Aufstellung ohne Reus: Drei Optionen für BVB-Trainer Lucien Favre

hzBorussia Dortmund

Geht BVB-Trainer Lucien Favre nach der neuerlichen Verletzung von Kapitän Marco Reus ins Aufstellungs-Risiko? Diese Optionen sind möglich.

Dortmund

, 07.02.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lucien Favre seine Gedankenspiele zu entlocken über die mögliche Aufstellung im nächsten Spiel birgt ähnlich geringe Erfolgsaussichten wie die Vorhersage der Lottozahlen. Es gebe „verschiedene Möglichkeiten“, wie er seinen Kapitän Marco Reus in den kommenden Wochen ersetzen könne, sagt der BVB-Trainer nur.

Anzeige


Reus fehlte nur einmal in dieser Spielzeit, beim 1:2 in Hoffenheim, in allen anderen 19 Partien der Bundesliga stand er auf dem Platz und trug mit elf Toren und sechs Vorlagen dazu bei, dass der BVB weiter auf die Deutsche Meisterschaft hoffen darf. Jetzt fehlt der Anführer für mindestens vier Wochen. Und das Dortmunder Trainerteam muss tüfteln bei System und Personal.

Jetzt lesen

Ob in der Grundordnung mit einem klaren 3-4-3 oder eher im 3-4-1-2, das hing zuletzt auch davon ab, ob Erling Haaland mitspielte. Im Bundesliga-Spiel bei Bayer Leverkusen am Samstagabend (18.30 Uhr) dürfte der norwegische Torgarant gesetzt sein. Ebenso wie Jadon Sancho, mit 12 Toren und 13 Vorlagen ligaweit auf Rang drei bei Torschützen und Scorern. Er ist unverzichtbar. Und Platz Nummer drei geht an …? Diese Optionen bieten sich Lucien Favre.

1.) Haaland rückt für Reus in die Startelf, Hazard bleibt drin:

Die einfachste Variante wäre die, den freiwerdenden Platz von Marco Reus mit Erling Haaland zu besetzten. Der Teenie-Torjäger wäre bereits am Dienstag in Bremen beim 2:3 in Bremen die bessere Alternative gewesen. „Nach dem Spiel ist man immer intelligenter“, haderte Favre.

Mit Haaland im Sturm könnten dann Thorgan Hazard (links) und Jadon Sancho (rechts) über die Flügel attackieren, außerdem die Positionen rochieren und den Mittelstürmer mit Vorlagen füttern. Der Eingriff ins bestehende System fiele relativ gering aus. Eine Sicherheits-Variante - die genau aus diesem Grund große Wahrscheinlichkeit besitzt.

2.) Favre traut sich den „Baby-Sturm“ mit Reyna, Haaland und Sancho:

Viermal wurde Giovanni Reyna in diesem Jahr eingewechselt, viermal habe er „frischen Wind“ gebracht, lobt Sportdirektor Michael Zorc. Im Training sei regelmäßig zu bestaunen, wie nahtlos sich der erst 17-jährige US-Amerikaner ins Gefüge einpasst und Akzente setzt.

Jetzt lesen

Mit Reyna in der Startelf wäre der BVB schwieriger auszurechnen. Spielt der Youngster in der Reus-Rolle etwas zurückgezogen hinter zwei Stürmern? Oder attackiert er über den Flügel? Favre lässt keinen auf seine Taktiktafel schauen und sagt allgemein: „Gio Reyna kann auf allen Positionen spielen. In allen Systemen.“ Ob er aber bereit ist, den 17-Jährigen neben zwei 19-Jährigen auf den Platz zu schicken, wenn es um den Anschluss im Titelrennen geht, das ist fraglich.

3.) Julian Brandt spielt hinter den Spitzen:

Die dritte Möglichkeit, Reus zu ersetzen, ist eigentlich naheliegend: Ein anderer Spielmacher mit ähnlichen Fähigkeiten vertritt ihn auf dem Posten hinter den Spitzen. Julian Brandt könnte diese Position, eine Mischung aus echtem Zehner und einer „Neuneinhalb“, mit seinen spielerischen und technischen Fähigkeiten problemlos übernehmen. Sein instinktives Verständnis für Haaland zeigt sich in den drei Toren des Stürmers, die zuletzt alle Brandt auflegte. Außerdem müsste der deutsche Nationalspieler weniger Defensivaufgaben erledigen, die ihm weiter große Probleme bereiten.

Andererseits harmonierte Brandt im zentralen Mittelfeld zuletzt gut mit Axel Witsel, dort überzeugte er bei Ballbesitz als Verbindungsglied zwischen Defensive und Offensive sowie als Ballverteiler. Den freiwerdenden Platz im Zentrum könnte dann zum Beispiel Neuzugang Emre Can bekleiden. Das wäre zwar die defensivere Aufstellung. Allerdings eine, die mehr Stabilität in der Arbeit gegen den Ball verspricht. Daran hat es gerade auswärts oft gefehlt.

Lesen Sie jetzt