Nichts für schwache Nerven: BVB-Frauen holen die ersten zwei Champions-League-Punkte

BVB-Handball-Frauen

Die BVB-Handball-Frauen gewinnen ihr Champions-League-Spiel in Kroatien mit 26:25 (15:14) gegen Podravka Vegeta. Bis zur letzten Sekunde stand der Sieg allerdings auf der Kippe.

Dortmund

, 26.09.2020, 18:35 Uhr / Lesedauer: 3 min
Die BVB-Frauen haben ihre ersten zwei Punkte in der Champions League geholt.

Die BVB-Frauen haben ihre ersten zwei Punkte in der Champions League geholt. © Borussia Dortmund

Die Borussinnen schrien ihre Freude nach dem Abpfiff heraus und tanzten in einer schwarzgelben Jubeltraube um den Mittelkreis: Der BVB kehrt mit den ersten zwei Champions-League-Punkten zurück aus Kroatien. Der 26:25 (15:14)-Sieg am Samstagnachmittag gegen HC Podravka Vegeta war aber nichts für schwache Nerven.

„Das hat schon Nerven gekostet“, gab auch André Fuhr nach dem Spiel zu. Der BVB-Trainer freute sich nach dem Abpfiff aber einfach über den historischen Moment - den ersten Sieg in der Königsklasse für die Handballabteilung des BVB. „Dass wir ein so körperliches Spiel am Ende der Englischen Woche so gewinnen, zeigt die Qualität unserer Mannschaft“, freute sich Fuhr.

Das Spiel startete aus Borussen-Sicht gut, die Anreise vom Morgen war den Spielerinnen nicht anzumerken. Alina Grijseels, die auf der Mitte anfing, und Merel Freriks vom Kreis brachten Schwarzgelb zunächst 2:0 in Führung. Die Deckung stand in Kroatien besser als im Heimspiel gegen Brest, die Borussinnen packten in den Zweikämpfen viel beherzter zu. Beim Stand von 5:3 für Schwarzgelb (13.) ließen Alina Grijseels, Kelly Dulfer und Inger Smits ihren Gegenspielerinnen nacheinander im Eins-gegen-eins keine Chance. Die Einstellung in der Defensive stimmte.

Kelly Dulfer sorgt für eine Drei-Tore-Führung

Allerdings haperte es vorne am Abschluss – was auch an Podravkas Torhüterin Yuliya Dumansk lag. Als Jennifer Gutiérrez Bermejo frei von außen beim Stand von 7:7 am Pfosten scheiterte, sorgte Podravkas Shooterin Azenaide Carlos mit ihrem Treffer für die Führung der Kroaten (20.). Die Borussinnen konnten Podravka einfach nicht abschütteln, brachten vorne nur 58 Prozent ihrer Würfe im Tor unter. BVB-Rechtsaußen Tina Abdulla traf mit dem Pausenpfiff aber noch zur 15:14-Halbzeitführung. André Fuhr war zufrieden: „Ich habe in der Kabine erklärt, dass das einzige Negative ist, dass wir nur mit einem Tor führen“, so der BVB-Trainer. „Wir haben es einfach verpasst, schon früher wegzuziehen.“.

Das Bild änderte sich in Durchgang zwei kaum. Die Borussinnen hatten des Öfteren die Chance auf mehrere Tore davon zu ziehen, schlossen dann aber überhastet ab. Das Problem in der Defensive: Lamprini Tsakalou, griechische Rückraumspielerin der Kroaten, war für die Borussinnen jetzt kaum zu halten. Die Griechin traf insgesamt acht Mal und provozierte immer wieder Zwei-Minuten-Strafen. Durch starke Paraden von Isabell Roch und Yara ten Holte schaffte es der BVB trotzdem, sich zwischenzeitlich auf drei Tore abzusetzen: Als Kelly Dulfer den Ball zum 18:15 in das Tor der Kroaten wuchtete (37.), saß keiner mehr auf der Bank der Schwarzgelben. Die kämpferische Einstellung konnte man den Dortmunderinnen nicht absprechen.

BVB-Torhüterin Yara ten Holte hält die Führung fest

Kurz darauf eine ganz wichtige Phase: Der BVB spielte in doppelter Unterzahl, kassierte durch ganz wichtige Paraden von ten Holte und Roch aber nur einen Gegentreffer und blieb in Führung (18:17, 42.). Die Kroaten spielten jetzt eine 5:1-Deckung, nahmen immer wieder Inger Smits kurz, was den BVB vor Probleme stellte. Zwei Minuten vor Schluss gab es beim Stand von 25:25 für die in Unterzahl spielenden Borussinnen einfach kein Durchkommen gegen die Abwehr der Gastgeberinnen. Die Schiedsrichter hatten bereits den Arm zum Zeitspiel gehoben. Doch dann traf Inger Smits mit einem unglaublich Freiwurf aus elf Metern zur 26:25-Führung.

Die Anspannung war jetzt fast greifbar - und entlud sich in einem Jubelschrei, als Yara ten Holte den Wurf der angolanischen Rückraumspielerin der Kroaten mit den Füßen abblockte. Ein Tor Führung für den BVB - eine Minute vor Schluss. André Fuhr griff sofort zur Auszeit. „Nicht den Ball wegwerfen“, beschwor der Trainer seine Schützlinge, „und am besten ein Tor machen.“ Doch ein paar Sekunden später entschieden die Schiedsrichter auf Stürmerfoul von Merel Freriks - nicht die einzige Entscheidung der Unparteiischen, die für Kopfschütteln sorgte. „Die Schiedsrichter haben uns immer wieder verunsichert“, sagte auch André Fuhr nach dem Spiel.

Podravka blieben noch 30 Sekunden für den Ausgleich, aber die schwarzgelben Nerven hielten Stand. Linksaußen Jennifer Gutiérrez Bermejo - die sonst so sichere Torjägerin erwischte mit null Toren einen unglücklichen Tag - fing einen Pass der Kroaten ab. Die Borussin sicherte damit die ersten zwei Punkte in der Champions League für den BVB - und sorgte für eine ohrenbetäubende Jubeltraube in Schwarzgelb.

BVB: Roch, ten Holte; Dulfer (3), Smits (6), Grijseels (6/1), Monti Danielsson, van Zijl, Abdulla (3), Stockschläder (1), Gutiérrez Bermejo, Freriks (2), Vollebregt (1), Rode (1), Bleckmann (2), Rode (1)
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