Das Wüllener Fotostudio „Werkzwo“ hat sich auf Werbefotografie spezialisiert. Die Kulissen baut das Team um André und Ines Winkler komplett selbst. Von der Stange gibt es hier nichts.

Ahaus

, 15.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Von außen wirkt die graue Halle an der Harmate 26a im Wüllener Gewerbegebiet ganz unscheinbar. Nur ein kleines Schild weist darauf hin, dass sich in dieser Industriehalle das Fotostudio „Werkzwo“ von André und Ines Winkler befindet. Man könnte fast meinen, die dezente Verkleidung sei Absicht. Denn umso beeindruckender ist die Wirkung, wenn sich das Rolltor einem das erste Mal öffnet.

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Alles erinnert an ein Filmset. Links die riesige, weiße, selbst gebaute Hohlkehle, rechts eine aus Holzplatten gefertigte Industrie-Kulisse. Dazwischen unzählige Accessoires wie Kissen, Kleinmöbel, Lampen und Kerzenständer aus dem hauseigenen Fundus. „Wir können hier alles fotografieren – es sei denn, es ist ein 40-Tonner“, sagt Ines Winkler und lacht.

Ehepaar Winkler hat sich auf Werbefotografie spezialisiert

Die seit 1999 selbstständige Gestalterin für visuelles Marketing hat sich mit ihrem Mann auf Werbefotografie spezialisiert und sich vor acht Jahren in Wüllen an der Harmate ein Studio eingerichtet. „Ich bin gelernter Kulissenbauer und Fotograf und meine Frau kommt aus dem Bereich ‚visuelles Marketing‘. Irgendwann haben wir überlegt, unsere Bereiche zusammenzuführen und uns gemeinsam selbstständig zu machen“, sagt André Winkler.

Werkzwo mischt mit selbst gebauten Kulissen und riesigem Fotostudio die Branche auf

Ines und André Winkler haben vor acht Jahren das Werbefotostudio "Werkzwo" in Wüllen eröffnet. © Werkzwo

Für Kunden aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz werden in Ahaus oder vor Ort Produkte in Szene gesetzt. Das Besondere: Für jedes Produkt wird bei Bedarf eine ganz eigene Kulisse hergerichtet. „Wir lassen uns von schönen Dingen leiten. Wenn jemand sein Wohnzimmer neu gestaltet, dann möchte er nicht nur das Sofa sehen, sondern auch, wie es in einem voll eingerichteten Raum wirken könnte“, sagt André Winkler.

Seine Schreinerlehre kommt ihm dabei zugute: „In unserer eigenen Werkstatt können wir im Baukastensystem fast jeden Wunsch unserer Kunden erfüllen. Und die Wände für die Kulissen sind so konstruiert, dass sie jeder sehr gut transportieren kann.“ Von riesigen Fenstern bis zur Schiebetür wird alles aus eigener Hand gefertigt. Ein weiterer Vorteil: Fast alles lässt sich wiederverwenden.

Wie aus Zauberhand entsteht ein Katalog-Foto

Wer hinter die Fassaden schaut, kann kaum glauben, welches Ergebnis sich am Ende auf dem Bildschirm oder im Katalog präsentiert. Aus drei Bauteilen, einem Produkt und etwas Deko wird ein Foto, das je nach Kulisse in New York, im Ruhrgebiet oder in Italien entstanden sein könnte. „Das menschliche Auge lässt sich sehr leicht austricksen. Man muss allerdings den richtigen Bildausschnitt wählen und viel Liebe zum Detail mitbringen“, erklärt André Winkler.

Werkzwo mischt mit selbst gebauten Kulissen und riesigem Fotostudio die Branche auf

Sieht aus wie eine modern eingerichtete Wohnung in Italien, das Foto ist allerdings im Studio in Wüllen entstanden. © Werkzwo

Auf eine feste Branche hat sich das Ehepaar dabei nicht festgelegt. „Unsere Kunden kommen aus ganz verschiedenen Bereichen. Wir fotografieren häufig Möbel und Textilien, aber auch Werkzeug und Maschinen. Im Prinzip alle Produkte, die man werbetechnisch in Szene setzen kann“, erklärt Ines Winkler. Denn sie weiß: „Kein Produkt verkauft sich ohne Foto. Wir müssen es schaffen, Emotionen beim Kunden zu wecken.“ Ihrer Kreativität lässt sie dabei freien Lauf. So wird aus einem Koffer schnell auch mal ein Wohnzimmertisch.

„Website ist das Aushängeschild der Betriebe“

Auch im Bereich der Business-Fotografie entwickelt sich Werkzwo stetig weiter. „Die Website ist das Aushängeschild der Betriebe. Dafür braucht es richtig hochwertige Fotos. Auch das Bewegtbild ist immer mehr gefragt“, sagt André Winkler. Deshalb gehören Videoaufnahmen schon lange zum Repertoire. Egal, ob für Image-Videos oder Kampagnen.

Werkzwo mischt mit selbst gebauten Kulissen und riesigem Fotostudio die Branche auf

Diese Aufnahme entstand im Wüllener Fotostudio und nicht in einem Loft mit Industrie-Charme. © Werkzwo

Um immer mit dem Trend zu gehen, ist das Ehepaar Winkler mehrmals im Jahr auf Messen unterwegs. „Wir müssen immer wissen, was gerade angesagt ist. Denn unsere Kunden haben den Anspruch, immer Vorreiter zu sein. Wer da schläft, hat schon verloren“, sagt Ines Winkler. Die Devise von Werkzwo: nie etwas von der Stange verkaufen.

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