Wassersäcke für Stadtbäume wird es in Ahaus nicht geben

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Die Stadt setzt bei der Bewässerung von Stadtbäumen auf Kunststoffringe, die um die Bäume gelegt und mit Wasser befüllt werden. Den Einsatz von Wassersäcken lehnte der Rat ab.

Ahaus

, 30.06.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Grünen-Ratsherr Dietmar Eisele war leicht missgestimmt: Vor der Ratssitzung hatte die Münsterland Zeitung über den Antrag der Grünen berichtet, Wassersäcke für Stadtbäume anzuschaffen. Die Stadt hatte in dem Artikel geäußert, Wassersäcke seien „nicht praktikabel“, zudem könne es zu Fällen von Vandalismus kommen.

Stadt befürchtet Zerstörungen

Die Stadt, das erklärte Paul Janning vom Fachbereich Tiefbau und Entsorgung, setze auf Bewässerungsringe. „Vandalismus ist kein Argument gegen die Nutzung von Wassersäcken“, stieg Dietmar Eisele in der jüngsten Ratssitzung in die Diskussion ein. Außerdem stehe es einer Verwaltung nicht zu, über den möglichen Einsatz von Wassersäcken schon vorab eine Meinung zu äußern. Eine Einschätzung, die Bürgermeisterin Karola Voß nicht teilte: „Wenn die Presse vor einer Sitzung anfragt, geben wir unsere Einschätzung weiter.“

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Zum Antrag der Grünen erklärte der Technische Beigeordnete Thomas Hammwöhner, dass es Wassersäcke in verschiedenen Größen gebe. Es sei mit Kosten von etwa 25 Euro je Exemplar zu rechnen. Wassersäcke werden um die Bäume gelegt, mit einem Reißverschluss geschlossen und mit Wasser befüllt. „Das Wasser sickert nach und nach in den Boden“, heißt es in dem Antrag der Grünen. Die Stadt nutzt bislang Kunststoffringe, die ebenfalls um die Bäume gelegt und mit Wasser befüllt werden.

Hermann Josef Haveloh (WGW) wollte Grundsätzliches klären. Die Grünen hatten formuliert, Wassersäcke für Stadtbäume anzuschaffen. Haveloh: „Wo fangen Stadtbäume an? Wo hören sie auf?“

Stadt macht gute Erfahrungen

„Wirklich schön sind die Wassersäcke nicht“, meinte Thomas Vortkamp (CDU). „Haben wir Probleme, weil wir das falsche System gewählt haben? Wenn nicht, warum sollten wir ein anderes System nutzen?“ Die Stadt mache gute Erfahrungen mit den Bewässerungsringen, beantwortete Thomas Hammwöhner die Fragen.

Klaus Löhring (Grüne) regte an, parallel zu den Bewässerungsringen auch die Technik mit den Wassersäcken in Ahaus zu installieren. „Es nicht zu tun, fände ich beschämend für die Stadt.“

Rat lehnt Antrag der Grünen ab

Auch Renate Schulte (UWG) und Wolfgang Klein (FDP) sprachen sich für eine Erprobungsphase aus. „Ich sperre mich nicht dagegen, etwas auszuprobieren“, erklärte Thomas Hammwöhner. Gleichwohl entschied der Rat, das Projekt nicht weiter zu verfolgen und lehnte den Antrag der Grünen ab.

Zuvor hatte Andreas Dönnebrink (SPD) seine Meinung kundgetan: „Was in dieser Diskussion fehlt, ist Sachverstand. Ich habe mit einem Gärtner gesprochen. Der Baum wird durch die Bewässerung mit dem Wassersack in seinem Wurzelwachstum behindert.“

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