BVB-Allrounder Raphael Guerreiro äußert sich zu Wechselgerüchten

Woche der Entscheidung

Für Raphael Guerreiro bricht bei Borussia Dortmund die Woche der Entscheidung an. Der BVB-Allrounder hat sich nun bei Twitter erstmals zu Spekulationen über seine Zukunft geäußert.

Dortmund

, 25.08.2019, 16:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Allrounder Raphael Guerreiro äußert sich zu Wechselgerüchten

Die Entscheidung über die sportliche Zukunft von Raphael Guerreiro fällt in den kommenden Tagen. © imago

Nein, da mochte Raphael Guerreiro dann doch nicht stillhalten. Bei Twitter ist in der Regel wenig von Borussia Dortmunds offensivem Mittelfeldspieler zu lesen, dieser Tweet aber verlangte eine Klarstellung. Paris St. Germain, hieß es von „Paris United“, würde sich in Person von Sportdirektor Leonardo am Sonntag in Paris mit den Vertretern von Guerreiro treffen, um über den Wechsel des Noch-Dortmunders zu verhandeln.

Guerreiro: Disneyland statt PSG

„Falsch!“, schrieb Guerreiro dazu, und fügte noch an: „Ich antworte nur selten, aber hören Sie bitte auf, falsche Informationen zu verbreiten.“ Als der Verfasser im weiteren Verlauf der Diskussion auf der Richtigkeit seiner Information beharrte und angab, er (Guerreiro) sei seit Sonntag sicher in Paris, antwortete der Spieler noch einmal: „10 Prozent der Informationen stimmen, das ist richtig“, schrieb Guerreiro. „Ich bin in Paris, aber in Disneyland!“ Den letzten Post versah er mit einem Lach-Smiley.

Unabhängig vom Wahrheitsgehalt der Information eines Treffens mit den PSG-Verantwortlichen bricht am Montag für Guerreiro eine Woche an, an deren Ende Borussia Dortmund endgültige Klarheit haben möchte, wie der Mittelfeldspieler plant. Der BVB hat der Guerreiro-Seite unmissverständlich klar gemacht, dass man nicht mit ihm in eine Saison gehen möchte, an deren Ende sein Vertrag ausläuft. Die verbleibenden Alternativen: Entweder nimmt der Portugiese das Angebot für eine Vertragsverlängerung an - oder die Wege trennen sich noch in dieser Transferperiode, die in diesem Jahr erst am Montagabend (2. September, 18 Uhr) endet.

Guerreiro-Verhandlungen ziehen sich seit Monaten hin

Die Personalie Guerreiro zieht sich seit Monaten hin. Der 25-Jährige, der seit Sommer 2016 für die Borussia spielt, hat sich bislang geziert und keine Bereitschaft erkennen lassen, sich langfristig zum BVB zu bekennen. Dass er sich kurz vor dem Pokalspiel gegen den KFC Uerdingen einen Muskelfaserriss zuzog, dürfte Verhandlungen mit potenziellen Interessenten nicht abschrecken, lässt aber die Frage nach dem Stellenwert des Spielers im Kader von Lucien Favre zunächst unbeantwortet.

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Ähnlich wie für Mario Götze wird Raphael Guerreiro angesichts der großen Konkurrenz auf seiner Position um Einsatzzeiten kämpfen müssen - allerdings hat die Vorbereitung seine Karten nicht verschlechtert. Im Supercup spielte er von Beginn an - und nicht schlecht. Seine Qualitäten schätzt Lucien Favre, auch wenn ihm zu einem typischen Außenbahnspieler das Tempo fehlt.

Zorc antwortet mit immer den gleichen Worten

Über den Stand der kürzlich wieder aufgenommenen Gespräche gibt es wenig Konkretes von Seiten der Borussia. Sportdirektor Michael Zorc bleibt bei seiner Verlautbarung, dass man sich „in Gesprächen“ befinde. Zorc antwortet auf Fragen mit immer den gleichen Worten - und der immer unbewegten Miene.

BVB-Allrounder Raphael Guerreiro äußert sich zu Wechselgerüchten

Nach auskuriertem Muskelfaserriss trainiert Guerreiro seit einigen Tagen wieder gemeinsam mit der Mannschaft. © David Inderlied

Guerreiro misst sich im offensiven Mittelfeld mit den Neu-Verpflichtungen Thorgan Hazard und Julian Brandt, auch Jacob Bruun Larsen kann die linke offensive Position im Dreier-Mittelfeld einnehmen. Als Backup könnte der in Frankreich aufgewachsene Europameister auch Nico Schulz ersetzen, in Achraf Hakimi und Marcel Schmelzer gibt es aber auch links in der Viererkette einige Konkurrenz. Dazu kommt die private Seite. Guerreiro ist mit Frau und zwei kleinen Kindern nach Dortmund gekommen, die Heimat aber ist eher Frankreich, wo er aufgewachsen ist.

Guerreiro gilt als Lieblingsschüler von Thomas Tuchel

Über das Interesse aus Paris wird seit einigen Monaten spekuliert. Guerreiro gilt als Lieblingsschüler von Thomas Tuchel, der ihn in Dortmund nicht als Linksverteidiger, sondern im offensiven Mittelfeld einsetzte. Seit der Installierung von Leonardo Nascimento de Araujo als neuen Sportlichen Leiter im Juni aber scheint das Interesse der Pariser deutlich abgekühlt.

Die sich hinziehenden Verhandlungen eines potenziellen Mega-Transfers von Neymar erschweren zudem die Pariser Personalplanungen, da kaum ein Verein die geforderte Ablöse von über 200 Millionen Euro stemmen kann und in alle Transfer-Modelle auch ein oder mehrere Spieler als Gegenwert für Neymar mit eingeflochten werden. Schnell könnte da eine Verpflichtung von Raphael Guerreiro für Paris keinen Sinn mehr ergeben.

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