An solche Bilder müssen wir uns wahrscheinlich gewöhnen: Starkregen überfluten ganze Wohnviertel. © dpa-tmn
Elementarschaden-Versicherung

Wegen Flutkatastrophe: Ansturm auf Hochwasser-Versicherungen in Ahaus

Die Flutkatastrophe beschäftigt die Hausbesitzer in Ahaus. Für Hochwasserschäden kommt ihre normale Wohngebäudeversicherung nicht auf. Viele wollen diese Schutzlücke nun schließen.

Die Bilder aus den Überflutungsgebieten im Süden von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz verunsichern offenbar viele Immobilienbesitzer in Ahaus. Bei solchen Naturkatastrophen zahlt die Wohngebäude- oder Hausratversicherung im Normalfall nämlich nicht. Dafür kommt normalerweise eine gesonderte Elementarschadenversicherung auf.

Nach Angaben der Verbraucherzentrale sind in Deutschland lediglich 46 Prozent aller Privathäuser gegen Naturgefahren versichert. Darunter ist beispielsweise Hochwasser, Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben und Schneedruck zu verstehen.

Die Versicherungsagenturen in Ahaus verzeichnen derzeit eine erhöhte Nachfrage von Immobilienbesitzern, die Fragen zu dem Thema haben: „Jeder guckt derzeit seine Police nach“, sagt Stefan Müller von der LVM-Versicherungsagentur Leuters & Müller. Eine ähnliche Beobachtung macht auch Bernhard Schmeing von der Provinzial Versicherung: „Wir haben derzeit erheblich mehr Anfragen.“

Tatsächlich empfehlen Experten, sich mit dem Thema zu beschäftigen: „Man sollte sich das gut überlegen“, erklärt Stefan Müller weiter. Dabei gehe es nicht nur um das Thema Hochwasser, das seine Kunden auch schon 2013 beschäftigte. Beim Schneechaos 2005 wäre eine Elementarschadenversicherung ebenfalls eingesprungen. Die deckt klassischerweise Schäden an und im Gebäude ab, die durch Naturgefahren verursacht werden.

Der Hausrat müsse im Normalfall über eine entsprechende Elementarklausel in der Hausratversicherung abgedeckt werden, erklärt Bernhard Schmeing. Sturm- und Hagelschäden sowie Schäden nach einem Blitzschlag hingegen sind normalerweise über die Gebäude- und die Hausratversicherung abgedeckt.

„Die Unwetter und Katastrophen werden immer mehr“, warnt Stefan Müller. Allerdings bekommen nicht alle einen Naturgefahren-Schutz, die ihn auch wollen. An Ahr, Mosel und Rhein wiesen die Versicherungen manche Immobilienbesitzer ab – das Schadenrisiko war schlicht zu groß.

Auch in Ahaus schauen die Versicherer genau hin. Bei der Provinzial ist die Stadt in vier Gefahrenzonen aufgeteilt. Wer direkt an der Aa wohnt, muss möglicherweise deutlich höhere Versicherungsprämien bezahlen als in den Vororten.

Immer mehr Menschen wollen sich absichern

Immerhin scheint das Bewusstsein für den Elementarschadenschutz zuzunehmen: Die Statistik des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft (GDW) zeigt, dass gerade nach großen Schadenereignissen mehr Menschen ihr Haus versichern. So seien 2002 lediglich 19 Prozent der Haushalte gegen Hochwasser und Starkregen versichert gewesen.

„Es ist sinnvoll, das jetzt noch zu machen“, rät Provinzial-Agent Bernhard Schmeing. Es gebe bereits einige Versicherer, die keinen Naturgefahren-Schutz mehr anbieten.

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