Rat will Einzelhandel und Gastronomie mit 250.000 Euro unterstützen

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250.000 Euro soll über Gutscheine in die lokale Gastronomie und den Einzelhandel fließen. Der Rat hat am Mittwoch einstimmig für den CDU-Antrag gestimmt. Es gibt aber noch offene Fragen.

Ahaus

, 01.05.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Einzelhandel und die Gastronomie in Ahaus und den Ortsteilen sollen in der Corona-Krise mit 250.000 Euro unterstützt werden. Das hat der Rat in seiner Sitzung am Mittwochabend einstimmig beschlossen.

Die Idee ist, „Wir für Ahaus“-Gutscheine mit 25 Prozent des Wertes zu bezuschussen. Also bei einem 100-Euro-Gutschein mit 25 Euro. Das Geld soll aus dem städtischen Haushalt kommen. Die Gutscheine werden von Ahaus Marketing und Touristik verkauft. Für die Gutscheine gibt es in Ahaus und den Ortsteilen viele Akzeptanzstellen in Handel und Gastronomie. Die regulären Ahaus-Gutscheine werden in der Stadt seit Jahren angeboten.

Breite Zustimmung aus allen Fraktionen für Gutschein-Idee

Die CDU-Fraktion hatte das Thema mit einem Dringlichkeitsantrag auf die Tagesordnung gebracht und war auf breite Zustimmung gestoßen. „Wir wollen dafür sorgen, dass die Kaufkraft in Ahaus gebündelt wird“, erklärte CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Vortkamp. „Wir glauben, dass diese Idee genau zur richtigen Zeit kommt“, machte er weiter deutlich.

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Dietmar Eisele (Grüne) hielt die Idee für sehr unterstützenswert. Er betonte, dass dadurch ja nicht 250.000 Euro verschenkt würden, sondern ein Anreiz geschaffen werde, in den Ahauser Geschäften einzukaufen. „Das darf sich natürlich nicht nur auf die Kernstadt beziehen, sondern muss auch in den Ortsteilen ankommen“, sagte er. Auch Andreas Dönnebrink (SPD) hielt den Zuschuss für eine sehr gute Maßnahme. Klaus Löhring (Grüne) warb dafür, auch die Wirtschaftsförderung der Stadt in das Projekt miteinzubeziehen.

Offene Fragen sollen schnell geklärt werden

Einige Fragen bleiben dabei noch offen. Etwa, wie genau die Abrechnung erfolgt, wie lang die Gutscheine gültig bleiben, oder... „Diese Probleme bei der Abwicklung müssen erst noch gelöst werden“, sagte Reinhard Horst (FDP).

Thomas Vortkamp zeigte sich dankbar für die Diskussion. „Wir müssen nun eine praktikable Lösung suchen“, erklärte er. Diese Fragen sollen zwischen Verwaltung und Ahaus Marketing und Touristik nun schnell geklärt werden. Offen ist auch noch, wie die Aktion finanziert werden soll. Einen entsprechenden Deckungsvorschlag soll ebenfalls die Verwaltung erarbeiten.

Fraktionen wollen mögliche Sponsoren suchen

Eine kurze Diskussion kam noch darüber auf, ob mögliche Sponsoren in das Projekt eingebunden werden sollen. Klar war am Mittwochabend, dass sich die Verwaltung nicht auf die Suche nach diesen Sponsoren machen soll. „Wenn die Fraktionen nach Sponsoren suchen, ist das ok“, sagte Andreas Dönnebrink. „Wir können die Akquise machen und das werden wir auch“, erklärte Thomas Vortkamp für seine Fraktion.

Verwaltung sieht in Unterstützung von Vereine noch kein dringliches Thema

Nicht beraten wurden am Mittwoch Unterstützungen für Vereine in der Stadt. Auch die hatte die CDU-Fraktion mit ihrem Antrag eigentlich auf die Tagesordnung bringen wollen. Wie Bürgermeisterin Karola Voß und der Erste Beigeordnete Hans-Georg Althoff erklärten, gebe es bei dieser Frage keine Dringlichkeit. „Die Gemeindeordnung schreibt vor, wie eine Dringlichkeit begründet werden muss. Da haben wir kein Ermessen“, erklärte er.

Beigeordneter Werner Leuker ergänzte, dass die Stadt in engem Kontakt zu den Vereinen stehe. Bisher habe es eine Anfrage für Hilfe durch einen Verein gegeben. Dem habe die Stadt direkt helfen können. Darüber hinaus seien einige Dinge auf Landesebene im Gespräch, die er zunächst abwarten wolle.

Dennoch soll die Verwaltung inhaltlich an einer Unterstützung für Vereine arbeiten. Das forderte Thomas Vortkamp ein. Auch Hubert Kersting (UWG) forderte, dass nun nicht vier Wochen bis zur nächsten Sitzung ungenutzt verstreichen sollen.

Rat tagt unter ungewöhnlichen Umständen

Der Rat tagte am Mittwoch zum ersten Mal seit neun Wochen. Die Verwaltung hatte für die Sitzung Tische über den Großteil der Stadthalle verteilt. „Der Abstand ist so groß, dass keine Gesichtsmasken getragen werden müssen“, erklärte sie. Bürgermeisterin Karola Voß betonte zu Beginn der Sitzung, dass zwar auch in der Zwischenzeit etliche Abstimmungen per Dringlichkeitsentscheidung getroffen wurden. „Dennoch ist die persönliche Begegnung doch etwas anderes“, sagte sie zu den Ratsmitgliedern in der Stadthalle. Weiter machte sie die Bedeutung der politischen Gremien deutlich Aktuell gebe es in der Stadt 18 Infizierte. In der Stadt wie im gesamten Kreis sei also eine insgesamt positive Entwicklung zu beobachten. „Wir müssen aber die Auswirkungen der jüngsten Lockerungen abwarten“, so Karola Voß weiter. Wie es weiter gehe, sei im Moment noch nicht absehbar. Die Ratsmitglieder arrangierten sich schnell mit der ungewohnten Situation. Der weitere Verlauf der Ratssitzung wurde durch die Umstände nicht beeinflusst. Wie Hubert Kersting (UWG) betonte, war seine Fraktion nur in geringer Stärke vertreten. „Viele unserer Mitglieder gehören zur Risikogruppe und nehmen deswegen heute an der Sitzung nicht teil“, sagte er.
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