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Richter kann Schlägerei in Kneipen-Toilette nicht aufklären

Amtsgericht

Mit einer Schlägerei am zweiten Weihnachtsfeiertag bekam es am Montag das Amtsgericht zu tun. Was genau auf der Toilette einer Wirtschaft passiert ist, konnte aber nicht ermittelt werden.

Ahaus

, 15.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Promillegehalt des 24-jährigen Angeklagten aus Ahaus wurde beim vergangenen Stephanussteinigen in einer Wirtschaft in Wüllen nicht festgestellt. Er muss aber erheblich gewesen sein, was der Angeklagte vor dem Amtsgericht in Ahaus auch unumwunden zugab. In diesem Zustand kam es auf der Toilette des Hauses gegen Mitternacht zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Angeklagten und einem 29-jährigen, ebenfalls alkoholisierten Mann. Der 29-Jährige hatte daraufhin Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung erstattet. Im Prozessverlauf stand letztlich Wort gegen Wort: Der Angeklagte gab zu, dass es zu einer Rauferei mit dem Geschädigten gekommen sei. Demnach soll der Geschädigte den Angeklagten an der Krawatte gezogen und diese zugezogen haben. „Ich kriegte keine Luft mehr. Danach bin ich komplett ausgerastet. Das hatte ich noch nie“, schilderte der Angeklagte den Anfang der Auseinandersetzung mit feuchten Augen und brüchiger Stimme.

Schläge ins Gesicht, aber keine Tritte

Währenddessen habe er dem 29-Jährigen auch mehrfach ins Gesicht geschlagen. Der wiederum habe sich ebenfalls mit Schlägen gewehrt. Sein Kontrahent sei schließlich zu Boden gegangen. Bevor er den Raum verlassen habe, habe er ihn aber noch gefragt, ob jetzt alles wieder gut sei. Blut habe er nicht gesehen.

Konsequent verneinte der Angeklagte den Teil der Anklageschrift, der sich auf seine Fußtritte ins Gesicht und an den Kopf des Zeugen bezog. „Ich habe ihn nicht getreten“, betonte der Angeklagte noch einmal. Die Verteidigerin gab zu Protokoll, dass die Mutter des Angeklagten Striemen und Rötungen am Hals ihres Sohnes gesehen habe. Zum Arzt ging er damit allerdings nicht. Der hätte die körperlichen Spuren der versuchten Strangulation für das Gerichtsverfahren attestieren können.

Opfer schildert im Zeugenstand eine andere Variante

Der 29-jährige Ahauser schilderte im Zeugenstand eine andere Variante. Danach seien mit ihm und dem Angeklagten drei Männer auf der Toilette gewesen. Ihnen gegenüber äußerte er sich entrüstet über den heruntergerissenen Papierhalter. Die anderen beiden verließen den Raum und er habe sich allein die Hände gewaschen. Der Angeklagte sei kurz darauf zurückgekommen und habe ihn sofort körperlich attackiert. „Ich habe mich nur gewehrt. Ich habe ihn auch am Hals gedrückt, aber nicht gewürgt oder seine Krawatte zugezogen“, so der Zeuge. Als er zu Boden gegangen sei, habe er 10 bis 15 Fußtritte ins Gesicht und an den Kopf erhalten. Die Folgen waren Prellungen am Kopf, im Gesicht und am Handgelenk. „In der Polizeianzeige steht etwas von nur einem Tritt“, warf die Verteidigerin ein.

Letztlich zog der Richter wegen der gegensätzlichen Aussagen die Notbremse und stellte das Verfahren ein.

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