Mahnwache: 150 Demonstranten lassen sich am BZA vom Regen nicht abhalten

hzBrennelemente-Zwischenlager

Rund 150 Demonstranten versammelten sich am Sonntag vor dem BZA, um ihren Unmut über die jüngste Entscheidung der Bezirksregierung zu zeigen – begleitet von teils starken Regenfällen.

Ahaus

, 26.07.2020, 17:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es passte zum Anlass: Just in dem Moment, als die Mahnwache vor dem Brennelemente-Zwischenlager Ahaus (BZA) am Sonntagnachmittag eröffnet wurde, begann es wie aus Eimern zu regnen. Davon ließen sich die rund 150 Demonstranten allerdings nicht abhalten und äußerten, verbal und nonverbal, rund eine Stunde ihren Unmut über die jüngsten Entwicklungen. Fahnen wurden geschwenkt, Reden gehalten, Anti-Atom-Lieder live präsentiert.

Zwischenzeitlich schüttete es wie aus Eimern.

Zwischenzeitlich schüttete es wie aus Eimern. © Johannes Schmittmann

Im Zentrum der Kritik stand wie erwartet die Entscheidung der Bezirksregierung, sogenannte schwach- und mittelradioaktive Abfälle noch bis (wenigstens) 2057 in den Ahauser Hallen zu lagern. Heiner Möllers – Vorsitzender der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“, die die Mahnwache organisiert hatte – griff als Erstes zum Mikrofon.

Anlass für das Treffen „unschön“

„Der Anlass für das heutige Treffen ist unschön. Die Reaktion ist hingegen sehr gut“, erklärte Möllers. Damit meinte der BI-Vorsitzende nicht nur die Protestaktion, sondern auch die Kommunalpolitik. „Dass der Stadtrat eine Sondersitzung zu diesem Thema einberufen hat, sehen wir als klares Signal an. Auch die Politik ist unzufrieden mit der Entscheidung.“

Zahlreiche Demonstranten brachten Schildern und Fahnen mit.

Zahlreiche Demonstranten brachten Schildern und Fahnen mit. © Johannes Schmittmann

Möllers selbst nannte sie „eine riesige Sauerei“. Auch BI-Sprecher Hartmut Liebermann ließ am Beschluss, weiter Atommüll in Ahaus zu lagern, kein gutes Haar: „Wir sind empört, aber nicht überrascht. Eine Genehmigung bis zum Jahr 2057 auszustellen, gleicht einem Blankoscheck. Die Sicherheit für ein solches Lager kann für einen so langen Zeitraum nicht garantiert werden.

Lob und Kritik für CDU

Kritik äußerte Liebermann auch zum Zeitpunkt der Bekanntgabe: „Mal sind es die Sommerferien, mal ist es kurz vor Weihnachten. Wir kennen das Spiel mittlerweile.“ Lob und Kritik sprach er gegenüber den hiesigen Christdemokraten aus: „Es ist schön zu sehen, dass auch dort offenbar der Widerstand wächst. Die CDU hat damals allerdings entschieden dazu beigetragen, dass wir hier überhaupt stehen müssen.“

Als kurzzeitig starker Regen einsetzte, wurden kreative Lösungen gefunden.

Als kurzzeitig starker Regen einsetzte, wurden kreative Lösungen gefunden. © Johannes Schmittmann

Von der Stadtverwaltung erwartet er nun Unterstützung: „Sie müssen mit ihren Anwälten auf juristischem Weg gegen die Entscheidung vorgehen. Sonst wird Ahaus als Dauerlösung betrachtet und irgendwann auch hochradioaktiver Müll hierher transportiert.“ Als Beleg für seine These führte er an, dass im ursprünglichen Antrag bereits eine unbefristete Lagerung in Ahaus vorgesehen war.

Sofortige AKW-Stilllegung gefordert

Udo Buchholz von der AKU Gronau forderte in seiner Rede auch die Stilllegung aller Atomkraftwerke: „Wir können nicht bis 2022 warten. Eine Abschaltung braucht es eher heute als morgen.“ Zum Ende der Demonstration wehten die traditionellen schwarzen Fahnen, welche die Protestler zwischen die gelben Protest-Kreuze aufstellten.

Am Donnerstag, 30. Juli, wollen sie sich vor dem Kulturquadrat, Wüllener Straße 18, erneut formieren, um vor der um 19 Uhr beginnenden Sondersitzung im wörtlichen Sinne Flagge zu zeigen.

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