Am Penny-Markt in Bergkamen gibt es bereits einen Hinweis, dass Discounter wegen der Ausgangssperre früher schließt. © Michael Dörlemann
Ausgangssperre

Geschäfte in Bergkamen und Kamen schließen spätestens um 21 Uhr

Die Lebensmittel-Geschäfte in Bergkamen und Kamen passen ihre Geschäftszeiten an die Ausgangssperre an, die der Kreis Unna erlassen hat. In vielen ist aber shoppen bis zur letzten Sekunde möglich.

Ein Blick auf die Öffnungszeiten der Geschäfte im Nordbergcenter zeigt: Wer hier shoppen geht, der muss sich wenig Gedanken machen, dass er zu spät vom Einkaufen nach Hause kommt und gegen die nächtliche Ausgangssperre verstößt, die der Kreis Unna erlassen hat – es sei denn, er ist ein Lidl-Kunde. Alle anderen Geschäfte in dem Einkaufszentrum schließen zum Teil schon deutlich früher.

Wer bei Rossmann oder Netto im Nordbergcenter einkauft, für den ist der Einkauf ohnehin schon spätestens um 20 Uhr beendet. Bei „Schuh Okay“ sind die Kunden sogar schon zu den Heute-Nachrichten um 19 Uhr zuhause, sofern sie aus der näheren Umgebung kommen. Das Schuhgeschäft hat seine Öffnungszeiten ohnehin schon drastisch reduziert und schließt um 18 Uhr. Die Bekleidungskette „kik“ hat sogar ganz geschlossen und weist auf den Online-Einkauf hin.

Im Nordbergcenter in Bergkamen schließen fast alle Geschäfte ohnehin schon einige Zeit vor 21 Uhr – bis auf Lidl. Der Discounter schließt auch weiterhin um 21 Uhr, auch wenn die Kunden dann schon zu Hause sein müssen. © Michael Dörlemann © Michael Dörlemann

Bei vielen anderen Supermärkten ist das aber durchaus anders. Kaufland und Penny in Bergkamen und Kamen sowie einige Netto- und Rewe-Märkte sind sonst auch nach 21 Uhr noch geöffnet. Aldi und Lidl schließen meist um Punkt 21 Uhr – zu spät für die Kunden, um direkt nach Ladenschluss noch pünktlich zuhause zu sein, ohne gegen die Ausgangssperre zu verstoßen.

Auf Anfrage teilen alle mit, dass sie sich nach der Ausgangssperre des Kreises richten wollen. Wann sie genau schließen, ist aber oft nicht einfach herauszubekommen, weil darüber die Pressestellen der jeweiligen Konzerne informieren.

Auch der Aldi-Markt an der Geschwister-Scholl-Straße behält den Ladenschluss um 21 Uhr bei. © Michael Dörlemann © Michael Dörlemann

Die Netto-Pressestelle weist zwar in einer Anfrage, wann ihre Märkte schließen, darauf hin, dass sich der „Netto Marken-Discount alle von Bund und Ländern vorgegebenen Maßnahmen“ richtet. Eine Unternehmenssprecherin weist aber lediglich darauf hin, dass sich die Kunden bei den jeweiligen Filialen über die Öffnungszeiten informieren sollen.

Einige Geschäfte, wie dieses Schuhgeschäft, haben die Öffnungszeiten ohnehin verkürzt oder sind ganz geschlossen. © Michael Dörlemann © Michael Dörlemann

Einfacher ist das bei den Rewe-Märkten, die private Betreiber haben. Die beiden Rewe-Märkte am Nordberg in Bergkamen und am Roggenkamp schließen ohnehin vor 21 Uhr. Rewe Littau in Oberaden hat die Öffnungszeiten ohnehin schon von 21 Uhr auf 20.30 Uhr verkürzt. „Später ist ohnehin kaum noch jemand gekommen“, heißt es. Rewe Ahlmann in Kamen-Methler will den Ladenschluss auf 20.30 Uhr vorverlegen. Bei den Rewe-Märkten, die von der Rewe-Zentrale in Dortmund betreut werden, war die Ladenschlusszeit zunächst noch nicht klar. Am Nachmittag teilte die Pressestelle von Rewe Dortmund mit, dass die Märkte um 21 Uhr schließen, wenn die Ausgangssperre gilt.

Normalerweise schließt der Penny-Markt an der Landwehrstraße erst um 21.30 Uhr. Einige Märkte, auch von anderen Discountern, sind sonst sogar bis 22 Uhr geöffnet. © Michael Dörlemann © Michael Dörlemann

Bei Aldi, Lidl und Penny können die Kunden bis zur letzten Sekunde einkaufen, bevor die Ausgangssperre beginnt. Lidl will die Ladenschlusszeit bei 21 Uhr belassen, wie die Konzernzentrale in Bad Wimpfen bestätigte. Das gilt wohl auch für Aldi. Der Leiter der Filiale an der Geschwister-Scholl-Straße in Bergkamen bestätigte das. Die Mitarbeiter hätten Bescheinigungen, dass sie von der Arbeit kommen, wenn sie nach 21 Uhr nach Hause fahren.

Kaufland will alle drei Filialen in Bergkamen und Kamen ab diesem Montag um 21 Uhr schließen, auch wenn die Kunden sie früher verlassen müssen, um rechtzeitig zu Hause zu sein. Das gilt auch für die Penny-Märkte in beiden Städten. „Wir wollen den Kunden, die zum Beispiel in unmittelbarer Nähe der Märkte wohnen, auch einen kurzfristigen Einkauf ermöglichen“, begründete Penny-Sprecher Andreas Krämer, warum die Märkte erst in letzter Sekunde schließen.

„Wir müssen reden“: Live-Talk zur nächtlichen Ausgangssperre im Kreis Unna am Dienstag, 20. April, ab 19 Uhr unter www.hellwegeranzeiger.de/wirmuessenreden

Über den Autor
Redaktion Bergkamen
Geboren 1960 im Münsterland. Nach dem Raumplanungsstudium gleich in den Journalismus. Mag Laufen, Lesen, Fußball und den BVB ganz besonders. An den Bergkamenern liebt er ihre Offenheit. Die Stadt ist spannend, weil sie sich im Strukturwandel ganz neu erfinden muss und sich viel mehr ändert als in anderen Städten.
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