Borussin Leonie Kockel läuft in der kommenden Saison für einen Liga-Konkurrenten auf

BVB-Handball-Frauen

Schon in der vergangenen Woche gab die Handball-Abteilung des BVB bekannt, dass Leonie Kockel den Verein am Ende der Saison verlassen wird. Jetzt ist klar, wohin es die Linkshänderin zieht.

Dortmund

, 13.02.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
Borussin Leonie Kockel läuft in der kommenden Saison für einen Liga-Konkurrenten auf

Leonie Kockel wird in der kommenden Saison nicht mehr für den BVB auflaufen. © Ludewig

Leonie Kockel ist schon wieder unterwegs. „Ich bin gerade auf dem Weg nach Hause“, erklärt die 20-Jährige. Während des Telefonats mit der Redaktion ist die Linkshänderin auf dem Rückweg von einem Lehrgang mit der U20-Nationalmannschaft in Kaiserau. Am Wochenende hatte sie in der zweiten Mannschaft des BVB noch beim Sieg gegen Leverkusens Reserve in der 3. Liga ausgeholfen, nach dem Lehrgang in Schwarz-Rot-Gold stehen jetzt wieder die Trainingseinheiten mit der schwarzgelben Bundesligamannschaft auf dem Plan.

Die Trikotfarben von Leonie Kockel werden ab der kommenden Saison aber andere sein. Die 20-Jährige, die im vergangenen Sommer die BVB-A-Jugend noch zur Deutschen Meisterschaft geworfen hatte, wird ab der nächsten Spielzeit für Ligakonkurrent Bensheim auflaufen.

Borussin Leonie Kockel läuft in der kommenden Saison für einen Liga-Konkurrenten auf

Leonie Kockel wird ab der Saison 2020/2021 im Trikot von Bensheim/Auerbach auflaufen. © Flames Handball

Das bestätigte der Bundesligist am Mittwoch, nachdem die Borussia Kockels Abgang schon in der letzten Woche bekannt gegeben hatte. „Wir sind sehr glücklich, eine weitere junge Spielerin in unseren Reihen begrüßen zu können, ich freue mich sehr auf die Arbeit mit Leonie“, erklärt Bensheim-Trainerin Heike Ahlgrimm in einer Pressemitteilung. Es sei eine Auszeichnung für die „Flames“, ein Talent wie Kockel für den Verein zu begeistern, „dies bestärkt uns abermals, unseren eingeschlagenen Weg weiter zu gehen“, so Ahlgrimm. Die Ex-Nationalspielerin sei Kockel im Gespräch sofort sympathisch gewesen, bestätigt die Noch-Borussin am Mittwoch. „Heike ist eine sehr gute Trainerin und ich freue mich auf die neue Herausforderung“, verrät die Rückraum-Spielerin.

Kockel: „Ein kleiner Schritt zurück ist jetzt das Richtige für mich“

Der Hauptgrund für Kockel, den Verein zu verlassen, für den sie über sechs Jahre gespielt hat und bei dem ihre Karriere begonnen hat, sind die Spielanteile. „Als junge Spielerin“, erklärt Kockel, „ist es für mich einfach unglaublich wichtig, Spielanteile zu bekommen.“ Die gab es für die 1,75 Meter große Handballerin beim mit Weltmeisterinnen gespickten BVB zuletzt eher selten – und wird es in Zukunft wahrscheinlich auch nicht häufiger geben.

„Dortmund geht einfach einen anderen Weg, es wird für mich mit den Spielanteilen nicht leichter werden“, sagt Kockel und spielt damit auf die beiden Neuzugänge Delaila Amega (TuS Metzingen) und Tessa van Zijl (Blomberg-Lippe) sowie die mehr als wahrscheinliche Teilnahme der BVB-Handballerinnen im internationalen Geschäft an.

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„Ein kleiner Schritt zurück“, sagt Kockel mit Blick auf die Tabelle – die Bensheimer rangieren aktuell auf dem achten Tabellenplatz (12:16 Punkte) – sei für sie momentan das richtige. Auch in Bensheim will die gebürtige Wittenerin um Spielanteile kämpfen. Trotz allem: „Natürlich ist beim Wechsel auch ein bisschen Wehmut dabei“, sagt die Linkshänderin darüber, dass sie den BVB verlassen wird. „Ich weiß schon gar nicht mehr, wie lange ich dabei bin, ich war 13 oder 14, als ich zum BVB gewechselt bin“, erinnert sie sich. In Schwarzgelb hat die Dortmunderin dann so viel erlebt, wie andere Sportler in ihrer gesamten Laufbahn nicht erleben.

BVB-Spielerin Leonie Kockel orientiert sich auch beruflich neu

Über die Westfalenauswahl und den Länderpokal ging es für Kockel in die Jugendnationalmannschaft, zum Gewinn der Deutschen A-Jugend-Meisterschaft 2019 bis in die Bundesligamannschaft der Borussen. „Das sind alles Erlebnisse, die für mich immer mit dem BVB verbunden sein werden“, sagt die 20-Jährige, die seit November mit Schmerzen in der Schulter zu kämpfen hatte und deshalb länger nicht auf der Platte stand. „Mittlerweile ist da aber alles wieder topfit“, sagt die Linkshänderin, die auch trotz Verletzung in dieser Saison wahnsinnig viel dazu gelernt hat. Zum einen durch die neuen und international erfahrenen Spielerinnen der Borussia, zum anderen durch Trainer André Fuhr. „André ist ein richtig guter Trainer, ich habe mich unter ihm nochmal richtig weiterentwickelt“, sagt Kockel, die auch in der U20-Nationalmannschaft von Fuhr trainiert wird.

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Weiterentwickeln will sich die Handballerin natürlich auch in Bensheim – und das nicht nur im sportlichen Bereich, Kockel wird auch ein Fernstudium beginnen: „Ich studiere Sportmarketing und Sportjournalismus“, erklärt die 20-Jährige, die im Sommer nach Südhessen umziehen wird – das macht ihr aber keinen Stress. „Wir schauen im Frühjahr dann mal, wo es genau hingeht, aber ich bin da ganz offen.“

Nach Wohnungen umschauen könnte sich Kockel schon am nächsten Samstag. Dann dann geht es für die BVB-Handball-Frauen zum Bundesliga-Auswärtsspiel nach Bensheim. Wenn André Fuhr Kockel mitnehmen sollte und die Nationalspielerin nicht wieder in der zweiten Mannschaft aushilft, wäre es bei ihrem zukünftigen Arbeitgeber am Samstag sicher „eine interessante Situation“, sagt Kockel und lacht.

Bis dahin ist aber noch ein bisschen Zeit: Den Mittwochabend nach dem Nationalmannschafts-Lehrgang hatte Kockel ausnahmsweise mal frei – bevor es dann wieder zum Training mit der Bundesligamannschaft geht. Das schwarz-rot-goldene Trikot tauscht sie dann wieder gegen schwarzgelb, bevor es im Sommer dann rot-weiß wird.

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