Jadon Sancho ist einer von sechs Spielern, die den BVB im Sommer verlassen haben. © imago images/PA Images
Borussia Dortmund

BVB-Abgänge: So läuft es für Sancho, Delaney und Co. bei ihren neuen Vereinen

Sechs Spieler haben Borussia Dortmund im vergangenen Sommer verlassen. Während einige aus ihren neuen Vereinen nicht mehr wegzudenken sind, läuft es für andere noch überhaupt nicht rund.

Im vergangenen Sommer haben sechs Spieler Borussia Dortmund verlassen. Fünf sind zu anderen Vereinen gewechselt, ein ganz besonderer BVB-Spieler hat seine Profi-Karriere beendet – kickt aber trotzdem noch weiter.

So läuft es für die BVB-Abgänge in ihren neuen Vereinen:


Jadon Sancho (Manchester United): Als 17-Jähriger wechselte Jadon Sancho von Manchester City zu Borussia Dortmund. Das damals viel umworbene Top-Talent wurde beim BVB schnell zum Leistungsträger. In 136 Pflichtspielen für die Schwarzgelben gelangen ihm 49 Tore und 63 Assists. Bereits im Sommer 2020 hatte Sancho mit einem Wechsel zu Manchester United geliebäugelt, doch der Transfer kam auch aufgrund der Standfestigkeit der BVB-Verantwortlichen nicht zu Stande.

Mit einem Jahr Verspätung wurde es dann aber doch noch was zwischen dem 21-Jährigen und den Red Devils. „Es war Jadons ausdrücklicher Wunsch, zurück in sein Heimatland und in die Premier League zu wechseln“, erklärte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nach Bekanntgabe des Wechsels. 85 Millionen legte Manchester für den Flügelspieler auf den Tisch.

Beim BVB würde Sancho wohl mehr spielen

Doch der als Top-Transfer gefeierte Sancho kommt bei Manchester United bislang nicht so zum Zug, wie erhofft – was sicherlich auch mit der überraschenden Verpflichtung von Superstar Christiano Ronaldo zusammenhängt. In der Premier League sammelte Sancho nach sieben Spieltagen gerade einmal 233 Spielminuten. Lediglich im EFL Cup stand der englische Nationalspieler über 90 Minuten auf dem Platz. Das hatte Sancho sich mit Sicherheit anders vorgestellt. „Dass er nicht spielt, tut mir in der Seele weh. Er ist so ein toller Fußballer“, sagte BVB-Boss Watzke zuletzt im „Doppelpass“.


Jeremy Toljan (US Sassuolo): Jeremy Toljan und Borussia Dortmund – das wollte einfach nicht so richtig funktionieren. In seinen anderthalb Jahren beim BVB wurde der Außenverteidiger nicht glücklich, brachte es gerade einmal auf 23 Einsätze. Es folgte erst eine Leihe zu Celtic Glasgow, dann nach Italien zu US Sassuolo. Beide Vereine einigten sich bei der zweiten Leihvereinbarung auf eine Kaufpflicht, die nach der Erfüllung einiger Bedingungen im vergangenen Sommer griff. Der Serie-A-Klub überwies neben der bereits gezahlten Leihgebühr von 2,5 Millionen noch weitere 5 Millionen Euro als Ablöse für Toljan.

Ex-BVB-Profi Toljan scheint glücklich in Italien zu sein

In dieser Saison stand der 27-Jährige die ersten fünf Partien beim Tabellenvierzehnten jeweils in der Startelf und absolvierte alle Spiele über die vollen 90 Minuten. Zuletzt allerdings musste der Rechtsverteidiger gegen Atalanta Bergamo und Inter Mailand von der Bank aus zuschauen, einmal zwang in eine kleinere Verletzung zu einer Pause. Dennoch scheint Toljan glücklich in Italien zu sein. Zumindest glücklicher als in Dortmund.

Sergio Gómez (RSC Anderlecht): Mit großen Erwartungen hatte Borussia Dortmund 2018 den damals 17-jährigen Sergio Gómez für 3 Millionen Euro vom FC Barcelona verpflichtet. „Sergio Gómez ist weltweit zweifellos einer der stärksten Spieler seines Jahrgangs“, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc bei seiner Vorstellung. Doch nach drei Jahren, zwei davon als Leihspieler bei SD Huesca, und gerade einmal sieben Bundesligaminuten trennten sich die Wege von Gómez und dem BVB wieder. Der 20-Jährige wechselte im Sommer zum RSC Anderlecht.

Für Ex-BVB-Profi Sergio Gomez läuft es in Belgien richtig rund

Nachdem Gómez bereits bei SD Huesca zum Stammpersonal zählte, läuft es für den Spanier auch in Belgien richtig rund. Gómez, der sich eigentlich im offensiven Mittelfeld zu Hause fühlt, wurde von Trainer Vincent Kompany zum Linksverteidiger umgeschult und stand sowohl in der Jupiler Pro League als auch in der Qualifikation für die Europa Conference League in allen Spielen in der Startelf. Wohl auch wegen seiner offensiven Veranlagung bereitete der U21-Nationalspieler bereits sechs Treffer vor, traf außerdem einmal selbst. „Ich integriere mich immer besser“, sagte Gómez zuletzt selbst über seine Entwicklung.


Leonardo Balerdi (Olympique Marseille): Im Vergleich zu Gómez reichte es für Leonardo Balerdi immerhin zu acht Einsätzen bei den Profis von Borussia Dortmund, der große Durchbruch gelang dem Argentinier beim BVB seit seiner Ankunft im Januar 20219 allerdings auch nicht. Um Spielpraxis zu sammeln, wechselte Balerdi im Sommer 2020 auf Leihbasis zu Olympique Marseille. Dabei sprangen 25 Pflichtspieleinsätze und zwei Tore heraus.

Leonard Balerdi ist bei Olympique Marseille nicht mehr wegzudenken. © imago images/IP3press © imago images/IP3press

Nach Ablauf der Leihe im letzten Sommer wechselte Balerdi fest nach Frankreich. Die Ablösesumme lag bei elf Millionen Euro, kann aber durch Bonuszahlungen noch steigen. „Marseille ist jetzt mein Zuhause“, sagte der 22-Jährige, nachdem er bei den Franzosen einen Fünfjahres-Vertrag unterschrieben hatte. Und in seiner neuen sportlichen Heimat scheint er sich sichtlich wohl zu fühlen. Denn auch in der aktuellen Spielzeit bekommt Balerdi in jedem Liga-Spiel das Vertrauen von Trainer Jorge Sampaoli. Der Argentinier ist eine feste Größe in der Verteidigung von OM.


Thomas Delaney (FC Sevilla): „Der BVB ist ein geiler Klub und es macht mich stolz, dass ich drei Jahre lang für ihn spielen durfte. Am Ende haben Kleinigkeiten den Ausschlag gegeben: Ich konnte absehen, dass ich sportlich nicht die größte Rolle spielen würde“, erklärte Thomas Delaney im Interview mit dem Kicker, wieso er Borussia Dortmund im Sommer verlassen hat. Mit Mahmoud Dahoud, Axel Witsel, Emre Can und Jude Bellingham war die Konkurrenz groß im Kampf um die Sechserposition beim BVB. Delaney entschied sich für einen Wechsel zum FC Sevilla.

Ex-BVB-Profi Thomas Delaney: „Sevilla ist ein Topteam in Spanien“

„Sevilla ist ein Topteam in Spanien, das Ambitionen hat und international spielt.“ Das bekommt auch Delaney zu spüren, der bei den Andalusiern bislang noch nicht unbedingt die Rolle spielt, die er sich selbst erhofft hat. In der Champions League reichte es nur für 45 Minuten. In La Liga stand er zweimal in der Startelf, zweimal wurde er eingewechselt. Wegen einer Gelb-Roten-Karte wegen Meckerns war der Däne zuletzt gesperrt. Bislang ist seine Hoffnung von mehr Spielzeit noch nicht in Erfüllung gegangen. Aber vielleicht kommt das ja noch. Es wäre ihm zu wünschen.


Lukasz Piszczek (LKS Goczalkowice): Elf Jahre Borussia Dortmund: Lukasz Piszczek ist beim BVB zu einer Vereinslegende geworden. Dementsprechend emotional und tränenreich war die Verabschiedung am 34. Spieltag der vergangenen Saison, als der Pole gegen Bayer Leverkusen das letzte Mal das Trikot von Borussia Dortmund trug. Mit 35 Jahren machte er Schluss mit dem Profi-Fußball.

Die Fußballschuhe hat der Verteidiger trotzdem noch lange nicht an den Nagel gehängt. „Ich werde nach Polen zurückkehren und – nur zum Spaß – für meinen alten Verein LKS Goczalkowice spielen. Mit Profifußball hat das nichts mehr zu tun – ich will mich dort nur fit halten und mit meinen Freunden zusammenspielen.“

Ex-BVB-Verteidiger Lukasz Piszczek sorgt für den Aufschwung

Nachdem Goczalkowice letztes Jahr nur Siebter in der vierten polnischen Liga wurde, führt der Klub aktuell noch ungeschlagen die Tabelle an. Zwei Unentschieden und zehn Siege, dazu ein Torverhältnis von 20:1. Wenn das mal nicht mit Ex-BVB-Verteidiger Lukasz Piszczek zusammenhängt.

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