Was als Zulieferer begann, hat mittlerweile beachtliche Dimensionen angenommen: Die Firma HKT produziert sämtliche Möbel aus Holz und stattet demnächst den Landtag in Rheinland-Pfalz aus.

Ahaus

, 16.11.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Zwei Aspekte tauchen immer wieder in den Worten von Karl-Heinz Heisterkamp auf, wenn er über seine Firma spricht. „Wir stellen hochwertige Produkte her und wir sehen uns als Unternehmen mit flachen Hierarchien und einem engen Austausch mit unseren Mitarbeitern“, sagt der Geschäftsführer von HKT aus Ahaus, die im Gewerbegebiet in Wüllen zu Hause sind.

HKT – das steht für Holz- & Kunststoff-Technik. Stellte die Firma früher noch einzelne Stücke für Möbelhersteller her, steht nun die Arbeit in ganz anderen Sphären im Mittelpunkt. Klassenräume für Schulen, Hörsäle für Universitäten und der neueste Coup: der Plenarsaal des Landtages Rheinland-Pfalz, für den das Unternehmen Bodenelemente aus nicht brennbarem Material und die Inneneinrichtung aus Holz produziert und montiert.

„Wollen Komplettpaket bieten“

Mit einem ganz eigenen Konzept will sich das Unternehmen damit von anderen absetzen. „Wir wollen unseren Kunden ein Komplettpaket bieten. Von der Konzepterstellung über die Fertigung bis hin zur Montage – und das unabhängig vom Material“, erklärt der dreifache Familienvater Karl-Heinz Heisterkamp, der aus Bocholt kommt und dort auch lebt. Egal ob Holz, Glas oder Metall: HKT kann die Wünsche der Kunden flexibel umsetzen.

Vom Teilezulieferer zum Komplettpaket: HKT strebt ständig nach Vergrößerung

Für den Parfüm- und Kosmetikkonzern Coty produzierte HKT die Innenausstattung. © Privat

Ganz neu im Portfolio der Firma: Über die Homepage können Interessierte Möbel selbst gestalten. „Wir bieten diesen Service seit Oktober dieses Jahres an. In unserem Eingangsbereich sollen dann zukünftig Ausstellungsstücke stehen“, sagt Sven Liemann, der bei HKT für den Vertrieb zuständig ist.

„Transparenz wird groß geschrieben“

Unverwechselbar wellenförmige Kanten oder eine geradlinige Optik: Die Wünsche des Kunden können individuell umgesetzt werden. Zudem verfügen die Möbelstücke über ein Stecksystem für einen einfachen Aufbau, sodass Schrauben oder zusätzliches Werkzeug nicht benötigt werden. Wer selbst nicht kreativ sein möchte, für den stehen viele Designs für Regale, TV-Möbel und Kommoden auf der Homepage zur Verfügung.

Trotz immer größerer Aufträge und einer stetig steigenden Mitarbeiterzahl ist Karl-Heinz Heisterkamp, der früher lange in der Kommunalpolitik in Bocholt tätig war, das Klima in der Firma wichtig. „Das Thema Transparenz wird bei uns groß geschrieben. Wir wollen stets alle Kollegen über jegliche Entwicklungen informieren – deswegen treffen wir uns regelmäßig in großer Runde.“ Gerade durch das familiäre Miteinander erhalte man trotz Wachstum die Flexibilität.

Vom Teilezulieferer zum Komplettpaket: HKT strebt ständig nach Vergrößerung

Rollbare Regale mit speziellen Fächern: HKT kann ganz individuelle Wünsche von Kunden umsetzen. © Ute Kaiser/null2elf Innenarchitekten


Seit elf Jahren in Ahaus

Wie wichtig der familiäre Aspekt ist, merkt man auch im Unternehmen selbst. Seit 2012 leiten Karl-Heinz Heisterkamp und Christoph Heisterkamp gemeinsam die Geschicke des Unternehmens. Vater und Sohn verfolgen eine langfristige Übernahmeregelung der Firma.

HKT in Ahaus gibt es seit 2008. Als kleiner Zulieferer angefangen, konzentriert sich das Unternehmen anschließend auf das Thema Ladenbau. Doch im Zuge des erstarkenden Onlinehandels schrumpft dieser Sektor und daher sinken die Auftragszahlen. Mit der Zeit vergrößert die Ahauser Firma stetig das Materialspektrum und auch die angebotenen Dienstleistungen nehmen immer weiter zu.

Investitionen im EDV-Bereich

Seit einigen Jahren steht das Thema Brandschutz bei vielen Projekten wie zum Beispiel in Krankenhäusern, Schulen, Kindergärten oder Flughäfen im Fokus. Die Verarbeitung von nicht brennbarem Material in den Baustoffklassen A1 und A2 sind mittlerweile ein größer werdender Bestandteil der Aufträge. In diesem Zusammenhang erhielt das Unternehmen auch den Zuschlag für die Ausstattung des Landtages.

Dass HKT mittlerweile ein Komplettpaket anbieten kann, liegt auch am Ausbau der Digitalisierung – und hängt damit eng mit Christoph Heisterkamp zusammen. Der 34-Jährige gelernte Tischler ist darüber hinaus staatlich geprüfter Holztechniker und brachte viele neue Ansätze mit.

„Unsere EDV ist auf dem neuesten Stand. In diesem Bereich haben wir investiert“, sagt der Juniorchef, der zweifacher Familienvater ist und in seiner Freizeit gern Mountainbike fährt.

Vom Teilezulieferer zum Komplettpaket: HKT strebt ständig nach Vergrößerung

Christoph Heisterkamp (l.) und sein Vater Karl-Heinz Heisterkamp leiten das Unternehmen HKT. © Maximilian Konrad


Belegschaft stets vergrößert

Neben der Einrichtung des Plenarsaals des Landtages arbeitet das Ahauser Unternehmen aktuell unter anderem mit Coty zusammen. Für den Hersteller von Luxusprodukten aus dem Bereich Parfümerie und Kosmetik stellt HKT die Präsentationsmöbel her.

Ein weiteres Projekt: zwei Klassenräume einer Grundschule in Meerbusch. „Hierbei hat jedes Teil des Raumes eine Funktion. Eine Tür ist beispielsweise aus Filz und kann auf diese Art genutzt werden“, erklärt Sven Liemann.

Vater und Sohn Heisterkamp können sich seit Jahren über steigende Mitarbeiterzahlen freuen. Angefangen mit elf Angestellten, besteht die Belegschaft momentan aus 30 Mitarbeitern.

„Momentan beschäftigen wir drei Auszubildende. Die Ausbildung zum Tischler ist dabei eine wichtige Unternehmensphilosophie, da dadurch der Mitarbeiterbestand in der Zukunft gesichert ist“, sagt Christoph Heisterkamp.

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