Meister durften die BVB-Frauen nicht werden. Jetzt der nächste Tiefschlag

BVB-Handball-Frauen

Die erste deutsche Meisterschaft der Klubgeschichte war ihnen nicht vergönnt. Jetzt wurden die BVB-Handballerinnen auch noch um die Chance gebracht, Pokalsieger zu werden.

Dortmund

, 23.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Autsch! Nicht nur die Absage der Pokal-Endrunde schmerzt die BVB-Handballerinnen. Im ersten Testspiel der Saison beim TuS Lintfort verletzte sich Neuzugang Tina Abdullah am Wurfarm, sie fällt drei bis vier Wochen aus.

Autsch! Nicht nur die Absage der Pokal-Endrunde schmerzt die BVB-Handballerinnen. Im ersten Testspiel der Saison beim TuS Lintfort verletzte sich Neuzugang Tina Abdullah am Wurfarm, sie fällt drei bis vier Wochen aus. © Stummbillig

Mit dem Begriff „Meister der Herzen“ kann Andreas Heiermann, Abteilungsvorstand der Bundesliga-Handballerinnen von Borussia Dortmund, nichts anfangen: „Das haben mir schon einige gesagt. Aber ich bin Sportler, ich will spielen. Auf einen Ehrentitel kann ich verzichten“.

Nachdem die Handball-Bundesliga Frauen (HBF) die Borussinnen als damaligen Tabellenführer auf ihrem Triumphzug zu ihrem ersten nationalen Titel jäh ausgebremst hatte – die Saison wurde coronabedingt abgebrochen und kein Meister gekürt –, erhielten die Schwarzgelben jetzt den nächsten Nackenschlag.

Angeblich Termin-Schwierigkeiten

Die HBF sagte auch das „Olymp Final4“ in Stuttgart, die Pokalendrunde der letzten Vier, für die sich TuS Metzingen und der Thüringer HC, (erstes Halbfinale) sowie Frisch Auf Göppingen und Borussia Dortmund qualifiziert hatten, komplett ab. HBF-Geschäftsführer Christoph Wendt begründete die Absage so: „Die Entscheidung, unser Saison-Highlight endgültig abzusagen, fällt uns sehr schwer, denn nur zu gern hätten wir den Zuschauern und unseren Partnern ein Final4 2020 präsentiert. Die derzeitigen Einschränkungen wie auch fehlende terminliche Alternativen lassen dies jedoch nicht zu.“


Der Gesetzgeber habe für Baden-Württemberg Veranstaltungen mit mehr als 500 Personen bis mindestens 31. Oktober untersagt. Davon sei auch die Porsche-Arena als Austragungsort des Final4 betroffen. Trotz aller Bemühungen sei aufgrund des engen nationalen und internationalen Spielkalenders kein anderweitiger Termin für eine Austragung in 2020 gefunden worden, so die HBF.

Termin vor Saisonbeginn

Der BVB-Abteilungschef mag dieser Argumentation aber auch gar nicht folgen, hatte er dem Verband doch zuvor einen eigenen Vorschlag unterbreitet, die Endrunde noch zu retten: „Wir hatten mit der Arena in Hamm einen Austragungsort und mit Ende August auch einen optimalen Termin direkt vor Saisonbeginn angeboten. Das wurde leider ausgeschlagen. In unseren Augen hat die HBF eine immense Chance verpasst, den Frauen-Handball nach der langen Pause wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken.“


Andere Sportarten hätten es vorgemacht, dass Veranstaltungen mit wenigen oder auch ohne Zuschauer durchaus sportlich hätten durchgeführt werden können, so geschehen beim DFB-Pokalfinale der Fußball-Männer und -Frauen oder das in Turnierform ausgetragene Finale in der Basketball-Bundesliga. „Wir hätten als Borussia Dortmund bei der Erstellung eines Hygienekonzepts auch von den Erfahrungen unserer Fußballer profitieren können. So läuft unser Bemühen um mehr Professionalität in unserem Sport ins Leere“, so Andreas Heiermann.

Fuhr vermisst „kreative Lösungen“

Auch BVB-Trainer André Fuhr kann die Final4-Absage nicht nachvollziehen: „Das ist das Aushängeschild der Liga, und es hätte sicher kreative Lösungen gegeben, die Durchführung zu sichern, zum Beispiel den Umzug in ein anderes Bundesland mit weniger restriktiven Vorschriften“. Der 49-Jährige richtet aber sogleich den Blick nach vorn, denn „ich bin froh, dass es nach der viermonatigen Pause endlich wieder losgegangen ist. Wir haben sechs mit Bedacht ausgewählte Neuzugänge, und nach den ersten Tagen zeigt sich schon, dass sie gut in unser Teamgefüge passen“.

13 Testspiele in der Vorbereitung

Sein siebenwöchiger Vorbereitungsplan sieht täglich zwei Trainingseinheiten, eine Woche Trainingslager in Dänemark, 13 Testspiele und ein Turnier vor. Am Freitag treten die BVB-Frauen beim Liga-Konkurrenten in Blomberg an, allerdings ohne Neuzugang Tina Abdullah, die beim Test gegen den Zweitligisten TuS Lintfort auf den Wurfarm fiel und nun drei bis vier Wochen pausieren muss. So darf Junioren-Nationalspielerin Jana Haas mit dem Profikader nach Dänemark fahren, wo unter anderem mit Testspielgegner Odense der erste BVB-Gegner in der Champions League 2020/21 auf die Borussinnen wartet.

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