09 Gründe: Darum gewinnt der BVB die Meisterschaft

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Borussia Dortmund kann es schaffen in diesem Jahr. Der Titel ist zum Greifen nah. Wir haben 09 Gründe gesammelt, warum der BVB Meister wird.

Dortmund

, 21.05.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 4 min

Der spannende Kampf um die Deutsche Meisterschaft geht jetzt mit Vollgas in die heiße Schlussphase. Hier sind 09 gute Gründe, warum Borussia Dortmund den Titel holt.

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1) Die Heimstärke: Der Signal Iduna Park ist eine Festung. Quasi uneinnehmbar. Als einziges Team der Fußball-Bundesliga ist Borussia Dortmund auf heimischem Rasen in dieser Spielzeit ungeschlagen, hat von 13 Partien 10 gewonnen und drei Mal unentschieden gespielt. Macht in der Summe 33 von 39 Punkten – das ist ein meisterlicher Wert. Auch die 45 geschossenen Heimtore des BVB erreicht kein anderes Team im Oberhaus. Die Bayern bringen es auf 38 Heimtreffer in diesem Jahr und auf 29 Zähler. Am Dienstag, 26. Mai, müssen die Münchner in Dortmund antreten, die Schwarzgelben könnten dann nach dem abendlichen Abpfiff saisonübergreifend von den jüngsten 31 Sielen in ihrer Festung zum 30. Mal nicht verloren haben.

2) Das Restprogramm: Zugegeben, der Spitzenreiter FC Bayern hat in der Tabelle (noch) vier Zähler Vorsprung auf den BVB. Doch auf die Münchner wartet noch ein knüppelharter Endspurt. Nicht nur in Dortmund steht für sie ein Topspiel an, auch die ebenfalls mit Champions-League-Ambitionen kickenden Gladbacher und Leverkusener stehen noch auf der Agenda. Da hat es die Dortmunder Borussia auf dem Papier leichter, nach dem Duell mit den Bayern strahlt bei allem Respekt für die BVB-Gegner Paderborn, Hertha, Düsseldorf, Mainz und Hoffenheim nur das Spiel in Leipzig gefühlt noch große Stolpergefahr aus. Gewinnt Dortmund das Heimspiel gegen München, spricht Vieles im Titelkampf für die Wende.

3) Der Derby-Rückenwind: Souverän mit 4:0 gegen Schalke gewonnen, die Fußball-Herrschaft im Ruhrgebiet eindrucksvoll zementiert. Das Revierderby bewies, in welch starker Form die Borussia derzeit daher kommt. Kein anderer Klub der Bundesliga kam so stark aus der Coronapause wie der BVB, der fünfte Sieg in Serie hat auch den Borussen selbst viel Selbstvertrauen verliehen. Die Unsicherheit, die das Team zuvor umgab, wie sich die Hindernisse der Zwangspause und die aktuellen Verletztenprobleme - Reus, Can, Zagadou und Witsel fehlten - auf das eigene Spiel auswirken würden, sie wich der Erkenntnis: Wir sind bereit für den Titelkampf.

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4) Die Torgefahr: Der BVB ist für seine Gegner nur extrem schwer ausrechenbar. Denn es gibt nicht nur den einen oder die zwei Torjäger im schwarzgelben Trikot, die man gut bewachen muss. Dortmund weist 14 verschiedene Torschützen in seinem aktuellen Kader aus. Als einziger Klub der Liga stellt die Borussia gleich drei Akteure mit mindestens zehn Treffern (Jadon Sancho/14, Marco Reus/11, Erling Haaland/10). Dazu dann noch die torgefährlichen Raphael Guerreiro (7) und Thorgan Hazard (6). Der aktuelle BVB ist torgefährlicher als alle Dortmunder Teams zuvor, schießt derzeit mehr als 3 Tore pro Spiel. Auch, weil es exzellent liefernde Vorarbeiter gibt: Sechs Borussen weisen mehr als 10 Scorerpunkte aus. Das Trio Sancho, Hazard und Achraf Hakimi hat ihren Kollegen zusammen bereits 37 Tore aufgelegt. In der Rückrunde verwandelt der BVB rund 75 Prozent seiner Großchancen. Ein weiterer meisterlicher Wert.

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5) Der Titel-Hunger: Im Winter hat die Borussia Stürmer-Juwel Erling Haaland und Kämpfer Emre Can verpflichtet und damit seinem Kader einen wichtigen Impuls verliehen. Beide Neuzugänge reißen mit ihrer Nie-Aufgeben-Mentalität und ihrer Dynamik den Rest des Teams mit. Die Borussen wirken deutlich entschlossener und gieriger als zuvor. Sie wollen sich diesen Meistertitel offenbar unbedingt holen – und fahren durchweg im Vollgas-Modus.

Als Motivationsvorteil kann sich erweisen, dass es für die meisten Dortmunder Leistungsträger der erste Griff zur Schale ist, nur Mats Hummels und Mario Götze haben mit zusammen 11 Meistertiteln dieses süße Gefühl schon vergleichsweise oft erlebt, allerdings feierten sie auch sieben der elf Titel mit den Bayern. Ob die Münchner dagegen noch den großen Titelhunger aufbringen können? Thomas Müller und David Alaba haben jeweils schon acht Meisterschalen in der heimischen Vitrine stehen, Manuel Neuer, Robert Lewandowski, Jerome Bateng und Javier Martinez jeweils sieben Stück.


6) Der Reus-Faktor: Marco Reus war über lange Zeit die zentrale Figur des Teams. Spielbestimmer, Anführer, der Mann für die überraschenden Pässe oder das entscheidende Tor. Lief es bei Reus nicht, oder fiel der Kapitän aus, sank die Chance der Borussia, erfolgreich sein zu können. Der BVB hat aber mittlerweile gelernt, auch ohne Reus zu siegen, auch ohne Reus‘ Ideen dominant aufzutreten. Seit sechs Spielen fehlt der bald 31-Jährige verletzt, fünf Mal ging der BVB dabei als Gewinner vom Platz und schoss pro Partie im Schnitt 2,7 Tore. Keine Frage, Reus ist nach wie vor eine immens wertvolle Kraft für den BVB, abhängig ist die Borussia von seinen Qualitäten aber nicht mehr. Und das macht sie stärker.

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7) Die Ruhe: Borussia Dortmund gibt sich in diesen mitunter verrückten Tagen betont gelassen. Auf dem Trainingsplatz arbeitet das Team um Cheftrainer Lucien Favre konzentriert, hinter den Kulissen stricken die Bosse an der Zukunft des Teams. Aber eben nicht öffentlich, und so sind in Dortmund derzeit im Grunde keinerlei Störgeräusche zu vernehmen, die Einfluss auf die sportliche Leistung der Profis haben könnten. Dass der Vertrag mit dem allseits geschätzten Routinier Lukas Piszczek jetzt verlängert wurde, dürfte die Stimmung weiter heben, auch das neue Arbeitspapier für Torhüter Roman Bürki wird in Kürze besiegelt. Im Falle des täglich umworbenen Jadon Sancho darf der BVB in Ruhe abwarten, schließlich hält er hier die volle Transferentscheidung in der eigenen Hand. Bei den Bayern geht es da schon deutlich turbulenter zu: Was wird aus Jerome Boateng? Wird 80-MiIlionen-Mann Lukas Hernandez wieder verkauft? Wer müsste für Wunschspieler Leroy Sané weichen? Darf Ivan Perisic bleiben? Ruhe klingt anders.

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8) Das Tempo: Dass Achraf Hakimi der schnellste Fußballer der Bundesliga ist, wurde ja längst per Blitzgerät nachgewiesen. 35,1 Stundenkilometer schnell sprintet Borussias Marokkaner über den Platz. Da kommt keiner mit. Der große Vorteil des BVB ist es aber, gleich mehrere Akteure im Kader zu haben, die im Höchsttempo mit dem Ball am Fuß etwas anzustellen wissen. Ein Beispiel: Laut Messungen von „Sky Italia“ benötigte Erling Haaland im Champions-League-Spiel gegen Paris für einen 60-Meter-Sprint nur 6,64 Sekunden. Der Sprint-Weltrekord über diese Distanz, aufgestellt vor zwei Jahren vom US-Amerikaner Chris Coleman, liegt bei 6,34 Sekunden. Nicht nur Hakimi und Haaland, auch Jadon Sancho und Thorgan Hazard können beim BVB den Turbo zünden. Schalke hat es jüngst erlebt: Das geht dann auch schon mal zu schnell für den Gegner.


09) Die Stabilität: Jupp Heynckes hat bei den Bayern das Credo gelebt: „Eine gute Defensive gewinnt Meisterschaften.“ Im Triple-Jahr 2013 unter Trainer Heynckes kassierten die Münchner nur 18 Gegentore in 34 Partien. Zwar stellt der BVB in der laufenden Saison nur die sechstbeste Defensive. Entscheidender aber ist der aktuelle Trend: Die jüngsten fünf Bundesligaspiele hat Dortmund nicht nur allesamt gewonnen, es gab dabei auch nur ein einziges Gegentor (beim 2:1 in Gladbach). Seitdem Lucien Favre auf die Dreier-Abwehrkette umgestellt hat, steht sein Team deutlich stabiler als zuvor, kassiert weniger Treffer und hat sich schon zur drittbesten Rückrunden-Defensive der Liga hinter den Bayern und Leipzig gemausert. Die Entwicklung also spricht für Dortmunds Meister-Reife.

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