Hobby-Imker Jan Wippich zeigt auf dem Handy Fotos von den Bienenstöcken, die Unbekannte in Overberge gestohlen haben. © Marcel Drawe
Kriminalität

Mit Video: Diebe stehlen Imker aus Bergkamen 180.000 Bienen

Eigentlich dachte Imker Jan Wippich, dass seine Bienenvölker in dem Wäldchen in Overberge sicher sind. Ein Irrtum. Diebe stahlen drei Bienenstöcke samt Inhalt. Und sie kamen noch einmal wieder.

Als der Hobby-Imker Jan Wippich um Ostern herum Farbschmierereien an seinen Bienenstöcken in Overberge entdeckte, dachte er an Graffiti von Jugendlichen. Inzwischen ist er sich da nicht mehr so sicher: Unbekannte haben ihm in den vergangenen Tagen drei der Kästen mit Bienenvölkern gestohlen. Das sind rund 180.000 Insekten.

Um einen Dummen-Jungen-Streich handelt es sich dabei ganz scher nicht: „Das waren Leute, die sich auskennen“, sagt Wippich. Laien würde es wohl kaum schaffen, die Bienen abzutransportieren, ohne dabei massiv gestochen zu werden. Außerdem schlugen offenbar Wiederholungstäter zu.

Nach dem Diebstahl in der vergangenen Woche stellte Wippich am Montag fest, dass er erneut bestohlen wurde: Diesmal fehlten zwei Honigräume samt Inhalt. Die Bienen, die sich in den Rahmen befanden, lagen größtenteils tot neben den verliebenen vier Bienenstöcken.

Die Bienenkästen standen in Overberge

Tatort ist das Wäldchen neben dem Sportplatz an der Hansastraße in Overberge. Dort hatte Rentner Wippich seine Bienen gezüchtet. Mit Einverständnis der Stadt Bergkamen, der das Gelände gehört.

Um weiteren Diebstählen vorzubeugen, hat Wippich die Bienen, die ihm geblieben sind, aus Overberge weggebracht. Ein Bienenstock steht im Garten hinter seinem Haus in Bergkamen-Mitte, die anderen hat er an sicheren Orten untergestellt. Die Tatzeitpunkte kann Wippich ziemlich genau eingrenzen, weil er derzeit jeden Abend bei seinen Bienen ist: „Es herrscht Schwarmzeit“, sagt er.

Inzwischen hat Jan Wippich die verbliebenen Bienenstöcke an sicheren Orten untergebracht. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Als er am 10. Mai in das Wäldchen kam, war noch alles Ordnung. Am 11. Mai fehlten die drei Bienenstöcke. Spuren im Gras wiesen darauf hin, dass die Täter ihre Beute mit einer Sackkarre und dann mit einem Fahrzeug abtransportiert haben. Den zweiten Diebstahl bemerkte Wittich am Montag.

Die Polizei hat häufiger mit Bienen-Diebstählen zu tun

Natürlich hat Wippich Anzeige bei der Polizei erstattet. Allzu viel Hoffnung, dass die die Täter ermittelt, hegt er aber nicht. Polizeipressesprecher Bernd Pentrop bestätigt die Einschätzung, nach der die Diebe ganz gezielt vorgegangen sind. Die Polizei habe öfter mit Diebstählen bei Imkern zu tun. Offenbar lassen sich die Bienenvölker zu Geld machen.

Hobby-Imker Wippich beziffert den Schaden auf mehr als 1000 Euro. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Den materiellen Schaden an Tieren und Material beziffert Wippich auf über 1000 Euro. Die Dieben haben nicht nur die Bienen, sondern auch rund 100 Kilogramm Honig mitgehen lassen. Eine Versicherung zahle dafür nicht. „Das ist ein teures, aber auch sehr schönes Hobby“, sagt Wittich. Umso mehr schmerzt ihn der Verlust seiner Bienenvölker. „Ich hatte schon als 15-Jähriger Bienen“, sagt er. Vor fünf Jahren, als der Ruhestand vor der Tür stand, hat er wieder mit der Imkerei angefangen.

Nun sucht er eine neue Fläche für seine Bienenstöcke, etwa auf einem Bauernhof. Am liebsten würde er sie wieder in Overberge aufstellen, denn dort seien die Bedingungen für seine Bienen besonders gut, sagt er.

Wenn er einen neuen Standort gefunden hat, will Wippich mehr auf die Sicherheit seiner Bienenstöcke achten. Und auf mögliche Warnsignale. Während er die Farbschmierereien an Ostern als Graffiti betrachtete, mutmaßte seine Frau, dass es sich auch um Markierungen für einen später geplanten Diebstahl handeln könnte. Wippich tat das ab. Inzwischen sieht der Hobby-Imker das anders.

Jan Wippich ist zu erreichen unter Tel. (02307) 2873338, 0152/09345979 oder per Mail jan.wippich@gmx.com

Über den Autor
Redaktion Bergkamen
1967 in Ostwestfalen geboren und dort aufgewachsen. Nach Abstechern nach Schwaben, in den Harz und nach Sachsen im Ruhrgebiet gelandet. Erst Redakteur in Kamen, jetzt in Bergkamen. Fühlt sich in beiden Städten wohl.
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