Schlossgarten in Ahaus: Senioren haben Angst vor Straftaten

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Senioren fühlen sich beim Spaziergang im Schlossgarten nicht mehr sicher, sagt die CDU. Es gebe Pöbeleien und jüngst auch eine Straftat. Muss man Angst haben, den Schlossgarten zu betreten?

Ahaus

, 13.12.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie groß ist die Angst, durch den Schlossgarten in Ahaus zu gehen? Bei älteren Ahauser Bürgern scheint sie zugenommen zu haben. Ute Isferding (CDU) berichtete in der jüngsten Ratssitzung von Unsicherheiten und Ängsten aus Reihen der Senioren-Union.

In letzter Zeit würden im Schlossgarten immer wieder Personen angepöbelt. Zudem sei es in der jüngsten Vergangenheit zu mehreren Straftaten im Schlossgarten gekommen. So sei im November ein 22-Jähriger im Schlosspark von zwei Männern mit einem Messer bedroht worden. Das Duo habe die Herausgabe von Bargeld gefordert.

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Solche Vorfälle würden das „subjektive Sicherheitsgefühl“ der Bürger beeinträchtigen, sagte Ute Isferding. Es gebe Unsicherheiten und Ängste.

Damit sich der Schlossgarten weiter großer Beliebtheit bei allen Altersgruppen erfreue, müsse der Aspekt Sicherheit in den Vordergrund rücken. Der Vorschlag der CDU: verstärkte Kontrollen im Schlossgarten, „besonders bei Anbrechen der Dunkelheit“.

„Subjektives Gefühl“

Im Schlossgarten Opfer einer Straftat zu werden, sei ein subjektives Gefühl, erklärte der Erste Beigeordnete Hans-Georg Althoff. Rein nach Faktenlage bestehe dort kein erhöhtes Sicherheitsrisiko im Vergleich zu anderen Plätzen in Ahaus. Das hätte auch ein Gespräch mit der Polizei ergeben.

Lediglich ein Fall zwischen Juli und Dezember 2019 sei dokumentiert. „Die Polizei weiß aber auch, dass es sich um einen subjektiven Angstraum handelt.“ Eine mögliche Maßnahme wäre, ein Sicherheitsunternehmen zur Kontrolle zu beauftragen, erklärte Hans-Georg Althoff. „Das würde Kosten verursachen.“

Hermann Josef Haveloh (WGW) erinnerte an verschiedene Fälle von Vandalismus auf dem Spielplatz im Schlossgarten. „Wir hätten kein Problem damit, hier und da mal eine Kamera aufzustellen.“

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Eine Videoüberwachung des öffentlichen Raumes sei nicht so ohne weiteres möglich, sagte Hans-Georg Althoff. „Das mag in Großstädten und in Kriminalitätsräumen wie einem Bahnhofsbereich möglich sein, aber davon ist der Schlossgarten weit entfernt.“

Der Erste Beigeordnete sprach die Ergebnisse der Kriminalitätsstatistik 2018 an, die von Beamten der Kreispolizeibehörde in einem städtischen Ausschuss Ende Oktober vorgestellt worden seien. „Einen Raum, wo überproportional Verbrechen stattfinden, gibt es hier nicht.“

„Kennt man nur von anderen Parteien“

Hanne Lange (UWG) sah in dem Vorschlag der CDU sogar das Gegenteil dessen, was er bewirken solle. Der Antrag schüre eher Ängste, anstatt für Sicherheit zu sorgen. Hanne Lange wörtlich: „Als ich den Antrag las, dachte ich: Dass die CDU so etwas instrumentalisiert, das kennt man sonst nur von anderen Parteien.“ Die Antwort heiße mehr Zivilcourage statt Überwachung.

Das brachte Christian Rudde (CDU) in Rage. Die Ausführungen von Lange würden jeder Grundlage entbehren, sagte der Christdemokrat. „Wir sind von der Senioren-Union angesprochen worden. Wie man da auf instrumentalisieren kommen kann, erschließt sich mir in keiner Weise.“

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Andreas Dönnebrink (SPD) hielt das subjektive Angstgefühl im Schlossgarten für „wesentlich größer, als wir alle denken. Man muss sich nur mal mit den Menschen unterhalten, die den Schlossgarten abends als Abkürzung nehmen und Angst haben, da durch zu gehen.“ Geld dürfe keine Rolle spielen, wenn es darum gehe, dort die Angst zu senken.

Infos für Senioren

Zuerst wird es aber bei einer kostenlosen Variante bleiben. Wie vor allem den Senioren ein Gefühl von Sicherheit im Schlossgarten gegeben werden kann, darum soll es demnächst in einer Informationsveranstaltung der Polizei gehen. Darauf einigte sich der Rat. Die CDU-Fraktion zog daraufhin ihren Vorschlag zurück.

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