Trotz Corona-Krise: Werkstätten haben Reifenwechsel-Ansturm im Griff

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Von Ostern bis Oktober läuft die Periode für Sommerreifen. Die Corona-Krise sorgt bei Werkstätten für besondere Abläufe. Die Umsetzung funktioniert, die Kunden bringen Verständnis auf.

Ahaus

, 28.04.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Mit Ende der Osterferien beginnt traditionell auch die Hochphase, in denen Kfz-Inhaber von Winter- auf Sommerreifen wechseln. Gerade bei aktuell frühsommerlichen Temperaturen machen sich die Vorteile des Sommerreifens bemerkbar. Spätestens jetzt sollte ein Termin bei der Werkstatt des Vertrauens gemacht werden. In der Regel werden die Anfragen dann auch zeitnah bearbeitet, die Werkstätten sind darauf eingestellt. Doch ist dies in Corona-Zeiten ebenfalls der Fall – oder stehen die Werkstätten vor besonderen Herausforderungen? Wir haben in Ahaus nachgefragt.

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Grundsätzlich gilt: Werkstätten gelten als systemrelevant, sie durften folglich durchgehend öffnen für sicherheitsrelevante Reparaturen oder auch Reifenwechsel. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Während A.T.U. als größte unabhängige Werkstattkette zum Beispiel dazu wegen Corona fast alle seine Filialen vorübergehend geschlossen hatte, um Schutzmaßnahmen vorzubereiten – mittlerweile ist der Standort an der Wüllener Straße wieder geöffnet –, haben die hiesigen Werkstätten ihre Tore überwiegend auch offen gehalten.

Autowerkstätten sind sytemrelevant

Viele Unternehmen weisen auf die aktuell besonderen Umstände online hin, so dass die Kunden vorbereitet sind. So weist das Autohaus Beresa mit Filiale an der Heeker Straße auf seiner Homepage darauf hin, „dass wir alles daransetzen, auch in diesen turbulenten Zeiten, Ihre Mobilität aufrecht zu erhalten“. Um den Kunden auch in der derzeitig schwierigen Zeit den bestmöglichen Service zu bieten und Kunden sowie Mitarbeiter zu schützen, habe man verschiedene Maßnahmen und Regeln ergriffen.

Diesen folgt man auch bei point S Kamps in der Nachbarschaft an der Heeker Straße. „Wir haben unsere Mannschaft präventiv zweigeteilt, so dass wir bei einem Infekt nicht komplett ausfallen“, berichtet Standortleiter Jens Keen. Die Kunden müssten aufgrund dessen ein wenig mehr Geduld als sonst mitbringen: „Wir stoßen dabei auf großes Verständnis, alle geben ihr Bestes.“

Kunden freunden sich mit besonderen Abläufen an

Dass sich die Kunden mit den besonderen Maßnahmen aktuell „gut arrangierten“, das weiß Jürgen Demmer vom Verkauf bei Reifen Farwick an der von-Braun-Straße zu berichten. Mit Ausnahme der Schutzvorkehrungen – so darf zum Beispiel immer nur ein Kunde den Laden betreten – herrsche „der zu dieser Zeit ganz normale Hochbetrieb“. Auch bei Effing & Bösing in Wüllen sei die besondere Corona-Situation allein an den „gewöhnungsbedürftigen Abläufen“ festzumachen, erklärt Ludwig Wigger aus dem Betriebsbüro. Wenn dann doch einmal ein paar Kunden mehr zur gleichen Zeit anreisten, dann könne „man mit allen gut reden“.

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Ebenso keinen großen Unterschied zu sonstigen Jahren kann Renate Wegener vom Autohaus Ralf Wegener im Fleehook ausmachen. „Es kommt beim Kunden auch sehr gut an, dass unsere Mitarbeiter zum Beispiel beim Ausliefern von Fahrzeugen Mundschutz und Handschuhe tragen. Da ziehen alle klasse mit“, so Wegener. Da man schon immer einen Blick auf gewisse Maßnahmen insbesondere in Sachen Hygiene gelegt habe, könne man die Lage auch beim Autohaus Bleker sehr gut handeln, berichtet Tatjana Neuhäusel (Serviceassistenz). Aus besonderem Anlass würden aktuell beispielsweise vorübergehend wieder Einwegschoner eingesetzt. Auch räumlich habe man die Trennung von Werkstatt und Showroom gut hinbekommen. Zwei Teams würden ganz normal eine 30-Minuten-Taktung bei Reifenwechseln umsetzen.

Termintreue und Pünktlichkeit sind wichtig

Abstände, Zutrittsbeschränkungen, die Desinfektion von Türgriffen oder auch Lenkrädern – auch bei Knubel an der Wüllener Straße hat man entsprechende Maßnahmen ergriffen. Ein „Vorteil“ habe die aktuelle Lage sogar, berichtet Bernd Kortbuß (Service): „Die Kunden werden quasi zur Termintreue erzogen.“ Die Abläufe könnten durch zwei Dinge entscheidend erleichtert werden: frühzeitig einen Termin sichern – das kann bei vielen Werkstätten heute schon online erledigt werden – und pünktlich erscheinen.

Respekt und Wertschätzung seitens der Kunden macht auch Junior-Chef Bernd Wenker vom Autohaus Wenker in Wessum aus: „Die Leute haben aktuell mehr Zeit, bringen trotz der angespannten Lage mehr Gelassenheit mit.“ Diesem Umstand stimmt auch Serviceleiter Michael Alfert vom Autohaus Boomers an der Wüllener Straße bei: „Die Kunden sind verständnisvoller, sie wissen um die besonderen Umstände. Gerade jetzt, bei dem enormen Wetter, wenn alle die Reifen gewechselt bekommen wollen.“

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Unabhängig davon hat man bei Tönnemann an der Heeker Straße auch ein wenig mehr Zurückhaltung bei den Kunden ausgemacht. „ In der aktuell ungewissen Lage beobachten die Menschen die Lage ganz genau“, erklärt Christoph Marfort vom Marketing. Und das ist aufgrund der unübersichtlichen Entwicklung auch wenig verwunderlich...

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