Staatsschutz verpasst Information über Brandanschlag

Ein Versehen

Warum die Polizei und der Staatsschutz Münster vor knapp einem Monat nicht aktuell über den Brandanschlag auf die Flüchtlingsunterkunft in Graes berichtet haben, konnte die Pressesprecherin Angela Lüttmann am Mittwoch nicht mehr erklären. Ganz deutlich sagt sie aber: "Wir kehren nichts unter den Teppich."

GRAES

, 27.01.2016, 18:29 Uhr / Lesedauer: 1 min
Direkt unter dem Fenster der Flüchtlingsunterkunft brannte in der Nacht vor Silvester die bengalische Fackel. Sie konnte jedoch von Anwohnern gelöscht werden, bevor etwas Schlimmeres passieren konnte. Bisher hat es zu dem Vorfall noch keine offizielle Mitteilung gegeben.

Direkt unter dem Fenster der Flüchtlingsunterkunft brannte in der Nacht vor Silvester die bengalische Fackel. Sie konnte jedoch von Anwohnern gelöscht werden, bevor etwas Schlimmeres passieren konnte. Bisher hat es zu dem Vorfall noch keine offizielle Mitteilung gegeben.

Auch bei vergleichbaren Taten auf Unterkünfte in Raesfeld oder Ascheberg habe die Polizei direkt informiert. Normalerweise hätte auch über den Vorfall in Graes aktuell berichtet werden sollen. Sie spricht von einem Versehen. Einzig der geringe Schaden könne ein Grund dafür sein, dass der Fall nicht publik gemacht wurde. "Ich kann mir das jetzt auch nicht mehr erklären", sagt Lüttmann.

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In der Nacht zu Silvester sollen Unbekannte eine sogenannte bengalische Fackel durch ein gekipptes Fenster ins Badezimmer der Flüchtlingsunterkunft an der Alstätter Straße geworfen haben. Dort hatte die Fackel einen Putzlappen entzündet. Durch die starke Rauchentwicklung waren die Rauchmelder ausgelöst worden. Die Bewohner konnten das Feuer schnell löschen, mussten das Gebäude aber wegen der Rauchentwicklung kurzzeitig verlassen.

Unklar: Kam die Fackel von außen?

Unklar bleibt im Moment noch, ob die Fackel durch das auf Kipp stehende Fenster geworfen oder unter dem Fenster abgelegt wurde. "Wir haben keinen Hinweis auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund, können ihn aber auch nicht ausschließen", so Lüttmann weiter. Daher ermittle der Staatsschutz in diesem Fall. Der Fall war am Neujahrsabend bei der Polizei angezeigt worden.

Ehrenamtliche Integrationslotsen aus Ahaus hatten den Fall in einem öffentlichen Gespräch mit der Polizei erstmals öffentlich erwähnt (wir berichteten).

  • Zeugen sollen sich an die Polizei in Münster, Tel. (0251) 2750, wenden.
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