Das Umfeld des Ahauser Busbahnhofes soll für über 7 Millionen Euro neu gestaltet werden. © Stefan Grothues
Neues Planungskonzept

Rund um den Ahauser Bahnhof soll für 7,44 Millionen Euro alles neu werden

In die Neugestaltungs-Pläne des Ahauser Bahnhofsumfelds kommt Bewegung: Der Planungsausschuss möchte rund 7,44 Mio. Euro dafür ausgeben. Der Beschluss für das aktuelle Konzept war einstimmig.

Bereits vor zwei Jahren hatte der Ausschuss für Stadtentwicklung, Planen und Bauen einstimmig für die so genannte „Vorzugsvariante zur Neuordnung des Bahnhofsumfeldes“ gestimmt. Die Umgebung rund um den Bahnhof ist sogar schon seit 2010 ein Thema in Ahaus.

In den vergangenen zwei Jahren wurden jetzt die ursprünglich grobmaschigen Vorstellungen zusammen mit der Nordhorner Ingenieurgesellschaft Lindschulte weiter konkretisiert und in ein feinmaschiges Konzept gegossen.

Warum aber dauert eine solche Planungsphase so lange? Walter Fleige von der Stadtverwaltung weiß, warum: „Es ist einfach viel zu wenig Platz, eigentlich brauchen wir für das, was gewünscht wird, sehr viel mehr Fläche.“

Dementsprechend sei es „ein Spagat“ gewesen, das alles in einen Plan reinzubringen, der funktioniere und auch gestalterisch etwas her mache. Ist der Spagat gelungen? „Mit Einschränkungen“ sagt Walter Fleige und ist von der aktualisierten Planung überzeugt.

Viele Ideen, wenig Platz

Und die hatte es von Anfang an neben den Platzproblemen mit anderen Herausforderungen zu tun. So ist der Busbahnhof nicht nur ÖPNV-Anlaufstelle, sondern auch Station für den gesamten Schülerverkehr. Walter Fleige: „Das gibt es in keiner anderen Stadt.“ Die Lösung ist Bestandteil des jetzt abgestimmten Konzepts, und auch alle zwischenzeitlich neuen „Erkenntnisse“ zu Mobilität, Klimaschutz und Verkehrssicherheit zum Beispiel seien mit eingeflossen.

Auf für Fahrräder soll es neue Abstellmöglichkeiten geben.
Auf für Fahrräder soll es neue Abstellmöglichkeiten geben. © Stefan Grothues © Stefan Grothues

Herausgekommen sei eine Planung, die den Bahnhof nicht mehr separat betrachte und den ganzen Bereich zu einer „Mobilitätsstation“ forme. Ein Ort, wo laut Fleige „verschiedene Verkehrsträger auf einer Fläche verzahnt werden“. Gleichzeitig soll aber auch die Aufenthaltsqualität aufgewertet werden.

Drei Bausteine haben Priorität

Und dafür sind mehrere Bausteine angedacht, die nicht alle auf einmal umgesetzt werden müssen, aber erst zusammen das Gesamtbild ergeben. An erster Stelle und mit dem größten finanziellen Aufwand (3,76 Mio. Euro) steht die Neugestaltung des Zentralen Busbahnhofs (ZOB).

Zehn Haltestellen in Sägezahnaufstellung (drei an der Mittelinsel und sieben am äußeren Rand des ZOB) stehen im Plan. Ein barrierefreier Einstieg, taktiles Leitsystem und großzügiger Übergang zum Bahnsteig sind weitere Punkte.

Großzügig ist die Überdachung der Haltestellen auf gesamter Länge mit Stützen und Dachkonstruktion aus Stahl angedacht.

So würde nach Vorstellungen der PLaner der neue Ahauser Busbahnhof mit moderner Überdachung aussehen.
So würde nach Vorstellungen der Planer der neue Ahauser Busbahnhof mit moderner Überdachung aussehen. © khp Architekten und Ingenieure © khp Architekten und Ingenieure

Rund 0,73 Mio. sind für Park+Ride, was zur ehemaligen Güterabfertigung verlegt werden soll und 0,44 Mio. Euro für Bike+Ride, das dann an seine Stelle rückt, vorgesehen. Konkret heißt das: 40 P+R-Parkplätze in Schrägaufstellung, Trennung des P+R-Parkplatzes vom Parkplatz Jutequartier durch entgegengesetzte Fahrtrichtung. Grundlage für die Anzahl der Parkplätze (aktuell sind es 56 für Langzeitparker) war eine Bedarfsermittlung, wonach das reduzierte Angebot ausreichend sei.

Zudem geplant: Fünf Kiss + Ride-Stellplätze, drei Taxi-Stellplätze und Mittelstreifen als Querungshilfe und zur Entschleunigung des fließenden Verkehrs sind angedacht. Diese drei Bausteine (ZOB, P+R, B+R) stehen in der städtischen Prioritätenliste ganz oben. Auch deswegen weil sie zu großen Teilen förderfähig sind.

Parallelstraße mit beidseitigem Radweg

Auch die Parallelstraße mit Seitenräumen und Bahnsteigzugang (1,38 Mio. Euro), der Platz vor der ehemaligen Post (0,77 Mio. Euro) und auch die gastronomischen Außenanlagen (ehemals Logo, 0,36 Mio. Euro) gehören zum Konzept.

Der Platz soll multifunktional genutzt werden – für Behindertenparkplätze, Kurzzeitparkplätze (2 Stunden) als Parkfläche, die in die Gesamtgestaltung integriert wird. Besondere Beachtung findet der Radverkehr, zum Beispiel bei den Plänen für einen beidseitigen neuen Radweg an der Parallelstraße.

Die Radstation soll in einem offenen und einem geschlossenen Abstellbereich bestehen mit quadratischer Dachform in Stahl. Vorgesehen sind 30 abschließbare, 20 überdachte Stellplätze und E-Bike-Ladestationen.

Freiräume, Rückzugsorte, Begrünung, Nischen, Spielflächen sollen zudem dokumentieren, dass hier nicht nur Verkehr im Mittelpunkt steht. Im Konzept ist auch von „Treffpunkten und Orten der Kommunikation“ die Rede.

Wie geht es weiter? Neben nachträglichen Baugrunduntersuchungen im ZOB-Bereich soll die Entwurfsplanung finalisiert und die Kostenberechnung vorgelegt werden sowie Förderanträge gestellt werden. Die bisherigen Zahlen von 7,44 Mio. Euro basieren auf einer Kostenschätzung und müssten abgesichert werden.

Nachdem der Planungsausschuss auch dafür Grünes Licht gab, sind abschließend noch die Beschlüsse vom Ausschuss für Verkehr und Umwelt (1. Dezember) und Rat (15. Dezember) erforderlich.

Sobald die Bewilligungsbescheide auf dem Tisch liegen, hat die Stadt zwei Jahre Zeit, um das Projekt umzusetzen.

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