Stadtbibliothek: Längere Öffnungszeiten, aber nicht mehr Besucher

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Ein Jahr lang lief in der Stadtbibliothek eine Probephase mit erweiterten Öffnungszeiten. Über die Ergebnisse informierte jetzt Leiterin Maria zu Klampen.

Ahaus

, 29.09.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 50.000 Medien zur Unterhaltung, Bildung und Information. Bücher, Zeitschriften, Zeitungen, DVDs, Gesellschafts- und Konsolenspiele und mehr. Die Stadtbibliothek im Kulturquadrat hält ein umfangreiches Angebot vor. Ein Jahr lang gab es die Möglichkeit, das Angebot verstärkt in Anspruch zu nehmen.

Von Juli 2018 bis Juni 2019 waren die Öffnungszeiten probeweise verlängert worden. Bibliotheksleiterin Maria zu Klampen berichtete in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses von den Erfahrungen. Ihr Fazit: „Die Verlängerung hat nicht zu mehr Besuchern geführt, aber zu einer längeren Verweildauer der Besucher.“

Erweiterte Öffnungszeiten

Geöffnet hat die Bibliothek dienstags von 11 bis 13 Uhr und 14.30 bis 18.30 Uhr; mittwochs bis freitags von 10 bis 13 Uhr und 14.30 bis 18 Uhr; samstags von 10 bis 13 Uhr. „Im gesamten Regierungsbezirk Münster gibt es nur sieben mit Ahaus vergleichbare Städte, deren Stadtbibliotheken längere Öffnungszeiten haben“, erklärte Maria zu Klampen.

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Mit der Verlängerung der Öffnungszeiten hätten sich die Besucherzahlen an den Wochentagen verändert, erläuterte die Bibliotheksleiterin. War bislang der Dienstag mit Öffnungszeiten bis 18.30 Uhr in der Regel bis etwa 18 Uhr stark frequentiert, so nutzen die Kunden jetzt die späteren Öffnungszeiten an den anderen Wochentagen.

Gleichwohl gilt laut Maria zu Klampen: „Dienstags haben wir nach wie vor die meisten Ausleihen. Donnerstags ist es am ruhigsten.“ Auch die Uhrzeiten mit den meisten Ausleihen weist die Statistik aus: von 11 bis 12 Uhr und von 16 bis 17 Uhr.

Eine weitere Verlängerung der Öffnungszeiten sei ohne zusätzliches Personal nicht möglich, teilte die Stadt mit. Schließlich müsse die Betreuung der Kunden als auch eine Aufsicht gewährleistet sein.

Stadtbibliothek: Längere Öffnungszeiten, aber nicht mehr Besucher

Maria zu Klampen © Stadtbibliothek Ahaus

Mögliche Probleme

„Das vorhandene Personal auszudünnen, hat in anderen Bibliotheken zu Problemen geführt, weil die mangelnde Aufsicht sowohl zu Sachbeschädigungen als auch zu Fehlverhalten geführt hat“, schreibt die Stadt in ihrer Sachdarstellung. Ausgebildetes Fachpersonal, das nur für wenige Stunden angestellt werde, sei schwer zu finden.

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Eine Möglichkeit, die Öffnungszeiten ohne Personal zu verlängern, sei die sogenannte OpenLibrary. Doch sind dafür technische Voraussetzungen erforderlich. So muss zum Beispiel sichergestellt sein, dass nur autorisierte Personen mit einem gültigen Leserausweis Zutritt zur Bibliothek erhalten.

Gemeinsamer Zugang

Die Besonderheit: In Ahaus wird das Foyer gemeinsam von Besuchern der Stadthalle und der Stadtbibliothek genutzt und beide Einrichtungen haben unterschiedliche Öffnungszeiten.

Es müssten also der Zugang zum Foyer und der Zugang zur Stadtbibliothek mit Eingangskontrollen ausgestattet werden. In der Bibliothek selbst müsste ein Kassenautomat aufgestellt werden, Diebstahlschutz, Kameraüberwachung und Aufsichtspersonal sind weitere Punkte.

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Maria zu Klampen berichtete vom Vorhaben der Katholischen öffentlichen Bücherei Vreden, die im kommenden Jahr eine OpenLibrary einrichten will. „Die zu erwartenden Kosten liegen bei rund 37.000 Euro.“ Zu den Folgekosten würden noch keine Zahlen vorliegen.

Die Stadtbibliothek in Ahaus bietet unabhängig von den Öffnungszeiten einen siebentägigen 24-Stunden-Service an. Die Nutzungszahlen sind in den vergangenen Jahren gestiegen.

2017 wurde die Online-Leihe 14.869 Mal aufgerufen, im vergangenen Jahr insgesamt 19.085 Mal. Der Rat soll auf Empfehlung des Ausschusses beschließen, dass die erweiterten Öffnungszeiten beibehalten werden.

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