Thomas Hammwöhner und sein Blick auf Ahaus

hzStadtgestaltung

Seit Dezember ist Thomas Hammwöhner Technischer Beigeordneter der Stadt Ahaus. Der 39-Jährige hat zahlreiche Projekte vor der Brust – und sich zur Wallstraße schon eine Meinung gebildet.

Ahaus

, 15.01.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es dürfte nicht die schlechteste Wahl gewesen sein: Thomas Hammwöhner hat den Blick auf Gelsenkirchen mit dem Blick auf Ahaus getauscht. Der vormalige wissenschaftliche Mitarbeiter des Gelsenkirchener Stadtbaurats ist seit Anfang Dezember Technischer Beigeordneter der Stadt Ahaus.

Noch sieht es etwas kahl aus in seinem Büro im Rathaus. Zwar hat Thomas Hammwöhner den Schreibtisch von seinem Vorgänger Georg Beckmann übernommen, doch ansonsten erst einmal aufgeräumt.

Keine Aktenberge horten

Die große Regalwand, die den Raum dominierte, ist verschwunden. „Ein paar kleine Schränke sind bestellt“, sagt Thomas Hammwöhner am Mittwoch im Gespräch mit unserer Redaktion. Riesige Aktenberge oder meterlange Reihen voller Aktenordner will er aber nicht horten.

Der Technische Beigeordnete hat moderne Technik in sein Büro einfließen lassen. Auf einem großen Bildschirm an der Stirnwand lassen sich Pläne anzeigen, er kann sie per Maus von seinem Rechner auf den Bildschirm ziehen. Der 39-Jährige will weg vom klassischen Aktenschrank, hin zur elektronischen Akte. An die Wände kommen noch Bilder, ein großer Schwarzplan der Stadt Ahaus zum Beispiel.

Jetzt lesen

Mittlerweile wohnt Thomas Hammwöhner mit seiner Familie in der Kernstadt. Mit seiner Familie hat er vor Kurzem ein Einfamilienhaus bezogen. Die Stadt ist ihm nicht fremd. Thomas Hammwöhner ist in Ahaus aufgewachsen. „Ich kenne vieles von früher“, sagt er. Seine Fußballstiefel hat er bei Eintracht Ahaus geschnürt.

Alte Bekanntschaften frischt er auf; Neues lernt er beruflich wie privat kennen. „Ich bin ja nicht nur Technischer Beigeordneter, sondern auch Bürger. Ich gehe hier Brötchen holen und einkaufen.“ Die Streifzüge sollen sich aber nicht nur auf die Kernstadt beschränken. „Mir sind die Ortsteile genau so wichtig“, sagt Hammwöhner.

Anstehende Projekte

Aktuell bleibt allerdings nicht ganz so viel Zeit für den Gang vor die Tür. Erst einmal gilt es, sich in die Projekte einzuarbeiten und die Kollegen kennenzulernen.

Arbeit gibt es genug in seinem Fachbereich. Die Umgestaltung der Wallstraße, die Innenstadtentwicklung, die Windkraft, der Dorfplatz Alstätte, die Feuerwehr, der Bauhof und die Schulsanierungen sind nur einige von vielen Themen. Am Mittwochnachmittag stand zum Beispiel ein Termin in Sachen Andreasschule an. „So lerne ich die Projekte sukzessive kennen.“

Ideen für die Wallstraße

Zur Umgestaltung der Wallstraße hat sich Thomas Hammwöhner schon Gedanken gemacht. In der Stadthalle werden ab Freitag, 17. Januar, die Wettbewerbs-Ideen zur Neugestaltung präsentiert. Der Siegerentwurf sieht ein grünes Wallband in der Mitte, Parkplätze nur auf einer Seite, eine Skate- und Spielanlage sowie neue Gebäude vor.

„Eine grüne Wallstraße als Grundidee“ hält Thomas Hammwöhner für charmant. „Wir haben ausreichend Stellplätze für die Innenstadt“, sagt er. Das sei unstrittig. „Die Frage ist, wo die Plätze sind. Müssen sie zwangsläufig in der Wallstraße und in dieser Anzahl sein?“

Jetzt lesen

Für Thomas Hammwöhner ist die Wallstraße zu schade, um dort so viele Autos abzustellen. „Ich bin der Auffassung, dass eine Reduktion für die Stadtgestaltung sinnvoll ist.“ Die „grüne Wallstraße“ könne ein Gegengewicht darstellen zur Fußgängerzone mit ihrer doch sehr steinernen, städtischen Optik. „Warum sollten wir gesunde Bäume in der Wallstraße opfern? Wir müssen sie so weit es geht erhalten. Alte Bäume in der Innenstadt haben ihre Qualität.“

Thomas Hammwöhner und sein Blick auf Ahaus

Die Umgestaltung der Wallstraße ist nur ein Thema von vielen, in das sich der neue Technische Beigeordnete Thomas Hammwöhner einarbeitet. Wettbewerbs-Ideen zur Umgestaltung werden am 17. Januar in der Stadthalle präsentiert. © Stadt Ahaus

Akzente setzen will Thomas Hammwöhner auch in Sachen Radverkehr. Dieses Thema liegt ihm am Herzen – schließlich sei Ahaus in eine Radfahrer-Region eingebettet. „Radfahren muss Spaß machen, schnell und sicher sein“, sagt er. „Dann steigen viele aufs Rad um.“

Thema Radverkehr

Der Radverkehr sei ein Zukunftsthema und werde eine immer größere Rolle spielen, zumal sich mit E-Bikes größere Distanzen überbrücken ließen. Die Bandbreite an möglichen Maßnahmen reicht von Bordsteinabsenkungen und der Veränderung von Umfahrsperren bis hin zum Ausbau von Wegen und der Ausweisung von Fahrradstraßen. „Ich würde das gerne mit der Bevölkerung und der Politik diskutieren.“

Lesen Sie jetzt