Neuzugänge überzeugen - BVB-Frauen müssen aber an einer Sache dringend arbeiten

BVB-Handball-Frauen

Die BVB-Handball-Frauen stecken mitten in der Vorbereitung auf die kommende Saison. Vor dem Start in die neue Spielzeit müssen die Borussinnen aber eine Sache dringend verbessern.

Dortmund

, 20.08.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Übernimmt schon jetzt Verantwortung auf dem Feld: BVB-Neuzugang Delaila Amega im Testspiel gegen Nottwill

Übernimmt schon jetzt Verantwortung auf dem Feld: BVB-Neuzugang Delaila Amega im Testspiel gegen Nottwill © Ludewig

Wären Fans in der Halle gewesen, hätten sie wahrscheinlich zweimal hinsehen müssen. Jennifer Rode, die gerade zum 16:8 getroffen hat, läuft grinsend zu Clara Monti Danielsson und Tina Abdulla und klatscht ihre Kolleginnen ab. Eine Szene, die es in der Halle Wellinghofen bisher noch nicht gab. Aber beim 37:19-Testspiel am Samstag gegen den Schweizer Klub Nottwill zeigen die Neuzugänge der BVB-Handballerinnen, dass die schwarzgelben Fans sich in der kommenden Saison auf sie freuen dürfen.

Und auch Trainer André Fuhr weiß, was er an seinen neuen Spielerinnen hat – gegen Nottwill stehen mit Tina Abdulla, Tessa van Zijl, Clara Monti Danielsson und Jennifer Gutiérrez Bermejo gleich vier von ihnen in der Start-Sieben, im Spielverlauf kommen auch Jennifer Rode und Delaila Amega über lange Strecken zum Einsatz. „Wir haben die Spielanteile bisher immer gleich verteilt“, erklärt Fuhr, „das wollten wir mit der Personalplanung ja auch erreichen – uns in der Breite zu verbessern.“

Das hat die Borussia eindeutig geschafft. Von Anpassungsschwierigkeiten ist am Samstag auf dem Feld überhaupt nichts zu sehen: Clara Monti Danielsson bekommt starke Zuspiele an den Kreis, Jennifer Gutiérrez läuft mit präzisen Pässen von Torhüterin Isabell Roch einen Gegenstoß nach dem anderen, Oranje-Spielerin Delaila Amega sagt von der Mitte aus die Spielzüge an. Auf die Frage, ob es so einfach ist, wie es aussieht, muss Gutierrez Bermejo lachen. „Nein, auf keinen Fall“, erklärt die spanische Linksaußen, „es ist immer schwer, sich in einem neuen Team einzufinden“. Bermejo ist insgesamt zwar zufrieden mit dem Auftritt gegen Nottwill, aber „wir müssen noch daran arbeiten, weniger Fehler zu machen.“

BVB-Frauen müssen noch an der Chancenauswertung arbeiten

Damit spricht die Spanierin einen der wenigen Makel an, die der Bundesligist am Samstag zeigt – die Chancenauswertung. Mal setzt Alina Grijseels einen Unterwarmwurf neben das Tor, dann wirft Jennifer Rode der Nottwill-Torhüterin einen Ball in die Arme, und Bermejo setzt einen Heber über das Tor. „Es ist tatsächlich so“, bestätigt auch Fuhr, „dass wir unsere Chancen nicht mit aller Konsequenz nutzen.“ Das sei in der Vorbereitung zwar auch ein Stück weit normal, aber trotzdem müsse man daran arbeiten, „weil man sowas sonst auch mal ganz gerne mit in die Saison nimmt“.

Das Bundesliga-Team der BVB-Handball-Frauen für die Saison 2020/2021: (o.v.l.) Tessa van Zijl, Jennifer Rode, Merel Freriks, Clara Monti Danielsson, Inger Smits, Alina Grijseels, Dana Bleckmann, Johanna Stockschläder, Torwart-Trainerin Clara Woltering, Trainer André Fuhr, Co-Trainer Andreas Kuno. (u.v.l.) Kelly Vollebregt, Delaila Amega, Isabell Roch, Rinka Duijndam, Kelly Dulfer, Tina Abdulla, Jennifer Gutiérrez Bermejo.

Das Bundesliga-Team der BVB-Handball-Frauen für die Saison 2020/2021: (o.v.l.) Tessa van Zijl, Jennifer Rode, Merel Freriks, Clara Monti Danielsson, Inger Smits, Alina Grijseels, Dana Bleckmann, Johanna Stockschläder, Torwart-Trainerin Clara Woltering, Trainer André Fuhr, Co-Trainer Andreas Kuno. (u.v.l.) Kelly Vollebregt, Delaila Amega, Isabell Roch, Rinka Duijndam, Kelly Dulfer, Tina Abdulla, Jennifer Gutiérrez Bermejo. © Ludewig

Vor allem gegen die starken Gegner, die in der Champions League auf den BVB warten, wird volle Konzentration gefragt sein. Auch im Testspiel gegen CL-Teilnehmer HB Metz am vergangenen Freitag, das beim Stand von 21:19 für die Gäste wegen Wasser, das in die Halle tropfte, abgebrochen wurde, haperte es an der Chancenauswertung. „Wir haben uns durch vier vergebene Großchancen selbst in Schwierigkeiten gebracht“, sagt Fuhr, der abgesehen davon zufrieden war. Metz sei dem BVB noch in einigen Bereichen überlegen gewesen, das habe sein Team aber mit seiner Qualität in der Abwehr und im Umschaltspiel kompensieren können.

André Fuhr: „Da haben wir zu wenig Konsequenz gezeigt“

Ihre defensive Stärke zeigten die Borussinnen, die streckenweise eine 5:1-Deckung mit Kelly Dulfer auf der Spitze spielten, auch gegen Nottwill. Einzig mit dem 29:23-Testspielsieg gegen Liga-Konkurrent Bad Wildungen am Mittwoch zuvor war Fuhr nicht zufrieden. Nach einer frühen 12:3-Führung habe sich der „Schlendrian“ ins BVB-Spiel geschlichen, so Fuhr. „Da haben wir zu wenig Konsequenz gezeigt.“

Die BVB-Frauen und ihre Neuzugänge haben also noch ein paar Hausaufgaben zu erledigen, bevor die Saison startet. In der Zwischenzeit dürfen sich die schwarzgelben Fans schonmal darauf freuen, Jennifer Rode, Tina Abdulla, Clara Monti Danielsson und Co. bald das erste Mal live zujubeln zu können.

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