Ausgefranste Banketten, Risse in der Fahrbahn, Schlaglöcher: Viele Wirtschaftswege in der Stadt und den Ortsteilen sind in schlechtem Zustand und müssen dringend saniert werden. Eine echte Mammutaufgabe. © Stephan Rape
Verkehr im Außenbereich

Wirtschaftswege sollen 2021 für insgesamt 700.000 Euro saniert werden

Der Verkehr auf den Wirtschaftswegen wird dichter. Doch viele Wege sind in schlechtem Zustand. Insgesamt 700.000 Euro sollen dort 2021 investiert werden. Ein Weg spielt dabei eine Sonderrolle.

6,7 Kilometer Wirtschaftswege sollen in diesem Jahr in Ahaus und den Ortsteilen saniert werden. Dafür plant die Stadt rund 270.000 Euro ein. Beim Blick auf die insgesamt 325 Kilometer Wirtschaftswege, die in der Stadt erhalten werden sollen, ist das nur ein sehr kleiner Teil.

Denn nur etwa 93 Kilometer der Wege seien völlig in Ordnung. So erklärte es Richard Bömer vom Fachbereich Tiefbau der Stadt Ahaus im jüngsten Landwirtschaftsausschuss.

Die Schäden seien dabei auf fast allen Wegen identisch: Durch die großen Lasten, die etwa durch die immer größeren und schwereren Landmaschinen werden die Banketten beschädigt. Dadurch entstehen Risse und Schlaglöcher. Mit der Sanierung sollen die Wege je nach ihrer Klassifizierung deswegen auch verbreitert oder verstärkt werden.

Verwaltung will bei Wegerändern genau hinsehen

Im Zuge der Sanierung will die Verwaltung außerdem prüfen, ob Wegeränder durch Landwirte widerrechtlich genutzt werden. Jedes Jahr schreibe die Stadt drei bis fünf Landwirte an, die etwa Wegeränder mit beackern, obwohl sie das nicht dürfen. „Die Landwirte haben ja selbst ein Interesse daran, die Regeln zu beachten“, erklärte Bürgermeisterin Karola Voß. Dennoch komme es eben hier und da zu Verstößen.

Der Landwirtschaftsausschuss stimmte einstimmig für die angedachten Sanierungen. Einzig ein Teilstück eines Wegs, der parallel zum Düwing Dyk zwischen Wüllen und Stadtlohn verläuft, fiel aus dem Katalog. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, diesen Weg komplett aufzugeben.

Nicht nur die Landwirtschaft, auch immer mehr Fahrradfahrer nutzen die Wege im Außenbereich. Deswegen soll beispielsweise dieser Weg zwischen Wüllen und Stadtlohn auch noch nicht aufgegeben werden.
Nicht nur die Landwirtschaft, auch immer mehr Fahrradfahrer nutzen die Wege im Außenbereich. Deswegen soll beispielsweise dieser Weg zwischen Wüllen und Stadtlohn auch noch nicht aufgegeben werden. © Stephan Rape © Stephan Rape

Stefan Vöcking (CDU) und Hubert Kersting (UWG) sprachen sich aber dafür aus, den Weg zu erhalten. Einerseits weil er landwirtschaftlich noch stark genutzt werde. Andererseits aber auch wegen des Fahrradverkehrs: „Der Weg wird als attraktive Radroute nach Stadtlohn genutzt“, sagte Hubert Kersting.

Landwirtschaftliche Maschinen werden immer größer. Auf den bisherigen Wegen kann es dann schon einmal eng werden. Nach und nach sollen einige Wege deswegen erweitert und verstärkt werden.
Landwirtschaftliche Maschinen werden immer größer. Auf den bisherigen Wegen kann es dann schon einmal eng werden. Nach und nach sollen einige Wege deswegen erweitert und verstärkt werden. © Stephan Rape © Stephan Rape

Auch das ein immer größerer Punkt auf den Wirtschaftswegen: Längst werden die Wege im Außenbereich nicht mehr nur durch landwirtschaftliche Maschinen genutzt. Sie spielen auch eine Rolle für den (Fahrrad-)Tourismus oder das Radwegenetz.

Fördermittel für Ausbau in Sabstätte kommen 2021 nicht

Eine Sonderrolle nimmt bei der Sanierung ein Teilstück eines Wirtschaftswegs zwischen dem Düwing Dyk und der L572 ein: Knapp ein Kilometer wurde im vergangenen Jahr saniert und ausgebaut. Auf über sechs Meter Breite mit zusätzlichen Banketten aus Porenbeton.

Damals vom Land mit rund 250.000 Euro gefördert. Auf eine ähnliche Förderung hatte die Verwaltung auch für dieses Jahr gehofft. Doch die Hoffnung wurde enttäuscht. Weil die Fördertöpfe massiv überzeichnet sind, gab es keine Fördergelder für das Projekt in Sabstätte.

So sollen demnächst mehr Wirtschaftswege aussehen: Auf über sechs Meter Breite erweitert, mit Banketten aus Porenbeton und kleinen Rampen vor Kreuzungen, um den Durchgangsverkehr zu bremsen.
So sollen demnächst mehr Wirtschaftswege aussehen: Auf über sechs Meter Breite erweitert, mit Banketten aus Porenbeton und kleinen Rampen vor Kreuzungen, um den Durchgangsverkehr zu bremsen. © Stephan Rape © Stephan Rape

Rund 430.000 Euro wird der Ausbau des zweiten Teilstücks nun kosten. Der Rat hatte zwar zuletzt entschieden, den zweiten Abschnitt nur anzugehen, falls erneut Fördergelder fließen, doch diesen Beschluss modifizierte der Ausschuss am Ende einstimmig.

Politiker loben Ausbau in Sabstätte

Die Art des Ausbaus wurde von den Politkern durchweg gelobt. Das könne als Beispiel für andere Bereiche in der Stadt genutzt werden. So wurden etwa an den Kreuzungen kleine Rampen eingebaut, um den Durchgangsverkehr zu drosseln. „Wir können uns da viel in den Niederlanden abschauen“, erklärte Richard Bömer. Man könne den Durchgangsverkehr ohnehin nicht komplett verlagern. „Wir wollen aber auch keine Rennstrecken bauen“, machte er weiter deutlich.

Der Ausbau des ersten Abschnitts zwischen L572 und Düwing Dyk kam bei den Politikern im Landwirtschaftsausschuss gut an. Auch wenn es 2021 keine Fördermittel gibt, soll der zweite Abschnitt genauso ausgebaut werden. Kostenpunkt: rund 430.000 Euro.
Der Ausbau des ersten Abschnitts zwischen L572 und Düwing Dyk kam bei den Politikern im Landwirtschaftsausschuss gut an. Auch wenn es 2021 keine Fördermittel gibt, soll der zweite Abschnitt genauso ausgebaut werden. Kostenpunkt: rund 430.000 Euro. © Stephan Rape © Stephan Rape

„Wir dürfen uns nichts vormachen“, sagte der Technische Beigeordnete Thomas Hammwöhner schließlich. Ausbau und Instandhaltung der Wirtschaftswege seien eine Daueraufgabe für die Stadt. Günter Benölken vom Fachbereich Tiefbau ergänzte: „Wir haben den Sanierungsbedarf. Wenn wir damit warten, verschlimmert sich die Lage nur.“ Natürlich versuche die Stadt weiter, Fördergelder zu bekommen. „Darauf dürfen wir uns aber nicht verlassen“, machte er deutlich.

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Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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