Vorbild Gronau: So könnte Ahaus den Schlossgarten für eine Landesgartenschau fit machen

hzSchlossgarten in Ahaus

Ideen gibt es viele, wie der Schlossgarten in Ahaus aufgewertet werden könnte. Wir bringen eine weitere ins Spiel: Ahaus als Ausrichter einer Landesgartenschau. 2026 oder 2029.

Ahaus

, 28.05.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wir haben auf der Facebook-Seite der Münsterland Zeitung Ideen für die Nutzung des Schlossgartens gesucht – und es trudeln weiterhin Vorschläge ein. Neben einem Kiosk oder einem kleinen Café werden mehr Veranstaltungen wie zum Beispiel ein „Food-Truck-Festival“ gewünscht. Ralf Kahmen schlägt einen „Irrgarten wie im Park Schönbusch in Aschaffenburg“ vor. Nicole Rogozinski bringt einen „Gemeinschaftsgarten“ in die Diskussion ein.

Im Grün- und Freiraumkonzept der Stadt Ahaus heißt es, dass der Schlossgarten für Touristen und Einwohner „die wichtigste und attraktivste Park- und Grünanlage in Ahaus“ sei und über eine hohe Anziehungs- und Strahlkraft verfüge. Doch werde derzeit das Potenzial noch nicht ausreichend ausgeschöpft und genutzt. „Ein umfassendes Gestaltungs- beziehungsweise Nutzungskonzept fehlt“, heißt es im Konzept der Stadt.

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Wir greifen an dieser Stelle die Ideen aus der Bürgerschaft auf und denken weiter. In größeren Dimensionen. Es lohnt ein Blick zurück in die Vergangenheit, in die Nachbarkommune Gronau. Dort ist die Landesgartenschau Gronau-Losser ein bis heute unvergessenes Erlebnis, obwohl sie schon 16 Jahre zurückliegt. Rund eine Million Menschen flanierten damals durch den Inselpark, standen vor der Pyramide aus Gras oder suchten Abkühlung im Wasserlabyrinth. Wie langfristig und nachhaltig das Stadtbild durch die Landesgartenschau positiv beeinflusst wurde, ist noch heute an vielen Stellen in Gronau zu sehen. Die Anziehungskraft des Inselparks wurde jüngst durch den vom Ahauser Software-Unternehmen Tobit eröffneten Bamboo-Ableger deutlich.

Kamp-Lintfort und Höxter sind Ausrichter

Die nächsten Landesgartenschauen sind 2020 in Kamp-Lintfort und 2023 in Höxter. Das Konzept von Kamp-Lintfort heißt „Kloster, Kohle, Campus“. Eine mitten in der Stadt liegende 25 Hektar große Industriebrache des ehemaligen Bergwerks West wird zu einer Parkanlage umgestaltet. Die Landesgartenschau soll dort den Impuls zu einem neuen Stadtquartier liefern. Die Landesgartenschau bindet das denkmalgeschützte Kloster Kamp über einen zwei Kilometer langen Verbindungsweg entlang eines Wasserlaufs ein.

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Das Konzept der Stadt Höxter sieht unter anderem eine Verbesserung der Weserzugänge in die Innenstadt vor. Geplant ist auch die Aufwertung der Wallanlagen. In Höxter gründete sich im vergangenen Jahr ein „Förderverein Landesgartenschau 2023“. Bei einer Auftaktveranstaltung brachten sich über 350 Bürger mit Ideen und Anregungen ein.

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Doch wie stehen die Chancen für Ahaus als Ort einer Landesgartenschau? Wahrscheinlich besser als gedacht. Zumindest gibt es in den nächsten Jahren keine Mitbewerber aus dem Ruhrgebiet. Sie sind aufgrund der Internationalen Gartenausstellung in der Metropole Ruhr – im Jahr 2027 – für die Landesgartenschauen 2026 und 2029 außen vor.

Von Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser erging Anfang dieses Jahres der Aufruf an Städte und Gemeinden in NRW, Bewerbungen für die Austragung einer Landesgartenschau zu prüfen. „Wir hoffen für die Jahre 2026 und 2029 auf zahlreiche Bewerber, einige Regionen stehen schon in den Startlöchern“, sagte die Ministerin.

Begegnung für Jung und Alt

In der öffentlichen Ausschreibung werden etliche Ziele genannt, die eine Landesgartenschau hat. Einige davon: Barrierefreie Orte der Begegnung für Jung und Alt zu sein, Grün- und Freiflächen auf künftige Anforderungen auszurichten, die Lebens- und Aufenthaltsqualität zu heben und die soziale und kulturelle Eigenentwicklung zu stärken. Das Land stellt Ausrichtern von Gartenschauen grundsätzlich eine Förderung in Aussicht. Die Abgabe der Bewerbung für die Landesgartenschau 2026 muss bis zum 1. November 2021 erfolgen, die Bewerbung für die Landesgartenschau muss bis zum 1. März 2024 beim NRW-Umweltministerium vorliegen.

Kooperation mit Haaksbergen?

Es bleibt also noch Zeit für Vorschläge. Zum Beispiel für eine erneute europäische Nachbarschaftskooperation, wie es Gronau-Losser 2003 vormachten. Damals zog sich das Ausstellungsgelände unter dem Motto „Natürlich unbegrenzte Vielfalt“ bis in die Niederlande. Vielleicht ließe sich eine grenzübergreifende Gartenschau der Partnerkommunen Ahaus-Haaksbergen erreichen? Die Aa könnte als natürliche Verbindung zwischen den beiden Städten aufgegriffen werden. Von der Umsetzung würde nicht nur die lokale Wirtschaft beiderseits der Grenzen profitieren, sondern sicherlich auch der Tourismus.

Alter Baumbestand

Doch wie viel Tourismus kann dem Schlossgarten und Ahaus zugemutet werden?

Eine Leserin fragt uns in einer Mail, ob man beim Projekt „Aufwertung des Schlossgartens“ nicht an eine repräsentative Befragung der Ahauser Bürger denke. Der Schlosspark mit seinem herrlichen alten Baumbestand erfülle einen wichtigen Zweck als grüne Oase, als Hort der Ruhe, schreibt uns die Ahauserin. „Naturnah gestaltet dient er der Artenvielfalt, die die Stadt ja besonders fördern will, und der Erholung und Entspannung der Menschen, ganz ohne kulinarische oder sonstige Ablenkung.“

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