Radfahrer sollen Knackpunkte auf den Radwegen online melden

hzRadverkehrskonzept

Die Stadt Ahaus will Fahrrädern in der Stadt mehr Platz einräumen. Für das Radverkehrskonzept sollen alle Radfahrer Verbesserungsvorschläge machen. Eine ganze Reihe von Punkten gibt es schon.

Ahaus

, 13.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wo kommen Fahrradfahrer in Ahaus und den Ortsteilen gut durch? Wo hakt es auf den Radwegen und welche Stellen sind aus Fahrradfahrersicht eine völlige Katastrophe? Die Stadt Ahaus will das gerade für ihr Radverkehrskonzept wissen und hat dazu eine interaktive Karte online gestellt. Alle Ahauser sind dazu aufgerufen, Problemstellen darin zu verzeichnen.

Viele Ahauser haben sich schon mit Anregungen für das Radverkehrskonzept in Ahaus beteiligt. Der Verwaltung ist wichtig, ein möglichst breites Stimmungsbild von den Einwohnern zu bekommen.

Viele Ahauser haben sich schon mit Anregungen für das Radverkehrskonzept in Ahaus beteiligt. Der Verwaltung ist wichtig, ein möglichst breites Stimmungsbild von den Einwohnern zu bekommen. © Screenshot

Der Technische Beigeordnete Thomas Hammwöhner und der Fachbereichsleiter Tiefbau, Richard Bömer, haben am Freitag ein erstes Fazit der Bürgerbeteiligung gezogen: Eine ganze Reihe von Vorschlägen sind da schon eingegangen. Hauptkritikpunkte: Unpassende Ampelschaltungen, Gefahren auf dem Radweg etwa an der Königstraße, zu hohe Tempolimits auf Hauptradrouten, Engstellen oder unübersichtliche Kreuzungen.

Planungsradtour

Samstag, 19. September, 11 Uhr Start am Rathaus 8,5 Kilometer entlang eines ausgewählten Abschnitts des Radverkehrsnetzes zusammen mit den Planern vom Gutachterbüro Planersocietät Anmeldung bei Franz Thebelt, E-Mail: F.Thebelt@ahaus.de

Auch viele kleinere Stellen stoßen den Radfahrern in Ahaus sauer auf: hier eine neue Markierung, dort ein abgesenkter Bordstein, andere Sperren an Radwegen oder bessere Ampelschaltungen. Die Übersicht gibt es online auf www.ahaus-fahrrad.de. Bis Ende September können dort noch weitere Vorschläge eingetragen werden.

Radverkehrskonzept bringt Arbeit für viele Jahre

„Das Radverkehrskonzept ist ja ein Prozess, der über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte laufen wird“, erklärt Thomas Hammwöhner. Das bedeute aber nicht, dass nun erst einmal nur in der Theorie gearbeitet wird. „Ich möchte definitiv im nächsten Jahr mit den ersten kleineren Baustellen beginnen“, sagt er. Beispiele wären da eben die nicht ausreichend abgesenkten Bordsteine.

Naherholungsgebiet oder Schleichweg für Autofahrer? Der Ottensteiner Weg rund um das Freizeitgelände am Monte Klamotte soll zur Fahrradstraße umgewidmet werden. Das ist zumindest der Vorschlag vieler Ahauser.

Naherholungsgebiet oder Schleichweg für Autofahrer? Der Ottensteiner Weg rund um das Freizeitgelände am Monte Klamotte soll zur Fahrradstraße umgewidmet werden. Das ist zumindest der Vorschlag vieler Ahauser. © Stephan Rape

Doch auch Ecken, die erst einmal unveränderlich wirken, sollen verbessert werden. Beispiel Königstraße: Der Radweg dort ist förmlich eingekesselt zwischen den Arkaden auf der einen Seite und geparkten Autos auf der anderen. „Warum soll man dort nicht den Autoverkehr verlangsamen und die Fahrradfahrer mit auf der Straße fahren lassen?“, fragt der Technische Beigeordnete. An vielen Stellen müsse neu gedacht werden. Da könne Ahaus auch als Modell für andere Städte dienen.

Vorbild seien ganz eindeutig die Niederlande. Dort werde dem Radverkehr seit Jahren selbstverständlich viel mehr Raum gegeben. Auch große Unterführungen oder neue Brücken sind für Thomas Hammwöhner denkbar. Das seien dann aber natürlich Ideen, die über Jahre entwickelt und finanziert werden müssen.

„Deswegen ist für uns wichtig, dass wir uns jetzt den Rückhalt aus der Bevölkerung holen, dann können wir beispielsweise gegenüber den Aufsichtsbehörden ganz anders argumentieren“, sagt er.

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Klar sei auch, dass es an manchen Stellen für Autofahrer Einschränkungen gebe, wenn der Fahrradverkehr eine stärkere Rolle bekommt. „Auch da müssen wir die Menschen aber mitnehmen und frühzeitig informieren“, sagt er. Gleichzeitig müsse vieles ausprobiert werden: „Man muss nicht sofort etwas bauen“, erklärt auch Richard Bömer.

Perspektive auf den Verkehr in der Stadt soll sich ändern

Insgesamt soll sich die Perspektive verändern: „Bisher ist es so, dass immer die Radfahrer gebremst werden, um dem Autoverkehr Vorfahrt zu gewähren“, sagt Thomas Hammwöhner. Warum solle das nicht umgekehrt werden? Die Mobilitätswende könne langfristig nur funktionieren, wenn der Radverkehr schneller, sicherer, günstiger als eine Autofahrt sei und dann auch noch mehr Spaß mache. „Das ist eine Daueraufgabe. Ein Marathon“, sagt er. Sowohl von der Infrastruktur her, als auch von den Gedanken in den Köpfen der Menschen.

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Ein weiterer Schritt dahin ist eine Planungsradtour: Am 19. September lädt die Stadt Radfahrer zu der rund 8,5 Kilometer langen Tour ein. Wegen der Bestimmungen gegen das Coronavirus sind die Plätze begrenzt. Interessierte sollen sich bei Franz Thebelt per E-Mail (f.thebelt@ahaus.de) anmelden. Um 11 Uhr startet die Tour am Rathausplatz und soll dann entlang neuralgischer Punkte auf den Ahauser Radwegen führen. Dort wird dann über Verbesserungsmöglichkeiten diskutiert.

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