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Meinung

750 BVB-Fans im Signal Iduna Park: Das ist wirklich lachhaft

Ab dem 12. Januar sind 750 Zuschauer bei Sportgroßveranstaltungen zugelassen - egal, ob im 80.000 Menschen fassenden Signal Iduna Park oder in der kleinen Sporthalle in Wellinghofen. Dirk Krampe kommentiert.

Man kann das nächste Kapitel in der stets medienwirksam inszenierten Diskussion um die Zuschauerzulassung bei Sportgroßveranstaltungen während einer Pandemie nur noch stirnrunzelnd zur Kenntnis nehmen. Wie noch vor Weihnachten bleibt es beim unübersichtlichen Flickenteppich. Da erlebten 5000 Zuschauer die BVB-Niederlage in Berlin mit, in Köln und Frankfurt saßen jeweils 15.000 Fans im Stadion, während in München, Leipzig und Fürth der nächste Akt der unbeliebten Geisterspiele aufgeführt wurde. Man blickte kaum noch durch, was wo, wie und warum galt.

BVB-Stadion oder kleine Sporthalle: 750 dürfen kommen

750 Zuschauer sahen am letzten Spieltag vor der Winterpause das 2:1 des SC Freiburg gegen Leverkusen. Und das ist nun genau die Größe, die in NRW ab sofort für alle Sportgroßveranstaltungen gelten wird. Aber auch nur hier. Eine Vereinheitlichung sollte her, das ist vor dem Hintergrund einer sicher erstrebenswerten wirtschaftlichen und sportlichen Chancengleichheit im Grunde ja ein guter Gedanke. Doch an diesem Punkt wird die Zustimmung schon ihre Grenze erreichen.

„Es lohnt ja gar nicht, den Laden überhaupt aufzuschließen.“

Denn dass im NRW-Landtag in Düsseldorf Freiluftveranstaltungen über einen Kamm geschoren werden mit Sport unter dem Hallendach , wo die Ansteckungsgefahr ungleich größer einzuschätzen ist, lässt sich nicht logisch erklären – so kritisch man es durchaus sehen kann, dass die Fußball-Bundesligisten im Herbst, als die Zahlen schon wieder deutlich kletterten, ungerührt ihre Stadien füllten, soweit sich die gesetzliche Grenze dehnen ließ.

BVB-Fans wird man gegen Freiburg mit der Lupe suchen müssen

Doch 750 Zuschauer im Signal Iduna Park? Das ist wirklich lachhaft. Sie wird man im weiten Rund mit der Lupe suchen müssen, da lohnt es ja gar nicht, den Laden überhaupt aufzuschließen. Hingegen die gleiche Zahl an Fans in der kleinen Sporthalle in Dortmund-Wellinghofen, wo die BVB-Bundesligahandballerinnen spielen – da sieht die Corona-Welt schon wieder ganz anders aus.

Der Vergleich zeigt: Man kann es auch mit diesem Versuch der Regulierung wohl nicht allen recht machen. Fahren auf Sicht scheint auch vor dem dritten Corona-Frühling das gängige politische Mittel zu bleiben. Mit den sich fast monatlich ändernden Regeln werden die Finanzverantwortlichen der Klubs leben müssen. Man hätte sich allerdings nach zwei Jahren Pandemie eine ausgefeiltere Strategie mit mehr Planungssicherheit gewünscht. Für Fans und Vereine.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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