BVB-Auftritt liegt schwer im Magen: Dortmund fehlt zu viel Mentalität

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Borussia Dortmund gibt gegen Hoffenheim ein dramatisch lustloses Bild ab. Das 0:4 des BVB wäre als singuläres Ereignis zu verschmerzen, doch der Auftritt offenbart tief liegende Probleme.

Dortmund

, 27.06.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zu gewinnen gab es wenig für Borussia Dortmund am letzten Spieltag der Saison. Dank der Energieleistung beim 2:0-Sieg in Leipzig hatten sich die Borussen Platz zwei und die Vizemeisterschaft gesichert, gegen die TSG Hoffenheim ging es nur noch darum, einen guten letzten Eindruck zu hinterlassen. Das wiederum ging gründlich schief und hinterlässt einen mehr als faden Nachgeschmack.

Wie man sich verabschiedet, so bleibt man in Erinnerung. Für den BVB heißt das nach einem Spiel, bei dem „Lust und Wille fehlten“, wie Torhüter Roman Bürki, der noch Schlimmeres verhinderte, ehrlich bekannte, nichts Gutes. Am Ende einer langen und komplizierten Saison stehen die Schwarzgelben 13 Punkte hinter dem FC Bayern München – ein realistisches Abbild der Kräfteverhältnisse im deutschen Fußball.

Peinlicher Auftritt gegen Hoffenheim zeigt BVB-Motivationsprobleme

Mehr noch als die nüchternen Fakten demonstrierte der peinliche Abgang gegen Hoffenheim die tief liegenden Motivationsprobleme im Dortmunder Kader. Allzu oft kommt diese Mannschaft nicht in die Gänge, ohne Druck fehlen Leidenschaft und Inspiration. Von innen heraus kommt zu wenig Antrieb.

Was nützt eine hochwertig zusammengestellte Mannschaft, wenn ihr das verbindende Element des Siegeswillens immer wieder abgeht? Der BVB wird, auch wenn man das Saisonfinale unter ansatzweise mildernden Umständen betrachten muss, seinen eigenen Ansprüchen vor allem bei der Gewinner-Mentalität nicht gerecht. Auch das prangerte Torhüter Bürki zurecht an. Sein Mitspieler Axel Witsel betonte hingegen erneut, es sei „keine Schande“ hinter den Bayern zu landen.

BVB blamiert sich gegen Hoffenheim: Anlass zu Sorgenfalten

Zwischen diesen Polen steckt auch Trainer Lucien Favre. Seine mangelnde Begeisterungsfähigkeit und Motivationskraft spiegelt seine Mannschaft wider. Beim Profifußball geht es oft um die von ihm gerne zitierten Details. Es geht aber auch um Grundlegendes. Um Arbeitsmoral, um Ehre und auch um eine Verpflichtung zur Exzellenz, wenn man das Trikot von Borussia Dortmund trägt. Und da gibt dieser BVB Anlass zu tiefen Sorgenfalten.

Nun hat der Coach in den nächsten drei Wochen keine Handhabe, mit einer geharnischten Reaktion auf die Peinlich-Pleite gegen Hoffenheim zu antworten. Die Frage ist, ob es ihm mit dem Trainingsstart in vier Wochen gelingt, einen neuen Spirit zu implementieren – bei sich selbst und bei seiner Mannschaft. Dann, und nur dann, darf die große Fangemeinde von Borussia Dortmund mit frischen Hoffnungen in die nächste Spielzeit starten. Der letzte Eindruck der Saison 2019/20 liegt allerdings schwer im Magen.

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