Auf der Suche nach einem Wunder: Der BVB bittet den FC Barcelona zum Tanz

Zeitspiel

Der BVB benötigt gegen Barcelona im Rückspiel des Supercups 1998 zwei Tore, um die Verlängerung zu erreichen. Als Luis Figo eine Riesenchance liegen lässt, hofft ganz Dortmund. Unser Zeitspiel.

Dortmund

von Dennis Winterhagen

, 27.11.2019, 13:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auf der Suche nach einem Wunder: Der BVB bittet den FC Barcelona zum Tanz

BVB-Spieler Björn Mehnert (l.) im Duell mit Barca-Kapitän Luis Figo. © imago/Team 2

Zum Ende der Saison 1996/1997 verabschiedet sich Ottmar Hitzfeld als Trainer von Borussia Dortmund mit dem Gewinn der Champions League. Der BVB befindet sich auf dem Thron des europäischen Fußballs. Hitzfelds Nachfolger heißt Nevio Scala. Der Italiener soll mit den Schwarzgelben weiterhin Europas Spitzenteams angreifen. Das gelingt - zumindest in der Königsklasse. Während der BVB in der Bundesliga nur Mittelmaß ist, endet die Reise in der Champions League erst im Halbfinale gegen Real Madrid.

Giovanni trifft die Schwarzgelben mitten ins Herz

Doch der BVB tanzt auch noch auf einer weiteren Hochzeit - im Supercup, wo die Schwarzgelben auf den FC Barcelona treffen. Zwei Tore muss Borussia Dortmund am 11. März 1998 vor 32.500 Zuschauern im Westfalenstadion erzielen, um zumindest im Rückspiel des Endspiels die Verlängerung zu erreichen und die 0:2-Niederlage aus dem Hinspiel auszugleichen.

Auf der Suche nach einem Wunder: Der BVB bittet den FC Barcelona zum Tanz

Nevio Scala wurde beim BVB nach nur einer Saison wieder entlassen. © imago/Team 2

Doch auf derartige Spielchen will sich Barca nicht einlassen. Früh geben die Katalanen den Ton an, wagen sich nach acht Minuten das erste Mal in die Dortmunder Spielhälfte. Der brasilianische Mittelstürmer Giovanni wird im rechten Halbfeld angespielt. Mit dem ersten Kontakt tunnelt er Manfred Binz, mit dem zweiten zieht er am grätschenden Martin Kree vorbei, und mit dem dritten schiebt er das Leder eiskalt durch die Beine von Stefan Klos - 0:1.

BVB-Keeper Stefan Klos hält seine Mannschaft im Spiel

Der BVB ist nun umso mehr gefordert. Statt zwei müssen nun vier Tore her. Die Devise ist: Alles auf Angriff - wodurch in der Defensive natürlich Lücken auftreten - und das führt zwangsläufig zu Kontern des FC Barcelona.

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Ein Superstar zu Gast im Westfalenstadion: Barca-Kapitän Luis Figo. © imago/Kolvenbach

Nur kurze Zeit nach dem ersten Tor läuft Sonny Anderson alleine BVB-Keeper Stefan Klos zu. Doch der Dortmunder bleibt lange stehen, kann den Schuss des Brasilianers mit Bravour parieren und hält die Schwarzgelben im Rennen. Bei denen funktioniert offensiv jedoch kaum etwas. Klare Chancen können sich die Gastgeber nicht herausspielen.

Barcelona-Legende Luis Figo scheitert aus fünf Metern

Die Spanier stehen tief und setzen weiterhin auf schnelle Gegenangriffe, welche ihnen noch vor der Halbzeit eine weitere dicke Chance bescheren: Über links passen die Katalanen einen Ball flach in die Mitte, wo Portugals Legende Luis Figo bereits lauert.

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Luis Enrique (r.) kann Lars Ricken nur per Foul stoppen. © dpa

Bereit, den Deckel draufzumachen, setzt er aus fünf Metern zum Linksschuss an. Eigentlich ein sicheres Tor, doch der Kapitän scheitert am eigenen Unvermögen. Es bleibt aus Dortmunder Sicht beim 0:1.

Jörg Heinrich lässt den BVB an die Sensation glauben

Nur ein paar Minuten nach Wiederanpfiff segelt eine Flanke von Jörg Heinrich quer durch den Strafraum der Katalanen und findet im Zentrum Jahrhunderttalent Lars Ricken. Dieser schafft es jedoch nicht, den Ball aus kürzester Distanz über die Linie zu drücken.

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Frust bei Knut Reinhardt (l.) und Stephane Chapuisat. © dpa

Anschließend scheitert zunächst wieder Figo - der sich aus rund 18 Metern ein Herz fasst - am erneut gut reagierenden Klos, ehe sich die schwarzgelben Fans im Westfalenstadion in der 64. Minute zum ersten Mal an diesem Abend zum Jubeln bereit machen dürfen. Eine Flanke von rechts verlängern die Gäste aus Spanien unglücklich, sodass der Ball bei Heinrich landet. Gekonnt nimmt er ihn an, lässt ihn einmal auftippen und knallt ihn mit voller Wucht ins Gehäuse - 1:1!

Beim BVB lebt die Hoffnung

Die Borussia darf wieder hoffen, immerhin sind noch 26 Minuten zu spielen. Noch einmal dringen die Dortmunder in den gegnerischen Strafraum ein, lassen den letzten Hochkaräter allerdings liegen. Der Traum von der Sensation ist geplatzt.

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