Die Spieler von Borussia Dortmund bejubeln einen ihrer vier Treffer gegen den MSV Duisburg. © Thomas Bielefeld
Borussia Dortmund

4:1 gegen Duisburg: BVB-U23 sorgt weiter für Furore – Bangen um Pasalic

Die BVB-U23 setzt sich in der Spitzengruppe der 3. Liga fest. Den MSV Duisburg spielt Dortmund beim 4:1 im zweiten Durchgang an die Wand. Nur die Verletzung von Marco Pasalic drückt auf die Stimmung.

Es war nur eine Randnotiz, aber eine mit Symbolkraft. Als Antonios Papadopoulos in der 40. Minute nach einem Zweikampf den linken Schuh verlor, setzte der Innenverteidiger auch ohne sein Arbeitsmittel in Socken den Dienst fort. Ohne zu zögern heftete sich „Papa“ an die Fersen von Moritz Stoppelkamp und nahm die Verfolgung auf. Erst als die Szene geklärt war, sammelte der Deutsch-Grieche seinen leuchtend roten Schuh wieder auf und zog ihn an.

BVB-Verteidiger Papadopoulos lobt Reaktion des Teams

Es ist diese Art von Einsatz und Hingabe, die die U23 des BVB in den ersten Wochen der noch jungen Drittliga-Saison auszeichnet und die ihr am Sonntag einen verdienten 4:1-Heimsieg über den MSV Duisburg eingebracht hat. Vier Tage nach der 1:2-Niederlage beim VfL Osnabrück zeigten die Schwarzgelben, dass sie angemessen mit Rückschlägen umgehen können. „Dass wir nach unserer ersten Niederlage so eine Reaktion zeigen, spricht für die Mannschaft“, hielt Antonios Papadopoulos zufrieden fest.

Zumal die Borussia auch innerhalb der 90 Minuten ein reifes Verhalten an den Tag legte, als sie sich vom zwischenzeitlichen 0:1-Rückstand nicht aus dem Konzept bringen ließ. Der BVB wählte ebenso wie der MSV von Beginn an einen offensiven Ansatz, kam durch Niklas Dams (5.) und Tobias Raschl (11.) zu ersten kleineren Möglichkeiten. Luca Unbehaun bewahrte die Gastgeber mit einer Parade bei einem Kopfball von Orhan Ademi (27.) vor einem Rückschlag. Der kam wenig später aber doch, als Ademi sich gegen Dams durchsetzte, Pherai enteilte und sich auch durch eine Grätsche von Papadopoulos nicht stoppen ließ.

BVB benötigt drei Minuten für Antwort auf Rückstand

Im Zusammenspiel mit Kolja Pusch kam Ademir wieder an den Ball und versenkte ihn zur 1:0-Führung (29.) der Gäste im Dortmunder Tor. Der Vorsprung hatte gerade einmal drei Minuten Bestand, dann folgte die Antwort des BVB via spielerisch ausgeführtem Eckball. Über die vier Stationen Pasalic, Raschl, Taz und Tigges ging es blitzschnell und schon stand es 1:1 (32.). Wie vorgesehen, wählte die Borussia ein hohes Tempo und beschäftigte damit den MSV.

Der kam dennoch immer wieder zu gefährlichen Situationen, „weil wir in der Defensive nicht immer alles ganz sauber wegverteidigt haben“, registrierte Enrico Maaßen. Eine dieser Chancen setzte Marlon Frey (37.) per Kopf neben das Gehäuse. Duisburg ging mit den sich zunehmend weniger bietenden Räume schlampig um. Das spielte der Borussia in die Karten, die nach der Pause die Partie endgültig in die von ihr geplante Richtung bugsierte.

Oberschenkelverletzung: BVB-Sorgen um Marco Pasalic

Nach einem Einwurf von Pasalic ging es für die MSV-Abwehr erneut zu schnell, als Richmond Tachie seinen Nebenmann Berkan Taz bediente und der per Tunnel gegen Torhüter Leo Weinkauf auf spitzem Winkel zum 2:1 (51.) einschob. Und auch am nächsten Treffer war Taz direkt beteiligt, diesmal wieder als Vorlagengeber für Steffen Tigges, der seine Bewacher Vincent Gembalies und Oliver Steurer abschüttelte und das 3:1 markierte (57.). „Nach dem 3:1 war klar, dass für uns nichts mitzunehmen ist, da hat die Mannschaft den Glauben verloren“, räumte MSV-Coach Pavel Dotchev ein.

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3. Liga, 6. Spieltag: BVB II – MSV Duisburg 4:1 (1:1)

Der BVB blieb aber gnädig, was womöglich auch daran lag, dass Mittelfeldspieler Marco Pasalic in der 65. Minute mit einem Stechen im Oberschenkel ausgewechselt werden musste. Inwieweit sein Einsatz für die U21-Nationalmannschaft Kroatiens gefährdet ist, vermochte Trainer Maaßen am Sonntag noch nicht zu sagen.

MSV-Trainer Dotchev: „Vom Abstiegskampf zu sprechen, ist unseriös“

Erfreut nahm er aber noch das vierte Tor seiner Elf kurz vor Schluss zur Kenntnis. Eingeleitet wurde es erneut von Berkan Taz, der damit an allen Treffern beteiligt war. Taz bediente Immanuel Pherai und der legte quer auf den eingewechselten Timo Bornemann – 4:1 (88.). „Wie wir nach dem 0:1 bei uns geblieben sind und die Tore erzielt haben, das ist richtig gut. Es war für uns ein sehr gelungener Nachmittag“, sagte Maaßen. „Es spricht für die Jungs, wie wir zusammenhalten. Wir haben gut gegen den Ball gearbeitet und vorne Effizienz gezeigt“, befand Papadopoulos.

Zunehmend ungemütlicher wird es dagegen für die Gäste. Nach drei Niederlagen in Serie stehen die Duisburger unter Druck. „Wie wir gerade performen, das ist nicht unser Anspruch – das weiß ich ganz genau. Ich bin dafür verantwortlich. Nach sechs Spieltagen bereits von Abstiegskampf zu sprechen, ist unseriös. Aber wenn wir so punkten wie in den letzten Spielen, ist das Abstiegskampf pur“, sagte Dotchev. Dagegen ist ein kurzzeitig verlorener Schuh wie bei Antonios Papadopoulos ein echtes Luxusproblem.

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