Stephan Teine macht sich wieder auf den Weg – diesmal tuckert er durch das Münsterland

#teinetuckert

Redakteur Stephan Teine tippelt in diesem Jahr nicht, sondern tuckert durch das Münsterland. Wohin, das können Sie mitbestimmen.

Ahaus, Heek, Legden, Stadtlohn, Südlohn

, 20.08.2019, 18:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stephan Teine macht sich wieder auf den Weg – diesmal tuckert er durch das Münsterland

Klimaanlage, Federung, Automatikgetriebe? Von wegen: Redakteur Stephan Teine tuckert im September mit einem Deutz D15 von 1959 durch das Verbreitungsgebiet. © Markus Gehring

Ich drehe am Schlüssel – nichts passiert. Josef Leuker aus Büren muss lächeln. „So nicht“, sagt er. Er zieht an einem Knopf und schon macht der Diesel des Deutz D15 von 1962 seine ersten, noch etwas müden Umdrehungen. Es schnauft und ächzt ein paar Mal, dann springt er an. Und blubbert ganz ruhig im Standgas vor sich hin.

Stephan Teine macht sich wieder auf den Weg – diesmal tuckert er durch das Münsterland

Mit diesem Deutz D15, Baujahr 1962, mache ich mich im September auf den Weg. Täglich berichte ich dann von unterwegs, was ich erlebe. © Stephan Teine

Josef Leuker, Oldtimersammler aus Stadtlohn-Büren, will mir allen Ernstes für eine Woche seinen Trecker leihen. Und an diesem Vormittag gibt er mir meine erste Fahrstunde. Also dann: Die Kupplung treten und den ersten Gang einlegen. Langsam wieder kommen lassen und das Gespann setzt sich zuckelnd in Bewegung. Geht doch. Wobei Bewegung etwas viel gesagt ist.

Vorwärts im strammen Spazierschritt

Der Traktor zuckelt gerade einmal im strammen Spazierschritt vorwärts. Ich komme nicht drumherum und muss schalten. Also Kupplung treten, den Gang rausnehmen, wieder einkuppeln, etwas Gas geben – schon steht der Trecker wieder. Das, was ich im ersten Moment für das Gaspedal halte, ist tatsächlich die Bremse.

Stephan Teine macht sich wieder auf den Weg – diesmal tuckert er durch das Münsterland

"Traktormeter": Irgendwo hinter diesen zwei Zeigern und sechs Skalen verbergen sich Tacho und Drehzahlmesser. Was ich wo ablese, weiß ich nicht genau. Bei 20 km/h Spitzengeschwindigkeit ist ein Tempolimit aber auch keine Gefahr. © Stephan Teine

Was habe ich mir da eigentlich wieder eingebrockt? Eine Woche werde ich im September mit dem alten Deutz durch das Verbreitungsgebiet unserer Redaktion zuckeln. Werde mir die Landschaft zwischen Ahaus und Südlohn, Heek und Vreden, Stadtlohn und Legden einmal aus der Nähe und vor allem ganz langsam ansehen. Wohin genau, das entscheiden Sie mit: Schicken Sie mir einfach eine E-Mail mit Ihrem Vorschlag und Ihren Kontaktdaten und ich plane die Station in meine Reise ein.

Schalten ohne das böse „Knaaaaaaaarz“

Noch einmal von vorne. Erster Gang, anfahren, auskuppeln, Gang raus, einkuppeln, etwas Gas, kuppeln und den Schalthebel beherzt nach rechts oben – KNAAAAAAARZ – ein böses Geräusch aus dem Getriebe. Irgendwann rutscht der zweite Gang dann doch rein. Der kleine Traktor tut mir fast ein bisschen leid. Er hat es wirklich nicht verdient, so gequält zu werden.

Stephan Teine macht sich wieder auf den Weg – diesmal tuckert er durch das Münsterland

Ein echtes Leichtgewicht: Der Deutz D15 darf gerade einmal 1,6 Tonnen wiegen. © Stephan Teine

Wir fahren weiter. Gegen den Motorlärm ruft mir Josef Leuker irgendetwas wie „Tief kuppeln“ zu. Ich nicke – und habe keine Ahnung, was er mir damit genau sagen möchte. Wir holpern über einen Wirtschaftsweg. Irgendwie bekomme ich auch den nächsten Gang rein. Da der Deutz sowieso nur drei Gänge hat, muss ich mich mit dem Getriebe erstmal nicht mehr befassen.

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Auch den Begriff „Federung“ haben sie bei Deutz 1959 anscheinend irgendwie anders interpretiert, als ich es gewohnt bin. Ich hüpfe auf der Blechschale, die als Sitz dient, ganz ordentlich hin und her. Dabei liegt da schon ein Gartenstuhlpolster – wohl um die schlimmsten Stöße abzufangen.

Sieben Tage unterwegs zwischen Ahaus, Heek, Legden, Stadtlohn, Südlohn und Vreden

Sieben Tage werde ich im September also auf diesem Sitz verbringen. Werde kreuz und quer zwischen Ahaus, Heek, Legden, Stadtlohn, Südlohn und Vreden hin und her fahren. Schlafen werde ich irgendwo, wo ich ein gemütliches Fleckchen Erde für mein Zelt und einen Platz für den Traktor finde. Auf einen Rucksack kann ich diesmal ja zum Glück verzichten: Das Gepäck werde ich schon irgendwie auf dem Traktor unterbringen.

Bis dahin dauert es noch ein paar Tage. Ich biege wieder auf den Hof ein. Die Fahrt hat vielleicht zehn Minuten gedauert. Doch ich habe schweißnasse Hände. Bis zum September muss das noch besser werden.

Sieben Tage, ein Traktor

  • Ab dem 8. September tuckert Stephan Teine mit dem alten Deutz D15 durch das Verbreitungsgebiet unserer Redaktion.
  • Einen festen Ablauf dafür gibt es nicht. Die Eckpunkte der Reise bestimmen die Leser.
  • Von unterwegs berichtet er, was ihm passiert, wen er trifft und wie sich das Westmünsterland vom Bock eines alten Traktors anfühlt.
  • Jetzt und unterwegs ist er per E-Mail, Facebook oder Twitter erreichbar.
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