Quarantäne-Anordnung für BVB-Frauen: Haben zwei Spielerinnen mehr den Unterschied gemacht?

BVB-Handball-Frauen

Die BVB-Handball-Frauen dürfen die Quarantäne trotz zweier negativer Testreihen nicht vorzeitig verlassen. Das Gesundheitsamt Dortmund hat seine Entscheidung jetzt begründet.

Dortmund

, 17.11.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die BVB-Handball-Frauen dürfen die Quarantäne nicht vorzeitig verlassen.

Die BVB-Handball-Frauen dürfen die Quarantäne nicht vorzeitig verlassen. © Ludewig

Die BVB-Handball-Frauen befinden sich auf Anordnung des Gesundheitsamtes Dortmund bis zum 21. November in häuslicher Quarantäne. Nach den beiden Champions-League-Spielen gegen Györi wurden drei Spielerinnen des Gegners positiv auf das Coronavirus getestet. Die Borussen hatten nach zwei negativen Testreihen darauf gehofft, die Quarantäne vorzeitig verlassen zu können – die Stadt entschied sich dagegen, obwohl das Bundesliga-Team der Borussia Profi-Status besitzt.

„Die BVB-Handball-Frauen sind Kontaktpersonen der Kategorie 1, da sie Kontakt zu mehreren Corona-positiven Spielerinnen der gegnerischen Mannschaft im Champions-League-Spiel gegen Györi hatten“, erklärt die Stadt Dortmund die Entscheidung auf Anfrage der Ruhr Nachrichten. „In diesem Fall ordnet das Gesundheitsamt Dortmund eine Quarantäne von 14 Tagen an. Eine vorzeitige Beendigung sei in solchen Fällen nicht vorgesehen.“

„Somit bestand eine deutlich stärkere Infektionsgefahr“

Das örtliche Gesundheitsamt entschied bei einem ähnlichen Fall im August noch anders: Nach einem Testspiel gegen Metz aus Frankreich wurde eine Gegenspielerin positiv getestet, die BVB-Frauen durften die Quarantäne nach zwei negativen Testreihen vorzeitig entlassen.

Die unterschiedlichen Entscheidungen begründet das Gesundheitsamt damit, dass nach dem Spiel gegen Metz nur ein positiver Fall aufgetreten war, nach der Partie gegen Györi dagegen gleich drei bei den auf dem Feld aktiven Spielerinnen. „Somit bestand während des gesamten Spielverlaufs eine deutlich stärkere Infektionsgefahr durch eine vermehrte Konzentration an Aerosolen und durch häufigere Körperkontakte mit infizierten Spielerinnen auf dem Spielfeld“, so die Stadt.

Aber wie hätten die Behörden dann bei zwei Spielerinnen entschieden? Wo wird die Grenze gezogen? „Da gibt es kein Nachschlagewerk, jeder Fall wird einzeln und individuell bewertet“, heißt es von den Behörden.

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