahauser hinderte sie am Verlassen der Wohnung und verlangte im Gegenzug die Ausweise der Polizisten. „Ich habe die Tür nicht abgesperrt, sondern mich zur Tür gedreht“, so der Ahauser, der sich selbst verteidigte. Ob er sich in den Weg gestellt habe, wollte der Richter wissen. „Ja, so könnte man es nennen.“

Polizei am Verlassen der Wohnung gehindert

Der mehrmaligen Aufforderung beiseite zu treten, leistete der Mann nicht Folge, wie die Polizisten berichteten, weshalb sie ihn zur Seite schoben und die Wohnung verließen. Widerstand leistete der Mann dabei nicht, so die Polizisten.

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Dennoch ließ er sich zuerst im Treppenhaus, später am offenen Fenster zu Beleidigungen hinreißen. „Arschloch“, notierte einer der Polizisten an besagtem Abend, außerdem: „Honk“, „Looser“, und „armseliges Zeugnis der Regierung“.

Die Beleidigungen bestritt der Angeklagte: „‘Arschloch‘ würde ich niemals sagen.“ Der Begriff „Honk“ gehöre allerdings zu seinem Sprachgebrauch, wie er zugab. Diesen Begriff empfinde er aber nicht als Schimpfwort, woraufhin ihn der Richter eines Besseren belehrte.

Kurioserweise gab der Angeklagte zu, den beiden Polizisten „Regierungsmarionetten“ hinter hergerufen zu haben. „Weil ich das Wort lustig finde“, wie er im Gericht sagte. Daran konnten sich die Polizisten aber nicht erinnern.

„Ich habe Bockmist gebaut“

Zum Schluss entschuldigte sich der Angeklagte: „Ich habe Bockmist gebaut.“ Wegen des Streits mit seiner Ex-Frau habe er einen schlechten Tag gehabt. „Da ist eine Sicherung rausgeflogen.“

Staatsanwaltschaft und Richter legten dem Angeklagten zugute, dass er keine Vorstrafen hat und in einer psychischen Ausnahmesituation befand. Dennoch habe er sich der Beleidigung schuldig gemacht und die Türsperre, die die beiden Polizisten laut Gericht glaubhaft vermittelten, nicht eingeräumt. Der Richter verhängte eine Geldstrafe in einer Gesamthöhe von 1650 Euro in 55 Tagessätzen.

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