Frauenhandball

BVB aus der Quarantäne – Nach geschenkten Punkten steht fest, wann der Titel gefeiert werden könnte

Der Saisonendspurt ist eingeläutet. Fünf Spiele stehen für die BVB-Handballerinnen noch an. Und der Titel ist zum Greifen nah. Es steht fest, wann der Titel gefeiert werden könnte.
BVB-Spielerin Kelly Dulfer hat ihren Trainer André Fuhr in der niederländischen Presse hart kritisiert. © Ludewig

Wenn alles gut geht, dann kann es schon Ende der kommende Woche soweit sein. Die Handballerinnen des BVB könnten vorzeitig Deutscher Meister sein, vorausgesetzt sie gewinnen am Mittwoch (5. Mai) gegen den Thüringer HC und am Samstag gegen Halle-Neustadt (8. Mai). Dann darf nach dem Abpfiff in der Halle Wellinghofen gefeiert werden – natürlich Corona-konform und ohne Fans. Der einzig verbliebene Verfolger Bietigheim besäße bei sieben Punkten Rückstand auch theoretisch keine Chance mehr auf die Meisterschaft.

Unter normalen Umständen wäre es schon der zweite DM-Titel

Und da waren es nur noch Vier. Genau vier Punkte fehlen den BVB-Handballerinnen noch, um zum ersten Mal in ihrer Historie Deutscher Meister zu werden. Zumindest ganz offiziell. Denn eigentlich wäre es für die Borussia ja schon der zweite Titel. Doch im Gegensatz zum Tabellenführer der Männer-Bundesliga wurde der BVB im Vorjahr nicht zum deutschen Meister erklärt. Die Begründung vor einem Jahr wirkte wenig plausibel.

Wird auch kommende Spielzeit für Borussia Dortmund auflaufen: Alina Grijseels (l.). © Ludewig © Ludewig

Dann halt dieses Jahr, schienen sich die BVB-Verantwortlichen um Abteilungsleiter Andreas Heiermann, seinen Anfang April verstorbenen Stellvertreter Andreas Bartels und Trainer André Fuhr gesagt zu haben. Doch Borussen-Trainer Fuhr sieht sich noch nicht am Ziel, warnt vor dem erstarkten Thüringer HC, der am Mittwoch in Wellinghofen zu Gast ist. Vor gut zehn Tagen ging’s für viele Spielerinnen erneut in Quarantäne, da Linksaußen Jennifer Gutiérrez Bermejo positiv auf das Coronavirus getestet worden war. „Die erste Quarantäne war gerade vorbei, da mussten wir bereits zum zweiten Mal in Quarantäne. Dazwischen lagen nur drei Trainingstage”, schildert André Fuhr die missliche Situation. Jennifer Gutiérrez Bermejo gehe es nach Aussage von Fuhr gut: „Sie hatte nur leichte Symptome, befindet sich aber noch in Quarantäne.“

Glücklicherweise mussten nicht alle Spielerinnen in die häusliche Isolation. Die beiden DHB-Auswahlspielerinnen Alina Grijseels und Johanna Stockschläder sowie die Niederländerinnen Kelly Dulfer, Inger Smits, Merel Freriks, Yara ten Holte und Rinka Duijdam hatten keinen Kontakt zu Bermejo und konnten in dieser Woche wieder trainieren. „Das war eine anstrengende, aber auch gute Trainingswoche, wegen der kleinen Besetzung ist die Intensität natürlich höher“, so Fuhr, der ab Samstag vor einer ungewohnten Situation steht. Dann muss er die Spielerinnen, die auch in die zweite Quarantäne mussten, wieder an Diejenigen, die nicht in Isolation waren, heranführen. „Das muss alles sehr vorsichtig passieren. Denn klar ist auch, dass sie kein handballspezifisches Training im heimischen Wohnzimmer ausüben konnten. Und das vier Wochen lang“.

Noch fünf Spiele in dreieinhalb Wochen bis zum Saisonende

Nicht nur die vergangenen Wochen waren turbulent, auch die kommenden dreieinhalb Wochen bis zum Saisonfinale haben es noch einmal in sich. Fünf Spiele stehen noch an. Die für den heutigen Samstag angesetzte Partie gegen Bensheim/Auerbach ist bereits vor einer Woche abgesagt worden und wird mit 2:0 Punkten für Schwarzgelb gewertet. Nach den Spielen gegen Thüringer HC (5. Mai) und Halle-Neustadt (8. Mai) geht es am 12. Mai nach Bad Wildungen, am 22. Mai kommt die SU Neckarsulm und am Dienstag, 25. Mai, fährt der BVB zur letzten Liga-Partie nach Blomberg. Die Partie wurde im Laufe der Saison bereits x-mal verschoben.

„Wir sind bislang super durchgekommen. Aber jetzt ist Corona endgültig in der Bundesliga angekommen. Deshalb müssen wir im Liga-Endspurt noch disziplinierter sein, die Kontakte wirklich einfrieren, keine Quer-Kontakte haben. Unser Motto muss heißen: Augen zu und durch“, appellierte Fuhr an die Spielerinnen, keinerlei Risiko einzugehen, um einen möglichen erneuten positiven Corona-Fall in der Mannschaft zu weit wie möglich auszuschließen.

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