Stadt Ahaus schließt städtische Turnhallen für Schul- und Vereinssport

hzCoronavirus

Die Stadt Ahaus greift wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen zur nächsten Maßnahme: Alle städtischen Turnhallen werden geschlossen. Die Konsequenzen für Tausende Schüler: noch offen.

Ahaus

, 27.10.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Paukenschlag kurz nach den Herbstferien: Die Stadt Ahaus reagiert auf die steigenden Corona-Infektionszahlen und hat mit sofortiger Wirkung alle städtischen Turnhallen für den Schul- und Vereinssport geschlossen. „Dieser Schritt erfolgte in Absprache mit den Schulleitern“, erklärte Stefan Hilbring von der Pressestelle der Stadt Ahaus am Montagnachmittag auf Anfrage.

Jetzt lesen

Diese Regelung gilt zunächst für zwei Wochen bis Freitag, 6. November. Davon betroffen sind zum einen Mannschaften wie die Handballer und Volleyballer des VfL Ahaus oder die Maidy Dogs; vor allem aber auch mehrere Tausend Schüler. Ob der Sportunterricht ersatzlos gestrichen wird oder es Alternativen unter freiem Himmel gibt, stand am Montag noch nicht fest.

Ausreichende Durchlüftung kann nicht gewährleistet werden

Die Stadt begründet den Schritt mit dem Erreichen der sogenannten Corona-Gefährdungsstufe 2, die bei Überschreiten des Sieben-Tage-Indizwertes von 50 in Kraft tritt. Zurzeit könne eine ausreichende Durchlüftung der Hallen von der Stadt als Schulträger und Betreiber der Anlagen „nicht durchgängig und sicher“ gewährleistet werden, teilte die Verwaltung mit.

Jetzt lesen

„Der Gesundheitsschutz für Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen und eine wirkungsvolle Begrenzung von Neuinfektionen ist in dieser Situation höher zu bewerten, als eine ungesicherte Zulassung des Schulsports unter nicht ausreichend geklärten Fragen zur Durchlüftung der Räume. Dies gilt gleichermaßen auch für den Vereinssport“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Canisiusschule mit kirchlichem Träger geht einen anderen Weg. Schulleiter Niels Hakenes erklärte am Montag: „Unsere Lüftungsanlagen sind auf dem neuesten Stand und gerade geprüft. Sie funktionieren einwandfrei. Deshalb wird wieder Sportunterricht stattfinden.“ Die Entscheidung habe man in Absprache mit der Stadt Ahaus getroffen.

Stadt wartet auf CO2-Messgeräte

Bereits vor einiger Zeit hatte die Verwaltung CO2-Messegeräte bestellt, damit die Luftqualität in den Unterrichtsräumen und den Sporthallen verlässlich beurteilt werden kann. Die Lieferung werde im Laufe der Woche erwartet. „Auch mit dem Kreis Borken steht die Stadt in ständigem Austausch“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Gemeinsam wolle man zeitnah die Testungen durchführen und anschließend für jede einzelne Sporthalle festlegen, ob und unter welchen Bedingungen hier Schul- und Vereinssport mit Blick auf die weitere Infektionsentwicklung stattfinden kann. Auf die Nachfrage bei der Stadt, was man unternehme, falls der CO2-Wert in den Klassenräumen zu hoch sein sollte, gab Stefan Hilbring eine einfache Antwort: „Mehr lüften.“

Lesen Sie jetzt