Das Resultat einer schleichenden Entfremdung

hzKommentar

Ludwig Niestegge wechselt die Fraktion: Aus dem SPD- wird ein UWG-Ratsmitglied. Dazu ein Kommentar von unserem Redakteur Christian Bödding

Ahaus

, 10.09.2019, 17:57 Uhr / Lesedauer: 1 min

Eine riesengroße Überraschung ist der Wechsel von Ludwig Niestegge von der SPD- zur UWG-Fraktion nicht. Der Wechsel ist das Resultat einer schleichenden, zum Schluss offensichtlichen Entfremdung.

Vor fünf Jahren, 2014, wurde Ludwig Niestegge (damals 61) zum SPD-Ortsvereinsvorsitzenden gewählt. Ebenfalls 2014 gelang es ihm, sein SPD-Ratsmandat direkt zu holen.

Damals sagte er, der Ortsverein sei ein Ort der politischen Willensbildung, der Weiterbildung, ein Ort des geselligen Vereinslebens und nicht zuletzt der Bürgeransprache.

Dominante Art

All das muss in den vergangenen Jahren in der Ahauser SPD und vor allem in der Fraktion verloren gegangen sein. 2018 gab Ludwig Niestegge des Amt des Vorsitzenden wieder ab. Jetzt ist Schluss mit der SPD-Ratsarbeit.

Hauptgrund: Die unüberbrückbaren Differenzen zwischen ihm und dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Andreas Dönnebrink. Wie der Fraktionschef intern seine Genossen führt, das kann ich nicht beurteilen. In den Ausschüssen und im Rat tritt jedoch seine bisweilen dominante Art, Politik zu machen, offen zutage.

Ein Freund des Kompromisses – in der Politik oftmals das Ergebnis einer Debatte – ist Andreas Dönnebrink nicht gerade.

Querköpfe und Querdenker

Abweichende Meinungen von Ludwig Niestegge hat er in den vergangenen Monaten vermehrt in den Sitzungen zu hören bekommen. Zum Schluss wohl zu viele – für beide Seiten.

Niestegge, nach außen eher feinfühlig, hat eine neue politische Heimat gefunden. Wie es ihm zwischen all den Querdenkern – und einigen Querköpfen – in der UWG gefallen wird, sehen wir spätestens bei der nächsten Kandidatenaufstellung zur Ratswahl 2020.

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