Hochkaräter zu Gast bei der Rückkehr ins Wohnzimmer

DORTMUND Am 3. Januar hat Thomas Happe seine BVB-Handballerinnen nach der Feiertagspause erstmals wieder zum Training versammelt. Happe durfte erfreut feststellen, dass offenbar alle ihre Hausaufgaben gemacht hatten – das ist vor allem deshalb wichtig, weil gleich der Start ins neue Jahr ein Bonbon parat hält.

von Von Dirk Krampe

, 11.01.2008, 16:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hochkaräter zu Gast bei der Rückkehr ins Wohnzimmer

Spielt gegen ihre Schwester: Miranda Robben (Mitte).

Wenn am Sonntag (16 Uhr) auch die letzten Reste der Feierlichkeiten nach Abschluss der Hallenfußball-Stadtmeisterschaften beseitigt sein werden, kehren die Zweitliga-Handballerinnen in ihr „Wohnzimmer“ zurück. Und empfangen dort den SV Garßen-Celle. Keinen geringeren als den Tabellenzweiten und den einzig verblienen ernsthaften Verfolger des BVB. Ein mageres Pünktchen trennen die Kontrahenten.^

Happe mit Respekt

Dortmunds Gegner hat bereits Spielpraxis sammeln können am vergangenen Wochenende, als man den TSV Travemünde mit 29:20 besiegte. Es war der neunte Erfolg der Niedersachsen in Serie. Nicht diese Tatsache aber flößt Happe Respekt ein. „Celle stellt generell eine starke Mannschaft, die gerne Konter über die starken Außen fährt und konsequent mit hohem Tempo spielt“, sagt Dortmunds Trainer. Mehrere Video-Aufzeichnungen hat er mit der Mannschaft angesehen, auch eine vom Sieg des SV in der Vorwoche. Hat die starken Außen Katrin Loyek, Jolanda Robben und Josephine Techert analysiert, auch die Stärken der Kreisläuferin Walerie Galouza gesehen. Und daraus eine taktische Marschroute entwickelt: „Es gilt vor allem, die Tempogegenstöße zu verhindern.“ Hört sich simpel an, ist aber schwer umzusetzen. „Ich kann ja schlecht unsere Außen bei eigenem Angriff hinten an der Mittellinie postieren.“

Reife bewiesen

Also wird wichtig sein, vorne konsequent zum Abschluss zu kommen. Dass Rechtsaußen Friederike Lütz nach ihrem Ermüdungsbruch weiter Schmerzen im Fuß verspürt und noch ausfällt, passt Happe, der die noch 19-Jährige auch als defensiv feste Größe vermisst, da gar nicht. Der große Rest aber – bis auf die langzeitverletzten Katharina Suhr und Christina Lickfeld – ist voller Tatendrang. „Im Training sind alle motiviert.“

Mit dem Sieg kurz vor Weihnachten im Pokal gegen Erstligist Oldenburg hat der BVB Reife bewiesen und kaum drei Tage später in Greven auch, dass er mit Müdigkeit in den Beinen den inneren Schweinehund überwinden kann. Sonntag ist der Druck freilich ein ganz anderer: Es geht gegen einen beinahe gleichwertigen Gegner, der wie Dortmund aufsteigen will. Happe aber sagt ohne Wenn und Aber: „Wir wollen unsere Position ausbauen.“