Von nitratarm bis eisenhaltig: Wasseranalyse in Ahaus brachte spannende Erkenntnisse

hzWasseruntersuchung

Wie es um die Qualität ihres Wassers steht, wollten viele Menschen aus Ahaus und Umgebung wissen und brachten ihre Proben zum Testen. Die Resultate waren sehr erkenntnisreich.

Ahaus

, 25.10.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schlange vor dem Gebäude am Krefters Spieker ist lang. Sehr lang. So lang, dass einige Leute über 45 Minuten warten müssen, bis sie am Anfang der Schlange angelangt sind. Wer jetzt denkt, es gibt was umsonst, liegt falsch. Vielmehr müssen die Menschen, die anstehen, noch dafür bezahlen, was sie wollen.

Der Grund des Interesses der Leute: eine Analyse ihres Wassers. Die Arbeitsgruppe für Umwelttoxikologie (AFU) aus Gütersloh testet die mitgebrachten Proben. „Wir untersuchen in erster Linie das Wasser der Eigenversorger - sprich: der Menschen, die einen eigenen Brunnen im Garten haben. Daher ist die Prüfung vor allem für Bürger geeignet, die regelmäßig verpflichtet sind, ihr Wasser untersuchen zu lassen“, sagt Frank Müller von der Arbeitsgruppe.

Nitratgehalt steigt

Der Nitrat-Gehalt und der pH-Wert sind die Daten, auf die es am Donnerstagnachmittag ankommt. Geduldig erklärt der Biologe, was die einzelnen Werte zu bedeuten haben. „Ein zu hoher Nitratwert ist für Menschen und Tiere nicht gut.“ Der Nitratgehalt des Wassers sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Der Grund für die erhöhten Nitratwerte liegt für den Biologen auf der Hand: „Die Überdüngung mit Gülle.“

Viele Proben weisen zudem auch einen hohen Eisengehalt auf, was oft an der rotbräunlichen Farbe zu erkennen ist. Zudem stellte eine Frau in der Schlange fest: „Unser Wasser stinkt. Daher will ich wissen, ob wir das trotzdem für unsere Pflanzen nutzen können oder ob es schädlich ist.“ Das Ergebnis: Nein, das Wasser ist unproblematisch für den heimischen Garten. Damit geht die Ahauserin, die seit vier Jahren im Ort lebt und einen Brunnen auf ihrem Grundstück hat, zufrieden und ohne Sorgen nach Hause.

AFU von Studenten gegründet

Ein Senior aus Stadtlohn hat gleich zwei Proben aus seinen zwei Brunnen dabei. „Ich will wissen, ob das Wasser aus meinen Brunnen immer noch Trinkwasserqualität hat und besser ist als die Stadtlohner Quelle.“ Auf das Resultat muss der ältere Herr aber noch warten. Frank Müller wird die Proben mitnehmen und im Labor untersuchen.

Der Biologe gehört seit 2001 der AFU an und führt regelmäßig etwa zehn Analysen pro Monat durch. Die AFU besteht seit 1991. Damals haben Studenten der Universität in Bielefeld die Arbeitsgruppe für Umwelttoxikologie gegründet.

Ziel ist es, Umweltanalytik und umweltrelevante Themen der Öffentlichkeit verständlich zu machen.

Nach einer Stunde leert sich das Gebäude langsam. Drei Leute stehen noch an und warten auf ihre Ergebnisse. Die Erkenntnis des Tages für Frank Müller: „Das Wasser hat keine Trinkwasserqualität, ist aber letztlich für das Gießen im eigenen Garten unbedenklich.“

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