„Sturmfrei“ am Montag? Kommunen entscheiden kurzfristig - erste Unterrichtsabsagen

Sturmtief "Sabine"

Ab Sonntag gilt für die Region eine Sturmwarnung. Ob am Montag der Schulunterricht stattfindet, darüber ist noch nicht überall entschieden. Erste Unterrichtsabsagen gibt es aber schon.

Ahaus

, 07.02.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Sturmfrei“ am Montag? Kommunen entscheiden kurzfristig - erste Unterrichtsabsagen

Das Sturmtief kann Auswirkungen darauf haben, ob die Schulkinder am Montag den Weg zur Schule antreten müssen oder nicht. In Ahaus wurde der Unterricht bereits komplett abgesagt, in anderen Kommunen werden die Entscheidungen kurzfristig getroffen oder den Eltern überlassen. © picture alliance/dpa

Mit Windgeschwindigkeiten um die Stärke 9 und 10 wird auch im westlichen Münsterland ab Sonntagnachmittag gerechnet. Das Sturmtief "Sabine" soll in seiner größten Stärke wahrscheinlich bis Montagmorgen anhalten. Und damit wäre nicht nur der Berufsverkehr, sondern auch der Schulunterricht betroffen. Insbesondere was den sicheren Weg zur Schule angeht.

Eine Umfrage vom Freitagnachmittag durch die sechs Kommunen im Verbreitungsgebiet hat im Ergebnis unterschiedliche Handlungsweisen als Ergebnis gebracht. Eine Übersicht:

  • Ahaus: Der Unterricht an der Canisiusschule fällt aus. Ebenso fällt der Unterricht an allen Schulen in städtischer Trägerschaft aus - an den Grundschulen in Ahaus und in den Ortsteilen, am Alexander-Hegius-Gymnasium, an der Anne-Frank-Realschule und an der Irena-Sendler-Gesamtschule. Kinder, die zur Schule gebracht werden, werden dort auch betreut. Das ist das Ergebnis einer Abstimmung zwischen den Schulleitungen und dem Schulträger vom Freitagnachmittag. „Ob wir mit dieser Entscheidung richtig liegen, das sehen wir am Dienstag", erklärt dazu Werner Leuker, Beigeordneter der Stadt Ahaus.
  • Heek: In der Dinkelgemeinde bleiben die Schulen am Montag geschlossen.
  • Legden: In der Sekundarschule und in der St.-Brigiden-Grundschule fällt der Unterricht am Montag aus. Das haben die Schulleitungen am Sonntag nach Rücksprache mit der Gemeindeverwaltung mitgeteilt.
  • Stadtlohn: Die Schulleitungen der Grundschulen und der weiterführenden Schulen sowie die Stadt als Schulträger haben beschlossen, dass am Montag kein Unterricht stattfindet. Auch die St.-Anna-Realschule bleibt am Montag wegen des Sturms geschlossen.
  • Südlohn: In Abstimmung mit den Schulleitungen der Grundschulen in Südlohn und Oeding ist entschieden worden, den Unterricht am Montag, ausfallen zu lassen. Für die Schülerinnen und Schüler, die von den Eltern trotz Unterrichtsausfall gebracht werden, wird eine Betreuung in der Schule sichergestellt.
  • Vreden: Die Schulleitungen haben in Rücksprache mit der Stadt Vreden entschieden, dass am Montag kein Unterricht stattfindet.
  • Kreis Borken: In den Berufskollegs und Förderschulen des Kreises Borken fällt am Montag der Unterricht aus.

Eltern übernehmen erste Fürsorgepflicht

Im Falle eines Sturmereignisses zähle erst einmal die Schulpflicht, teilt die Bezirksregierung Münster mit. Bei plötzlichem Eintritt extremer Witterungsverhältnisse entscheiden - zumindest in Nordrhein-Westfalen - die Eltern, ob der Schulweg für ihre Kinder zumutbar ist, volljährige Schüler entscheiden dies selbst. Auch wenn das Schulversäumnis in derartigen Fällen entschuldigt ist, ist in jedem Fall die Schule zu informieren.

Ob die Schule wegen extremer Witterungsverhältnisse geschlossen wird, entscheidet die Schulleitung in Absprache mit dem Schulträger. Der Schulträger ist für die Sicherheit der Schulgebäude und Schulanlagen verantwortlich und für die Schülerbeförderung zuständig. Bei der Entscheidung hat die Schulleitung gemeinsam mit dem Schulträger die konkrete örtliche Situation zu berücksichtigen und eine Abwägung der Gesamtumstände vorzunehmen.

Einheitliche Linie wird empfohlen

Dabei sind neben Sicherheitsfragen das Schulgebäude und das Schulgelände betreffend auch Fragen der Schülerbeförderung, der Vermeidung von Unterrichtsausfall und des bestehenden Betreuungsbedarfes insbesondere für jüngere Schülerinnen und Schüler berufstätiger Eltern mit in den Blick zu nehmen. Empfehlenswert ist es, für alle Schulen einer Kommune eine einheitliche Entscheidung anzustreben.

Lehrkräfte und alle anderen Beschäftigten der Schulen erhalten keine Befreiung. Die Betreuung von Schülerinnen und Schülern, die in die Schule kommen, muss auch im Falle einer Schulschließung gewährleistet sein. Schülerinnen und Schüler dürfen nicht im aufkommenden Sturm nach Hause geschickt werden.

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