Zwei Putzkräfte griffen in einem Ahauser Unternehmen zu: In einem Schrank hatten sie Warengutscheine entdeckt. Im Wert von 2900 Euro ließen sie die mitgehen und lösten sie online ein. Dabei kam man ihnen auf die Spur. © pixabay
Computerbetrug

Putzkräfte griffen zu: Gutscheine für 2900 Euro gestohlen und eingelöst

Kurz nachdem sie in einem Ahauser Unternehmen angefangen hatten, griffen zwei Putzkräfte zu: In einem Schrank hatten sie Warengutscheine entdeckt. Diese Entscheidung wurde für sie jetzt teuer.

Ein vermeintlich günstiger Einkaufsbummel kommt zwei Brüder aus Steinfurt teuer zu stehen: Sie hatten in einem Ahauser Unternehmen aushilfsweise als Reinigungskräfte gearbeitet – und dabei in einem Schrank Online-Warengutscheine gefunden. „Das war am zweiten oder dritten Tag, an dem wir da waren“, sagte einer der beiden am Dienstag vor dem Ahauser Amtsgericht.

Und sie griffen zu: Elf Gutscheine steckte der heute 29-Jährige ein. Der 24-jährige Bruder nahm sechs Gutscheine mit. Gesamtwert der Beute: 2900 Euro.

Zunächst nicht an die Folgen gedacht

„Ja, uns war bewusst, dass wir sie nicht hätten nehmen dürfen“, erklärte der ältere Bruder auf Nachfrage der Richterin. Er wird in Kürze zum zweiten Mal Vater. In dem Moment hätten sie allerdings nicht weiter darüber nachgedacht. Der Gedanke an mögliche Folgen und Probleme sei ihm erst gekommen, als er die Gutscheine einlöste.

Das taten die Brüder kurze Zeit später sowohl online als auch in verschiedenen Geschäften: für einen Fernseher, Videospiele, eine Spielkonsole, Kleidung – und weitere Dinge. Genau konnten sich beide nicht mehr erinnern. Es sei um verschiedene Luxusartikel gegangen, die die beiden haben wollten. „Das war auf keinen Fall gewerbsmäßig“, beteuerte der jüngere Bruder. Sie hätten das ja auch nur das eine Mal getan.

Kein gewerbsmäßiger Betrug

Das sah auch die Richterin so. Von dem ursprünglichen Vorwurf, eben dem gewerbsmäßigen Computerbetrug, nahm sie schnell Abstand. Auch sah sie nicht wie ursprünglich angeklagt 17 einzelne Taten: In ihren Augen handelte es sich um eine zusammenhängende Tat.

Auch die Vertreterin der Staatsanwaltschaft mochte den beiden Angeklagten keinen gewerbsmäßigen Betrug unterstellen. Sie blieb jedoch dabei, dass es sich um mehrere Taten gehandelt haben soll. Schließlich hätten die beiden Brüder bei jedem Gutschein, den sie einlösten, einen eigenen Tatentschluss gefasst.

Beide Brüder müssen empfindliche Geldstrafen bezahlen

Wegen fünf bzw. sechs Fällen von Computerbetrug wurden die beiden Brüder schließlich verurteilt: der Ältere wegen sechs Fällen zu einer Geldstrafe von 2400 Euro (120 Tagessätze). Der Jüngere muss wegen fünf Fällen 3000 Euro (100 Tagessätze) zahlen. Auch den Wert der Gutscheine müssen beide zurückzahlen.

Bei dem geschädigten Unternehmen hatten die Brüder sich noch nicht entschuldigt. Das habe der ältere Bruder übernehmen wollen. Nach zwei Anrufen, bei denen er weder zur Geschäftsführung verbunden noch zurückgerufen wurde, habe er die Bemühungen jedoch aufgegeben, wie er sagte.

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Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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