615.000 Euro für mehr Privatsphäre bei Trauerfeiern in Wessum

hzUmbau Friedhofsgebäude

Das Friedhofsgebäude am Roggenkamp in Wessum soll modernisiert werden. Damit die Trauergäste sich nicht mehr wie auf dem Präsentierteller fühlen, wird die Glasfront verändert.

Ahaus

, 02.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Das Friedhofsgebäude am Roggenkamp in Wessum ist sicherlich ein Hingucker. Die Verbindung aus Glas, Beton und Holz ist „architektonisch interessant, aber für seine Nutzung nicht gerade ideal“, hieß es jüngst bei der Vorstellung der Umbaupläne im zuständigen Fachausschuss.

Die Stadtverwaltung und die katholische Kirchengemeinde haben festgestellt, dass die Friedhofskapelle bei Trauerfeiern an ihre Grenzen stößt. „Der Platz reicht nicht aus“, fasst Norbert Rose das bei einem Ortstermin zusammen. Mit dabei ist sein Mitarbeiter Gregor Verse.

Der bautechnische Zustand des über 35 Jahre alten Gebäudes sei „sicher nicht optimal“, erklärt der Fachbereichsleiter Immobilienwirtschaft. „Aber vordringlich geht es jetzt um die Nutzung.“

„Wie auf dem Präsentierteller“

Die großzügig dimensionierten Glasfronten führen dazu, dass die außenstehende Trauergemeinde den Trauergästen in der Kapelle direkt ins Gesicht schauen kann, „und die Trauernden selbst fühlen sich wie auf dem Präsentierteller“, erklärt Norbert Rose. Die Verwaltung plant deshalb, vor allem die Fensterfassade zu verändern, das Dach selbst bleibt in seiner Form erhalten.

615.000 Euro für mehr Privatsphäre bei Trauerfeiern in Wessum

Das Friedhofsgebäude in Wessum besticht durch seine eigenwillige Architektur. © Christian Bödding

Ein „mikroinvasiver Eingriff“ sei geplant, hieß es im Ausschuss. Die Verwaltung will so viel wie möglich vom Friedhofsgebäude erhalten, das etwa um das Jahr 1983 errichtet wurde. Der Friedhof am Roggenkamp in Wessum wurde nach Angaben der Verwaltung 1980 in Betrieb genommen.

Mehr Platz für Trauernde

Geplant sind mehrere Maßnahmen: „Die Fensterfront wird zurückgesetzt und der Raum dadurch nach außen verlängert“, erläutert Norbert Rose. „Nach dem Umbau bietet die Friedhofskapelle 50 Prozent mehr Platz.“ Der Raum soll dann bis zu 80 Trauergäste fassen, dazu gehören auch Stehplätze. Aktuell können gut 40 Trauernde Abschied nehmen. Die Glasfront werde es auch künftig geben, erklärt der Fachbereichsleiter. „Allerdings mit einem beschichteten Glas. Dann ist der Einblick nicht mehr so möglich.“

Dritter Aufbahrungsraum im Friedhofsgebäude

Im Friedhofsgebäude kommt ein dritter Aufbahrungsraum mit moderner Technik hinzu. Norbert Rose: „Auch die Kühlung der zwei schon vorhandenen Aufbahrungsräume wird verbessert.“

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Im Außenbereich wird das Pflaster vor dem Gebäude großflächig aufgenommen. Grünflächen und Bäume vor dem Ausgangsbereich sollen das Erscheinungsbild auflockern. Geplant ist eine neue Zufahrt über den Roggenkamp, ein Unterstellplatz soll den Friedhofsbesuchern bei regnerischem Wetter Unterschlupf bieten.

615.000 Euro Gesamtkosten

Die Stadt rechnet für den Umbau mit Gesamtkosten in Höhe von 615.000 Euro. Beginnen sollen die Bauarbeiten voraussichtlich im dritten Quartal 2020. Ende dieses Jahres will die Stadtverwaltung die Ausschreibungen veröffentlichen.

Fachbereichsleiter Norbert Rose rechnet mit einer Bauzeit von sechs bis sieben Monaten.

Wie die Trauerfeiern in der Bauphase vonstattengehen, darüber wird sich die Verwaltung noch mit der Kirchengemeinde abstimmen, erklärt Norbert Rose. Möglich sei eine Aufbahrung im Friedhofsgebäude am Rotering in Ahaus und eine Trauerfeier in der Kirche in Wessum.

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