Trotz Insolvenzantrags sind die Zeichen für eine Zukunft der Firma Löbbering positiv

hzInsolvenzeröffnungsverfahren

Die Firma Löbbering ist ein Aushängeschild in Sachen Wintergärten in Ahaus. Dennoch hat Geschäftsführer Stefan Löbbering am 19. Februar Insolvenzantrag gestellt. Er ist aber optimistisch.

Ahaus

, 28.02.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Ja, wir haben die Notbremse gezogen“, sagt Stefan Löbbering, Geschäftsführer der Löbbering Aluminium GmbH und Co. KG., im Gespräch und bestätigt zusammen mit Prokurist Daniel Lösing und dem kaufmännischen Leiter Martin Thunig das anhängige Insolvenzeröffnungsverfahren.

Insolvenzverwalter ist optimistisch

Dass es trotzdem Anlass gibt, die Zukunft des Unternehmens positiv zu sehen, findet auch Rechtsanwalt Holger Domeyer aus Emsdetten (Kanzlei Alpmann & Fröhlich), der vom Amtsgericht Münster zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt wurde: „Ich habe den Eindruck, dass hier hervorragende Arbeit geleistet wird, das Unternehmen hat wirklich einen guten Ruf.“

Jetzt lesen

Der Betrieb laufe aktuell ganz normal weiter, aus der Kundschaft habe man positive Signale bekommen und auch die Mitarbeiter hätten „relativ gut reagiert und ihre Unterstützung zugesagt“. Insgesamt beschäftigt Löbbering 36 Mitarbeiter in Teil- und Vollzeit, 24 davon gehören zum festen Kern. Sie wurden am Dienstag im Rahmen einer Betriebsversammlung über den Insolvenzantrag informiert und auch darüber, dass ihre Gehälter über das Insolvenzausfallgeld gesichert seien.

Die Löhne sind gesichert

Das Amtsgericht Münster habe ihm, so Domeyer, auch ein Darlehen freigegeben, um so auch dafür vorübergehend Liquidität herzustellen. Stefan Löbbering, der, wie er sagt, etliche schlaflose Nächte vor der Entscheidung hinter sich hatte, bekräftigt: „Die Löhne wurden immer pünktlich gezahlt, in den ganzen 30 Jahren bin ich keinem Mitarbeiter auch nur einen Euro schuldig geblieben.“

Gleichwohl hätten ungünstige Entwicklungen der letzten beiden Jahre zu dem jetzigen Schritt geführt. Der Geschäftsführer nennt einige Stichworte: Forderungsausfälle im sechsstelligen Bereich, überhaupt eine sinkende Zahlungsmoral bei einigen Kunden, Konkurrenz durch Billiganbieter und auch Fachkräftemangel. Gleichzeitig brauche auch die bereits eingeleitete Neuausrichtung wie eine neue Produktpalette einfach Zeit und Geld, hätten sich die erhofften Effekte bislang noch nicht im vollen Umfang eingestellt.

Drei Monate für ein Sanierungskonzept

Der vorläufige Insolvenzverwalter Domeyer geht davon aus, dass das Unternehmen saniert werden kann: „Das Unternehmen ist gut aufgestellt und wird gut geführt.“ Drei Monate hat er jetzt im Verfahren Zeit, ein entsprechendes Sanierungskonzept aufzustellen, das die Zukunft der Firma sicherstellt.

Stefan Löbbering, der zusammen mit seinem Vater und einem Bausparvertrag mit dem Unternehmen vor 30 Jahren gestartet ist, vertraut jedenfalls fest darauf: „Da steckt so viel Herzblut drin.“ Die Mitarbeiter trinken am späten Nachmittag, wie immer, ihr Freitag-Feierabend-Bier. Wohl auch ein Hinweis darauf, dass an der Normalität festgehalten werden soll.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt