Ullrich Sierau meldet sich im Titelstreit - Andreas Thiel wird es nicht freuen

BVB-Handball-Frauen

Der Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau ist nicht damit einverstanden, dass die BVB-Frauen kein Deutscher Meister sind - und hat HBF-Chef Andreas Thiel einen offenen Brief geschrieben.

Dortmund

, 27.04.2020, 17:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau (M.) ist genau wie BVB-Präsident Reinhard Rauball (l.) Fan von Borussias Handball-Frauen.

Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau (M.) ist genau wie BVB-Präsident Reinhard Rauball (l.) Fan von Borussias Handball-Frauen. © Ludewig

In der Diskussion um den nicht vergebenen Meistertitel an die BVB-Handballerinnen in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) meldet sich jetzt auch der Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau zu Wort. Der OB hat einen Offenen Brief an Andreas Thiel geschrieben, in dem er den HBF-Vorstandsvorsitzenden auffordert, den BVB-Handball-Frauen doch noch den Deutschen Meistertitel zu verleihen.

Unterschrieben haben den Brief unter anderem bereits der Oberbürgermeister der Stadt Kiel, Dr. Ulf Kämpfer, Paracycler Hans-Peter Durst, Ex-BVB-Trainer und Ex-Nationalspieler Thomas Happe, Olympiasiegerin Annegret Richter, BVB-Historiker Gerd Kolbe und Journalist Heiko Wasser

Der Brief im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Thiel,

dieser Offene Brief ist sicherlich ungewöhnlich. Aber die Ursache ist es auch. Für mich als ehemaliger Handballer (Torwart) steht die Sportart vor anderen für Fairness und Sportsgeist.

Umso empörender empfinde ich gemeinsam mit den anderen Unterzeichnenden die Tatsache, dass Sie den Handball-Damen des BVB den Meistertitel mit fadenscheinigen Begründungen verwehren. Das ist so nicht hinnehmbar. Während bei den Männern der THW Kiel durch die Handball Bundesliga (HBL) zum Meister erklärt wurde, hat sich die HBF dagegen entschieden, den BVB-Damen die Meisterschaft zuzuerkennen.

Für diese Ungleichbehandlung gibt es keine sportlichen Argumente. In beiden Ligen hat es ein Kopf-an-Kopf-Rennen gegeben, in beiden Ligen waren noch acht Spieltage zu absolvieren. Warum dann unterschiedlich entschieden wurde, ist den Spielerinnen, den Fans und den Anhängerinnen und Anhängern des Handballs nicht zu vermitteln. Für das Damen-Handball-Team des BVB und alle Fans ist das eine Zu­mutung und eine Riesenenttäuschung.

Wir als Unterzeichnerinnen und Unterzeichner fordern Sie auf, Sportsgeist zu zeigen und den Beschluss zurückzunehmen. In Zeiten des Coronavirus gilt es, zusammenzustehen und nicht zu spalten. Ihr Vorstandsbeschluss spaltet und ist für die BVB-Handball-Damen diskriminierend. Verstecken Sie sich nicht hinter Regularien, sondern würdigen Sie bitte eine erstklassige sportliche und meisterliche Leistung der Dortmunder Handballerinnen. Seien Sie wie der Sportsmann, der Sie früher für uns alle im Tor der deutschen Nationalmannschaft waren. Seien Sie Sie selbst.

Mit freundlichen Grüßen

Ullrich Sierau

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