Risikogebiet Niederlande – was müssen Pendler und Schüler jetzt beachten?

Risikogebiet Niederlande

Auch die ans Westmünsterland grenzenden Provinzen der Niederlande sind vom Robert-Koch-Institut zum Risikogebiet erklärt worden. Wir haben versucht zusammenzustellen, was jetzt zu beachten ist.

Vreden, Südlohn, Ahaus, Legden, Heek, Stadtlohn

, 04.10.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Grenze zu den Niederlanden bleibt offen. Aber zu nicht notwendigen Reisen in das Nachbarland, dessen  Grenzregion zum Westmünsterland seit dem 2. Oktober als Risikogebiet zählt, wird abgeraten.

Die Grenze zu den Niederlanden bleibt offen. Aber zu nicht notwendigen Reisen in das Nachbarland, dessen Grenzregion zum Westmünsterland seit dem 2. Oktober als Risikogebiet zählt, wird abgeraten. © picture alliance/dpa

Das Auswärtige Amt hat nach der Einstufung weiter Teile der Niederlande zum Risikogebiet am Freitagabend um 19.30 Uhr eine Reisewarnung herausgegeben: „Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Niederlande (mit Ausnahme der Provinzen Zeeland und Limburg) sowie nach Aruba und nach St. Maarten wird derzeit aufgrund hoher Infektionszahlen gewarnt.“ Was heißt das aber für berufstätige Pendler, Schüler und Kita-Kinder, die täglich die Grenze passieren?

Was müssen Pendler und Schüler jetzt beachten?

Die Einreise ins Nachbarland ist deswegen nicht verboten. In Quarantäne müssen sich laut Corona-Einreiseverordnung des Landes NRW alle begeben, die sich länger als 24 Stunden in Risikogebieten, also auch den Niederlanden, aufgehalten haben. Das gilt nicht für Berufspendler oder Schulkinder.

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Am Samstag hätten viele Einwohner die Hotline des Kreises Borken angerufen, diese sei auch extra um einen Platz auf fünf aufgestockt worden, wie Kreis-Pressesprecherin Ellen Bulten am Sonntag auf Anfrage der Redaktion mitteilte. Am Samstag hätten sich die Verantwortlichen des Kreises Borken zunächst eingehend mit der am Morgen neu veröffentlichen Verordnung des Landes NRW befasst.

Darin steht auch, dass der Grenzverkehr verfolgbar sein solle. Das Land erhoffe sich wohl für den Fall einer Infektion eine Erleichterung, was Kontaktdaten angehe. Dann sei ein Formular für die Internetseite entwickelt worden, „als schnellstmögliche und unkomplizierte Lösung“, so Ellen Bulten.

Auf der Internetseite hat der Kreis Borken ein Formular freigeschaltet. Der Kreis bittet alle, die sich seit dem 2. Oktober weniger als 24 Stunden im Nachbarland aufgehalten haben, dort ihre Daten zu hinterlassen.

Auf der Internetseite hat der Kreis Borken ein Formular freigeschaltet. Der Kreis bittet alle, die sich seit dem 2. Oktober weniger als 24 Stunden im Nachbarland aufgehalten haben, dort ihre Daten zu hinterlassen. © Winter-Weckenbrock, Anne

Unter dem Unterpunkt „Einreise aus Risikogebieten“ ist auf der Internetseite das Formular eingerichtet. Der Kreis Borken bittet alle, die sich seit dem 2. Oktober weniger als 24 Stunden in den Niederlanden aufgehalten haben und sich nun wieder in Deutschland befinden, dieses auszufüllen. Und ausdrücklich: „Bitte melden Sie sich dazu nicht bei der Hotline des Kreises Borken“.

Die Bitte, sich zu melden, geht also auch an die, die innerhalb des „kleinen Grenzverkehrs“ am Samstag in Winterswijk, Enschede oder Haaksbergen Einkaufen waren.

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In dem Formular werden die Nutzer gebeten, ihre persönlichen Daten und das Rückkehrdatum anzugeben, und ob sie Corona-spezifische Symptome verspüren. Ob sich Pendler täglich eintragen sollen – diese Frage konnte am Sonntag nicht abschließend geklärt werden. Ob das Land noch Feinjustierungen vornehmen wird, bleibt abzuwarten.

Wie erschreckend die Infektionszahlen bei den direkten Nachbarn gestiegen sind, zeigt ein Blick auf das Dashboard der „Twentse Gezondheitsverkenning“: Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt in Haaksbergen bei 209,8, in Losser bei 149,9, in Oldenzall bei 116,2 und in Enschede bei 67. Zum Vergleich: Steigt die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland über die Schwelle von 50 Fällen je 100.000 Einwohnern , müssen die Landesregierungen in einzelnen Städten oder Landkreisen direkt neue Beschränkungen verhängen.

Ergänzung Montag: Der Kreis Borken hat ein Formular auf seine Internetseite gestellt, auf dem sich Berufspendler eintragen sollen. Einmalig. Seit dem 8. Oktober müssen sich Personen, die weniger als 24 Stunden in den Niederlanden waren, auch nicht mehr online registrieren.

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